Natürlich kann man sich an weniger Erfreuliches erinnern und jene fünf Niederlagen in Fol­ge von Februar und März 2017 zu Rate ziehen, als die «Wings» auch beim Schlusslicht Winterthur und zuhause gegen den Vorletzten SAM Massagno hohe Niederlagen bezo­gen. Man kann aber auch die 3. Zwischenrunde in den Fokus rücken, als die Birsfelder in Lugano und Neuchâtel siegten und zuhause den Meister Fribourg bezwangen.

«Wenn bei uns alle Leistungsträger verletzungsfrei waren, dann konnten wir mit den fünf Landesgrös­sen immer auf Augenhöhe mitspielen», so Cheftrainer Roland Pavloski. Dies war auch ge­gen Lugano in den Playoffs der Fall, wo wenig fehlte, auch wenn immer genug fehlte, um als Verlierer vom Feld zu gehen. «Im Rückblick war es eine schwierige, aber gute Saison. Man darf nicht vergessen, dass wir bereits nach der 2. Runde als Playoff-Teilnehmer fest­standen. Andere Teams mit einem doppelt so hohen Budget verpassten sogar diese Playoffs», so der Birsfelder. Mit Namen heissen diese Teams Boncourt und Massagno. 

Mehr Mittel wären nötig 

In der Tat war das Kader der Starwings, wie seit Jahren, sehr schmal. Zu schmal. Pech war, dass alle Neuzuzüge (Robert Devcic, Partric Hauri und Donaldon Thélémarque) we­gen Beruf (Devcic) und Blesserungen, die Operationen mit sich zogen, nie (Devcic, Thélé­marque) oder kaum (Hauri) spielen konnten. Und auch die besten Junioren, Augusto Car­rara und Aleksa Pavlovic fielen den grössten Teil der Saison aus, wobei sie eh primär in der U19-Inter-Equipe zum Einsatz kommen. 

Die Starwings schieden gegen Lugano aus in den Playoffs aus.

Die Starwings schieden gegen Lugano aus in den Playoffs aus.

«Damit wir den nächsten Schritt machen können, bräuchte es vier Hochkaräter bei den ausländischen Profis – und dazu einen oder zwei Schweizer Nationalspieler, der konstant zweistellig punktet», so Pavloski.

Das ist in Birsfelden nicht möglich – und grösstenteils auch zurecht nicht erwünscht. «Bei uns wird es keine Schweizer Profis geben╦, so Klubprä­sidentin Gaby Weis und Vize-Präsident Pascal Donati. Denn aus Profi heisst bei den natio­nalen Akteuren primär «Profit» – und bei den Starwings muss ein Schweizer Akteur seine schulische Aus- respektive Weiterbildung, das Studium oder den Beruf als Priorität haben.

So wie früher Marcus Hett oder Teamcaptain Joël Fuchs (27), der seit neun Jahren bei den Starwings ein sicherer Wert ist und sein Jus-Studium mit Bravour abgeschlossen hat. Und arbeitet. Genau wie Zuzug Alexis Herrmann (25), der seit jeher beim BC Boncourt als Profi tätig war, nun aber, dank den Starwings, zu 80 Prozent berufstätig ist. «Für ihn war diese Konstellation gänzlich neu; er musste sich daran gewöhnen; und im nächsten Jahr erwarte ich von ihm mehr – gerade im Angriff», so Pavlovski. 

Das Birstaler Kombinat kann auf eine zufriedenstellende Spielzeit 2016/17 zurückblicken.

Das Birstaler Kombinat kann auf eine zufriedenstellende Spielzeit 2016/17 zurückblicken.

Die Starwings waren, nicht nur in der Schweiz, sondern weltweit, der einzige Verein der 1. Division, die keinen personellen Wechsel bei den Profis machten. Teams wie Winterthur, Massagno, Boncourt, aber auch Grössen wie Neuchâtel, Genf und Monthey holten, ent­liessen, verpflichteten neu, warfen wieder weg… die Fluktuationen, die immer mit Kosten (Agenten, Flüge, Lizenzen, Prämien, Unterhalt) verbunden sind, erstaunen im Unterbasel­biet. 

Klubpolitik der Vernunft 

Dies mag vor allem der Grund sein, warum die Starwings im Herbst 2017 ihre 13. Spielzeit in Folge in Angriff nehmen werden. Das ist die beeindruckendste sportliche Leistung der Arlesheimer-Birsfelder Kombinates. Denn nur noch Boncourt, Fribourg und Monthey (ne­ben dem Platz Lugano, jedoch mit anderen Klubnamen) ist seit dieser Zeit stets in der Na­tionalliga A präsent.

«Unsere vernünftige Klubpolitik, der totale Abbau der Verbindlichkeiten aus dem Cupsieger-Jahr 2010 und die konsequente Förderung des Nachwuchses sind un­ser Merkmal – und werden die Klubphilosphie auch inskünftig prägen», so das Trio Donati, Pavloski und Weis. 

Damit verliert man gegen Teams mit Millionenbudgets (die Starwings operierten mit 350'000 Franken, was mit Luzern der kleinste Etat der Liga war), garantiert aber die Exis­tenz des Klubs.