Basketball
Die Starwings gewinnen in Lugano – ein Sieg gegen jede Logik

Die Baselbieter besiegen den Schweizer Meister aus dem Tessin auswärts mit 79:77. Der «Underdog» präsentierte sich nach schwachem Start in Bestform und drehte die Partie zu seinen Gunsten.

Georges Küng
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Der US-Amerikaner Kaylon Williams steigerte sich gegen Lugano nach schwachem Start massiv

Der US-Amerikaner Kaylon Williams steigerte sich gegen Lugano nach schwachem Start massiv

Uwe Zinke / Archiv

Vor drei Wochen hatten die Starwings-Basketballer zuhause in einem epischen Duell gegen den Schweizer Meister Lugano mit 100:102 nach Verlängerung verloren. Drei Wochen später reisten die Baselbieter in die Südschweiz – und entzauberten den Tabellenführer, Titelverteidiger und erneuten Meisterschaftsfavoriten. Denn das Birstaler Kombinat siegte in der Sonnenstube der Schweiz mit 79:77.

Was das Quintett Kaylon Williams, Joël Fuchs, Riley Luettgerodt, Darell Vinson und A.J. Pacher leistete, war enorm. Denn die «Wings» reisten wahrlich «mit dem allerletzten Aufgebot», wie Cheftrainer Roland Pavloski monierte, nach Lugano. Weil Zürich ein U19-Spiel nicht verschieben mochte, wurden die Nachwuchsspieler der «Wings» an die Limmat delegiert. Immerhin hatte der Verband ein Einsehen und erliess dem einzigen Deutschschweizer A-Ligisten eine saftige Busse, denn in der Nationalliga A müssen zehn Akteure präsent und auf dem Matchblatt eingetragen sein.

Erwarteter Start, unerwartete Fortsetzung

Zu Beginn sah es nach einem «normalen» Match aus. Auf der einen Seite der Gastgeber als Goliath, andererseits die Gäste als «Underdog», der schnell klar in Rückstand geriet (15:24 nach sieben Minuten). Doch ab der 14. Minute hatten die Starwings den Kontakt wieder hergestellt und gingen erstmals in Führung (36:35; 16.). Und danach sah man eine Partie, die auf und ab wogte. Spektakuläre Körbe und unerklärliche Fehler (Schrittfehler, Fehlpässe und –würfe) wechselten sich munter ab.

Zwölf Sekunden vor der Endsirene verwandelte Spielmacher Williams (der nach 30 Minuten erst zwei Zähler auf seinem Konto hatte) beide Freiwürfe. Und weil sein Antipode Rickey Lee Gibson eine Sekunde vor Matchende seinen forcierten Dreier verwarf, feierten die Starwings aus Birsfelden einen Sieg, für den es keine Worte und schon gar keine «vernünftige» Erklärung gibt.

BC Lugano – Starwings 77:79 (46:42)

Istituto Elvetico. – 300 Zuschauer. – SR: Michaelides/Wirz/De Martis

Lugano: Bavcevic (3), Gibson (25), Ballard (20), Schneidermann (20), Rendleman (3); Magnani, Dubas (6), Pantic, Varidel; Ivanovic, Kozic.

Starwings: Williams (14), Fuchs (10), Luettgerodt (17), Vinson (20), Pacher (17); Verga; Beltinger, Lutz.

Bemerkungen: Lugano ohne Nationalspieler Stockalper (verletzt). – Starwings komplett. – Viertelsresultate: 24:21, 22:21 (46:42); 12:16 (58:58) und 19:21 (77:79).

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