Gemeinsam mit der Handelsschule KV Basel wurde ein Ausbildungsmodell entwickelt, welches es den Lernenden erlaubt, Sport, Schule und Beruf ideal miteinander kombinieren zu können. «Die Lernenden der Sportakademie Basel erhalten die Möglichkeit, ihr eigenes sportliches Potenzial in täglichen Trainingseinheiten unter professioneller Leitung nachhaltig zu entwickeln – dies ohne dass dabei auf das Absolvieren einer vollwertigen Berufsausbildung verzichtet werden muss», sagt Co-Initiator Reto Fluri. Mit Marcel Hottiger (Ex-YB-Sportchef und aktuell Trainer des SC Dornach) wurde eine Person mit dem nötigen Renommee für den Fussballausbildungsbereich gefunden.

Obwohl die Idee mehrheitlich begrüsst wird, gestaltet sich deren Umsetzung schwieriger als erwartet. «Zum einen sahen wir uns mit unerwarteten Problemen konfrontiert, die wir in dieser Form nicht erwartet haben», erklärt der Concordia-Sportchef, «und zum anderen stellt die Tatsache, dass die Interessenten über eine Lehrstelle verfügen müssen, eine grosse Herausforderung dar. Zurzeit prüfen wir, ob wir diese Möglichkeit in Zukunft bieten können. Die Ausrichtung der Sportakademie Basel ist klar: Die schulische und berufliche Ausbildung geniessen oberste Priorität.»

Zürich als Vorbild

Vor etwas mehr als vier Jahren wurde das gleiche Projekt in Zürich gestartet. Letzten Sommer machte die «Pionier-Klasse» nach vier Jahren Ausbildung ihren KV-Abschluss. Neben dem schulischen Erfolg – 90 Prozent haben bestanden und zwei Absolventen machen zurzeit die Berufsmatur – darf sich auch der sportliche sehen lassen: Mehrere Spieler schafften den Sprung in die U-Mannschaften der Region (Grasshoppers, Zürich, Schaffhausen, Winterthur). Eine Spielerin ist über die Sportakademie Zürich zum FC Basel gestossen und spielt heute in der Damen-Nationalmannschaft. Derzeit besuchen rund 60 Lernende die Akademie in Zürich.

Trotzdem ist die Ausgangslage in Basel mit der in Zürich nur bedingt vergleichbar. In Zürich besuchten die Lernenden während der ersten beiden Jahre nur die Schule und das Training; sie brauchten somit noch keine Lehrstelle. Die wurde erst im dritten Ausbildungsjahr notwendig, als das Praktikum begann.

Die Sportakademie Basel ist klub- und vereinsneutral und fördert männliche und weibliche Lernende. «Unser Projekt ist gänzlich losgelöst von jeglichen Institutionen und somit ist jede und jeder willkommen, sofern die Rahmenbedingungen erfüllt werden, sagt Reto Fluri. Weiter hält er fest, dass die Sportakademie Basel auch talentierte Fussballerinnen und Fussballer anspricht und fördert, und betont einmal mehr, dass ihr Angebot die bestehende Leistungssportförderung der Kantone in Zusammenarbeit mit dem FC Basel nicht im Geringsten tangiert; im Gegenteil: Sie stellt eine optimale Ergänzung dar.

Neben der Handelsschule KV Basel hat neu auch die Gewerbeschule Basel Interesse signalisiert und möchte Gespräche aufnehmen, was bedeuten könnte, dass eine zweite Schule zur Verfügung stehen würde.

Ausbildungszeit nicht verlängern

Um die Umsetzung voranzutreiben, planen die beiden Initianten Reto Fluri und Vittorio Jenny, die Zeitfenster für die Trainings nicht nur am Morgen anzubieten, sondern zusätzlich auch über den Mittag. «Mit dieser Massnahme treffen wir mehrere Fliegen mit einer Klappe», ist Reto Fluri überzeugt. «Zum einen sind wir nicht mehr auf die Gewährung von Zeitfenstern der Schulen und Lehrbetriebe angewiesen und zum anderen muss die Ausbildungszeit nicht verlängert werden.» Gleichzeitig spreche man auch die Jugendlichen an, die sich über ihre zukünftige Ausbildung noch nicht im Klaren sind». Mit dieser Flexibilität «werden ideale Voraussetzungen geschaffen, die es praktisch jedem Interessenten und jeder Interessentin ermöglichen, der Sportakademie Basel beizutreten», hält Fluri fest.