Basketball
Die Starwings bezwingen vor Heimpublikum den Meister aus Genf

Die Baselbieter NLA-Basketballer gewinnen zu Hause vor über 700 Zuschauern gegen Les Lions de Genève mit 57:55. Mann des Spiels war Spielmacher Stefan Petkovic, der sein Team immer wieder antrieb.

Georges Küng
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Beschleunigte das Spiel der Starwings: Stefan Petkovic. Foto: Martin Töngi

Beschleunigte das Spiel der Starwings: Stefan Petkovic. Foto: Martin Töngi

Martin Toengi

«Ich bin stolz auf diese Mannschaft. Wie sie sich nach dem schon fast traditionellen Einbruch im dritten Viertel ins Spiel zurückgekämpft hat, zeigt, dass wir alle eine Einheit bilden.» Das waren die Worte von Starwings-Cheftrainer Marko Simic unmittelbar nach Matchende. Eine Partie, die alles bot, was den Basketball so populär und spannend macht. Herrliche Distanzwürfe, schöne Durchspiele zum Korb, harte Defensearbeit – aber auch unerklärliche Eigenfehler.

Steigerungspotenzial vorhanden

Denn trotz des verdienten Erfolges haben die «Wings» noch viel Steigerungspotenzial. 17 leichtsinnige Ballverluste sind zu viel und das Zulassen von elf Offensivrebounds ist ein Zeichen, dass das Sichern der Korbabpraller noch nicht allerhöchsten Ansprüchen genügt. Aber wie sich die Unterbaselbieter ab der 31. Minute gegen die drohende Niederlage stemmten, war ein Beweis, dass die – oft gescholtene – Equipe lebt. Und «le feu sacré» brennt beim Birstaler Kombinat.

Petkovic mit starkem Comeback

Stefan Petkovic, welcher in den letzten zwei Wochen wegen einer Knieverletzung pausieren musste, war der Mannschaft ein grosser Spielmacher. Povilas Cukinas, kein Mann für mehr als 25 Minuten, zeigte, wie sich ein Center zu bewegen hat. Und zumindest bezüglich Rebounds und Punkten war Rokas Uzas gut; man würde sich von der litauischen Frohnatur aber wünschen, dass er weniger Ballverluste hat und seine Anweisungen von der Ersatzbank aus dem Cheftrainer oder dessen Assistenten überlässt.

Drungilas zu ungestüm

Schade, dass Adomas Drungilas seinen Übereifer nicht zu unterbinden und seine Bewegungen nicht besser zu koordinieren weiss. Der 22-jährige Litauer, ein Mann mit einem Löwenherzen, scheint aber auch ein Opfer der Schiedsrichter zu sein. Ihm werden konstant Angriffsfouls angelastet, weil er meist zu ungestüm ist. Und bei Arunas Vasiliauskas muss man berücksichtigen, dass er eine Woche lang mit hohem Fieber krank war. Offensiv muss der erfahrene Litauer mehr bringen, in der Abwehr war der Routinier ein sicherer Wert.

Genf schwächer als in Meistersaison

Mit Sicherheit ist Genf nicht mehr jene Übermannschaft, welche in der letzten Saison Meister wurde. Der amerikanische Center Dwight Anthony Burke war ein Ausfall. Kein Wunder, dass seit einer Woche zwei neue Profispieler mit Les Lions trainieren. Gasttrainer Ivan Rudez meinte dazu an der Pressekonferenz: «Es ist kein Geheimnis, dass unser Offensivpotenzial derzeit limitiert ist. Wir suchen einen Skorer. Und es ist unser Recht, dass wir aus fünf oder sechs Profis jene vier auswählen, die uns am besten für das jeweilige Spiel erscheinen», so der Kroate. Und meinte lapidar: «Wer im letzten Viertel gerade mal acht Punkte erzielt, hat kein Anrecht auf einen Sieg.»

Starwings mit Playoffpotenzial

Diesen Luxus können sich die Starwings nicht leisten. Aber sie haben phasenweise angedeutet, dass die aktuelle Equipe durchaus ein ernsthafter Kandidat für die Playoffs sein könnte. Wenn die Mängel (weniger Eigenfehler, besseres Rebounding) reduziert und die guten Phasen konsolidiert respektive erweitert werden können.