NLA-Baskteball

Die Sporthalle bleibt eine Trotzburg

Kaylon Williams (am Ball) war Spielmacher und Punktegarant in Personalunion.

Kaylon Williams (am Ball) war Spielmacher und Punktegarant in Personalunion.

Die Starwings besiegen auch Monthey mit 77:71 und bleiben zu Hause ungeschlagen. Mit dem frenetischen Publikum im Nacken holen sich die Wings gegen einen weiteren budgetmässig überlegenen Gegner den nächsten Sieg.

„Wir wollten die erste Mannschaft sein, welche in Birsfelden gewinnt. Es fehlte nicht viel. Aber eben…“. Der dies kurz nach Abpfiff an der Medienkonferenz sagte, heisst Marc Overney und ist Trainer des Traditionsvereines Monthey. Die Walliser, wiewohl mit dem neuen Center Terence Dials angetreten, mussten erfahren, dass mit den „Wings“ derzeit nicht gut Kirschen essen ist. Zumindest nicht in der heimischen Spielhalle. Dies mussten vorgängig schon die Titelfavoriten Les Lions de Genève, Fribourg Olympic und im Derby der BC Boncourt erfahren.

Lupenreine Weste zu Hause

Viertes Heimspiel – vierter Heimsieg. Und wer geglaubt hätte, dass anhand der aktuellen Rangliste die Baselbieter als Favoriten in die Partie gehen würden, verkennt die Realitäten im Schweizer Basket. Denn Monthey verfügt weiterhin über ein nahezu doppelt so hohes Budget wie das Birstaler Kombinat.

Aber die einzige Deutschschweizer Mannschaft in der Nationalliga A hat ein Profi-Quartett, das sich wunderbar ergänzt. Spielmacher Kaylon Williams schmiss die ersten vier Dreier ans Brett, wirbelte wild und hatte in der ersten Halbzeit mehr Tiefen als Höhen. Aber in der Endphase übernahm er Verantwortung, brach durch zum Korb und schloss ab, traf auch mit zwei Distanzwürfen sowie von der Freiwurflinie und wurde zurecht als bester Spieler der Partie gewählt.

Welch imposante Erscheinung

Darell Vinson, der Mann, der oft die Rivalen überfliegt, sah sich diesmal einer „Mauer“ gegenüber. Dials (31), der neue Monthey-Center, ist ein Turm eines Mannes, 208 Zentimeter gross, sehr erfahren und mit 120 Kilogramm Muskeln ausgestattet. Und mit sagenhaften 12 (!) Offensivrebounds war dieser Amerikaner, welcher in der letzten Saison noch in der höchsten französischen Division gespielt hatte, für die Gastgeber ein gar schwerer Brocken.

Und dennoch erzielten Vinson und A.J. Pacher (der mit einer schmerzhaften Schulterblessur ins Spiel ging) zusammen 40 Punkte. Und der einhändige, brachiale Dunking von Vinson aus dem Stand brachte die Halle wiederum zum „Explodieren“. Und auch Dials zuckte zusammen…

Publikum vollends aus dem Häusschen

Aus der sicheren Halbzeit-Führung wurde nach 33 Minuten ein Rückstand (61:64) – aber die „Wings“ liessen sich nicht abschütteln. Und mit einem starken 6. Mann (gemeint ist das Publikum, das zahlenmässig wieder an jene ersten Nationalliga-A-Jahre vor zehn Jahren erinnert) im Rücken kam es zu einer dramatischen Endphase, in denen die Starwings wieder das bessere Ende für sich behielten.

Dies auch, weil Severin Beltinger (23), der für den ausscheidenden Vinson für die letzten zwei Minuten aufs Feld kam, den letzten Angriff der Gäste mit einem Ballgewinn unterband. Und den Gegenstoss nicht selber abschloss, sondern zu Pacher passte, der mit einem zweihändigen Dunking das Publikum vollends aus dem Häuschen brachte. Eine symbolische Aktion für ein Team, das dünn in der Breite, aber riesig an Solidarität und Teamgeist ist.

Starwings – BBC Monthey 77:71 (38:27)

Sporthalle Birsfelden. – 620 Zuschauer. – SR: Pizio/Wirz/Pillet.

Starwings: Williams (21), Fuchs (6), Luettgerodt (12), Vinson (17), Pacher (21); Beltinger, Petkovic; Lutz, Verga, Wachsmuth.

Monthey: Glasgow (4), Mafuta (10), Reese (13), Webb (16), Dials (26!); Michellod (2), Moret, Reichen; Grau.

Bemerkungen: Starwings ohne Lushaj (krank/rekonvaleszent). – Monthey ohne Lukic (rekonvaleszent) und Nationalspieler Molteni (verletzt). – Mit fünf Fouls ausgeschieden: 34. Reese und 39. Vinson. – Fouls: Starwings 18, Monthey 23. – Viertelsresultate:15:9, 23:18 (38:27); 18:26 (56:53) und 21:18 (77:71). – Zu den besten Spielern wurden Williams und Dials (beide USA) gewählt.

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