Basketball
Die Starwings gewinnen den Novartis-Cup

In einem kurzweiligen, unterhaltsamen Finalspiel gewannen die Starwings gegen den stark spielende BC Winterhtur mit 70:62 (37:27). Das Spiel um Platz drei entschied der Gastgeber Central Luzern gegen das aus dem Kanton Jura angereiste Team Boncourt mit 77:61 (44:27) für sich.

Georges Küng
Merken
Drucken
Teilen
Dieses Quintett mit Center Vinson (Nr. 31), Spielmacher und Topskorer Jones, Teamcaptain Fuchs, Schoo und Herrmann (r.) wusste zu gefallen und führte die Starwings zum Sieg im NOVARTIS-Cup.

Dieses Quintett mit Center Vinson (Nr. 31), Spielmacher und Topskorer Jones, Teamcaptain Fuchs, Schoo und Herrmann (r.) wusste zu gefallen und führte die Starwings zum Sieg im NOVARTIS-Cup.

Jordi Küng

Zwei Wochen vor dem Meisterschaftsauftakt zur Saison 2016/17 bekamen die Basket-Freunde die drei Deutschweizer Nationalliga-A-Vereine sowie den Traditionsklub BC Boncourt in der Sporthalle Birsfelden zu sehen.

Nach Papierform hätte man am Samstag beim Duell Boncourt gegen Winterthur (70:71) auf die Jurassier gesetzt – und auch der Sieg des Gastgebers über die Innerschweizer (77:61) war keine Selbstverständlichkeit, denn vor zehn Tagen verlor das Birstaler Kombinat eine Vorbereitungspartie bei den Luzernern noch klar (52:75).

Schweizer Spieler blühen auf

Im kleinen Finale erlitt ein stark dezimiertes Boncourt (das übrigens seinen amerikanischen Profi Marvin King-Davis morgen Montag zurück in die USA schicken wird...) ein Anfangs-Debakel gegen unbeschwert und locker aufspielende Luzerner. Nach sechs Minuten stand es 23:2 für Central – die Equipe von Cheftrainer Danijel Eric beeindruckte in dieser Periode nicht etwa durch den US-Center Rhamel Brown (der dennoch auf sagenhafte 19 Rebounds, davon sieben in der Offensive, kam) und den umsichtigen serbischen Spielmacher Nemanja Kovacevic, sondern durch sein Kollektiv an Schweizer Akteuren, die allesamt zu gefallen wussten. Was die Herren Güttinger, Lehmann, Mandic, Plüss und Tomic zeigten, ist ein grosses Versprechen. Dass die ausländische Profispieler eher die Sekundanten der nationalen Akteure sind, ist – leider – die grosse Ausnahme im Schweizer Basket.

Ein starker Leader

Das Finalspiel wusste die Zuschauer bestens zu unterhalten. Mit ein Grund hiefür war Chris Jones, welcher den Starwings sehr vieles war. Spielmacher, Aufbauer, ruhender Pol, Skorer, Assistgeber und dazu eine grandiose Defense auf Rashad Whack, dem Vielmacherr und Alleskönner in Winterthurer Reihen. Hatte der US-Profi am Vortag noch im Alleingang den BC Boncourt gebodigt (37 Punkte), so wurde er von Jones in der ersten Halbzeit nicht nur neutralisiert, sondern aus dem Spiel genommen. Ganze drei Pünktlein gewährte Jones seinem Landsmann – erst in den zweiten 20 Minuten konnte Whack, wie es seinem Naturell entspricht, skoren.

Stark auch Darell Vinson (31), der von seiner Athletik, Sprungkraft und Defensestärke, die er vor zwei Jahren bereits mit dem legendären Profi-Quartett (Williams, Luettgerodt, Vinson und Pacher) in Birsfelden gezeigt hatte, nichts verloren hat. Und mit Björn Schoo (35, 214cm) konnten die Starwings einen Mann verpflichten, der vonnöten sein wird, weil Octavius Brown (USA) derzeit seine guten Eindrücke und Leistungen in den Trainings in den Matches (noch?) nicht umsetzen kann.

Glänzend im Finale auch die Vorstellung von Alexis Herrmann, welcher Jones ideal sekundierte, selber oft als Spielmacher fungierte und – im Gegensatz zum Match gegen Luzern – auch skoren konnte.

Alle vier Trainer waren sich einig, dass das Turnier weitere Aufschlüsse im Hinblick auf die kommende Saison geliefert hat. Während die Starwings und Luzern über ein 12-Mann-Kader verfügen (auch wenn gerade bei den Unterbaselbietern die Kluft zwischen den Leistungsträgern und Bankspielern sehr gross ist), ist die Personaldecke bei Boncourt und Winterthur, wegen Verletzungen, gar dünn. Und dennoch darf schon jetzt die Prognose gewagt werden, dass alle vier Teams das Potenzial haben, um eine Rangierung in den ersten Acht (Playoffs) zu belegen.

Starwings – BC Winterthur 70:62 (37:27)

Sporthalle Birsfelden. - 130 Zuschauer. - SR: Hjartarson/Mazzoni/Sani.

Starwings: Jones (22), Herrmann (13), Fuchs (7), Brown (9), Vinson (10); Schoo (8), Hauri, Sager (3), Graham; Pavlovic, Thelemarque.

Winterthur: Whack (18), Marchand (13), Souaré (16), Osterwalder (4), Sheldon (7); Disanayabe, Savon (4); Hulliger, Ramirez.

Bemerkungen: Starwings ohne Carrara (U16-Nationalmannschaft), Devcic (verletzt) und Verga (Familienanlass). - Winterthur ohne ex-Nationalspieler Stefan Petkovic und den senegalesischen Profi Diagné (beide verletzt). - Viertelsresultate: 15:10, 22:17 (37:27); 17:18 (54:45) und 16:17 (70:62).

Central Luzern – BC Boncourt 77:61 (44:27)

Sporthalle Birsfelden. - 40 Zuschauer. - SR: Pillet/Emery/De Martis.

Luzern: Kovacevic (14), Lehmann (20), Plüss (10), Mandic (11), Brown (9); Güttinger (8), Tomic (5), Morandi; Domingos, Wechsler.

Boncourt: Kostic (6), Landenbergue (13), Dyck (6), Gaillard (14), Calasan (16); Guillaume Gredy (6), M'Putu.

Bemerkungen: Luzern ohne Stevanovic (verletzt) und Imgrüth (abwesend). - Boncourt ohne Bastien Gredy, Louissaint sowie die beiden US-Profis King-Davis und Sumler (alle verletzt). - Viertelsresultate: 29:14, 15:13 (44:27); 14:17 (58:44) und 19:17 (77:61).