Basketball
Die Starwings entzaubern Meister Lugano

Die Starwings bezwingen den Meister Lugano mit 90:74 (40:44). Besonders überzeugen konnten Point Guard und Captain Joël Fuchs.

Georges Küng
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Überzeugende Leistung: Captain Joël Fuchs.

Überzeugende Leistung: Captain Joël Fuchs.

zvg

Andrea Petitpierre (65), der charismatische Cheftrainer des Serienmeisters BC Lugano, ist ein «Gran-Signore» mit Anstand, Respekt und Stil. Und nachdem der gebürtige Norditaliener an der Pressekonferenz seinen Kollegen und Antipoden Roland Pavloski, Trainer der Starwings, mehrmals aufrichtig gratuliert hatte, mahnte er die Kantons-Presse: «Schreibt nicht mehr von einem Wunder bei einem Starwings-Sieg. Denn wer Titelfavorit Genf, Rekordmeister Fribourg sowie Monthey und im stets brisanten Derby auch Boncourt bezwingt, hat bewiesen, dass die Erfolge weniger Wunder als harte Arbeit sind – und dafür steht mein Kollege Roland Pavloski. Zudem hat Birsfelden eine super Auswahl an ausländischen Profis», so der frühere U20-Nationaltrainer.

Williams mit 16 Assists

Was das US-Quartett Kaylon Williams, Riley Luettgerodt, Darell Vinson und A.J. Pacher leisten, ist «überirdisch», wie jugendliche Starwings-Anhänger euphorisch nach Matchende meinten. Der Spielmacher Williams ist pure Energie, Leidenschaft in Reinkultur – und gab 16 entscheidende Zuspiele für seine Teamkollegen. Im Vergleich: Lugano als Kollektiv hatte zehn Assists.

Riley Luettgerodt reduzierte den Liga-Topskorer Antonio Ballard auf 17 Punkte – in der Regel erzielt der wohl talentierteste Basketballer der gesamten Nationalliga A 25 bis 30 Zähler. Vinson führt die Physik und Schwerkraft ad absurdum – seine Athletik, und speziell seine Sprungkraft, würden auch in der NBA das Publikem entzücken. Viele der zahlreichen Matchbesucher kommen in die Sporthalle, weil sie hoffen, dass es mindestens eine Szene geben wird, in denen Vinson auf einer anderen Sphäre schwebt. Gegen Lugano war es ein Dunking nach einem Offense-Rebound, der den Lärmpegel in der Sporthalle auf Muttenzer-Kurve-Lautstärke ansteigen liess. Und A.J. Pacher warf wiederum 26 Punkte. Korbleger nach Center-Bewegungen, Freiwürfe, ein Dreier und vier Dunkings. Kurzum: Die ganze Palette an Korbmöglichkeiten. Und dies als 22-jähriger Profi-«Rookie», der bereits jetzt als die Trouvaille der Saison gilt.

Sieben «Bomben» durch Fuchs

In der italienischen und spanischen Sprache spricht man von «Bomben», wenn einer mehrere Dreier wirft. Und da hatten die «Wings» in Teamcaptain Joël Fuchs einen Mann, den Lugano in dieser Form nicht auf der Rechnung hatte, wie Trainer Petitpierre freimütig zugab. Der 25-jährige Zürcher Oberländer, der seit sieben Jahren längst zum Wahl-Baselbieter mutiert ist, warf 21 Punkte. Sieben von neun Dreiern fanden den Weg in den Korb. Dass Fuchs zum besten Spieler gewählt wurde, ist richtig und verdient. Aber auch U20-Nationalspieler Alessandro Verga zeigte in seinem Kurzeinsatz, dass er sich «step by step» langsam an das Nationalliga-A-Niveau herantastet. Sein mutiger Auftritt entzückte auch Thomas Beugger, den Vorsteher des Sportamtes Basel-Landschaft, der zugleich auch sein Ausbildungs-Arbeitgeber ist.