Basketball
Die Starwings gehen mit Anstand und in Würde in die Sommerpause

Die Starwings verlieren auch das dritte Playoff-Spiel gegen Fribourg Olympic knapp mit 67:71 (30:38). Die Saison ist damit für das Birstaler Kombinat vorzeitig zu Ende.

Georges Küng
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Die Starwings schliessen die Saison 2015/16 als beste Deutschschweizer Mannschaft ab.

Die Starwings schliessen die Saison 2015/16 als beste Deutschschweizer Mannschaft ab.

Juri Junkov

Wer nach der 55:104-Klatsche der Starwings im zweiten Playoff-Match in Fribourg gedacht hatte, das Birstaler Kombinat würde sich kampflos dem übermächtigen Rivalen «hingeben», wurde freudig überrascht. Was die «Wings» dem frischgebackenen Cupsieger und Titel-Mitfavoriten abforderten, war grosse Klasse und wurde vom treuen Publikum mit einem verdienten Schlussapplaus bedacht.

Dass «FO», wie der Rekordmeister und Renommierverein genannt wird, zuletzt doch mit 3:0-Siegen in die Playoff-Halbfinals einzieht, entspricht der Logik, den Möglichkeiten und der Substanz sowie dem sehr breiten Kader, auf welches Trainer Petar Aleksic zurückgreifen kann. Auch in Birsfelden konnte der Nationalcoach nach acht Minuten bereits seinen neunten Mann aufs Feld schicken – sein Antipode Roland Pavloski liess praktisch, wie bereits in der letzten Saison, sein Stammquintett durchspielen. Weil schlicht Alternativen – bis auf den Aargauer Philipp Sager – auf der Bank fehlen.

Die Gäste erhöhten jeweils die Kadenz

Es spricht für den Kampfwillen und die intakte Moral der Unterbaselbieter, dass sie mehrmals den (Wieder-)Anschluss an die Romands schafften. Aber jedes Mal, wenn die Gastgeber fast «ganz dran» waren, erhöhten die Gäste die Kadenz – und einer ihrer Spitzenspieler setzte mit einem Dreipunktewurf oder einem Durchspiel zum Korb der Aufholjagd der «Sternenadler» ein Ende.

Aber selbst 20 Sekunden vor dem Matchende, beim Stande von 67:70 (der kanadische Topskorer Murphy Burnatowski hatte drei Freiwürfe verwertet), war das «Wunder von Birsfelden» noch möglich. Es war Nationalspieler Arnaud Cotture (20, 203cm), der mit einem Freiwurf den Traum einer vierten Playoff-Partie beendet. Cotture zeigte in der ersten Halbzeit «ganz grosses Kino», als dem Olympic-Eigengewächs gleich 17 Punkte gelangen. Nach der Pause war es Jonathan Kazadi, der das Spiel der Gäste lenkte. Der Berner, auch er Nationalspieler, wurde – wie Starwings-Teamcaptain Joël Fuchs – zum besten Akteur seiner Equipe gewählt. Das Duo Cotture/Kazadi erzielte übrigens sieben Zähler mehr als das Fribourg-Ausländer-Trio Derek Wright, Slobodan Miljanic und Andre Williamson. Das ist im Schweizer Basket einmalig – und spricht für die Philosophie der Saanestädter.

Auf der Suche nach Schweizer Akteuren

Dass am Sonntagnachmittag um 17.44 Uhr die Saison 2015/16 für die sportlich beste Deutschschweizer Basket-Equipe zu Ende gegangen ist, hat seine Logik. Man könnte höchstens hintersinnen, was möglich gewesen wäre, wenn Trainer Pavloski einige Spieleroptionen mehr gehabt hätte. So aber war das Erreichen der Playoffs nicht etwa das Minimal-, sondern bereits das Maximalziel.

Mit drei ausländischen Profispielern, die in Anbetracht der Umstände mehr Positives denn Negatives zeigten. Mit einem Captain (Fuchs), der in jeder Hinsicht eine Grösse ist. Und mit der Trouvaille Branislav Kostic, der – man höre und staune – jener Spieler der Nationalliga A ist, der in diesem Jahr 2016 am meisten Spielminuten erhalten hat. Dies spricht für die Entwicklung des CVJM-Birsfelden-Eigengewächses, ein wenig aber auch gegen die Kaderbildung der Starwings, welche für die kommende Saison 2016/17 primär eine Aufgaben haben: Wo gibt es Schweizer Akteure, die fähig und willens sind, in der Nationalliga A für einige Akzente zu sorgen?

Matchtelegramm:

Starwings - Fribourg Olympic 67:71 (30:38)

Sporthalle Birsfelden. – 631 Zuschauer. – SR: Novakovic/Wirz/Hüsler.

Starwings: Ross (13), Kostic (8), Fuchs (17), Burnatowski (20), Upson (9); Sager; Lutz, Malisanovic, Pavlovic, Verga.

Fribourg: Wright (7), Kazadi (17), Miljanic (11), Cotture (18), Williamson (10); Molteni, Kovac (2), Jurkovitz (4), Fongué (2); Damjanovic, Leemans, Monteiro.

Bemerkungen: Starwings ohne Duspara, Matter (beide verletzt) und Wachsmuth (Auslandsaufenthalt). – Fribourg ohne Mbala (verletzt). – Viertelsresultate: 16:16, 14:22 (30:38); 15:17 (46:55) und 22:16 (67:71). – Mit fünf Fouls ausgeschieden: 40. Williamson. – Fouls: Starwings 22, Fribourg 20.

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