Basketball

Die Starwings heben zum 13. Mal ab

Brunelle Tutonda

Brunelle Tutonda

Zum Auftakt der Basketballsaison treffen die Starwings auf eines der Schwergewichte der Liga, den BC Lugano. Es ist ein Duell David gegen Goliath.

Auch wenn es die 13. Spielzeit in Folge in der Elite ist, so soll es keine verflixte Saison werden. Dass ein Deutschschweizer Klub dereinst in dieser von Romands und Tessinern dominierten Sportart derart lange in der Nationalliga A spielen würde, hätte niemand für möglich gehalten. Diese Konstanz ist das Resultat von viel Fachwissen seitens des Trainerstabes und der Klubleitung sowie rigoroser Sparmassnahmen, die es erlaubt haben, den Schuldenberg aus der Saison 2009/10 mit dem historischen Cupsieg vom 10. April 2010 von 240 000 Franken Verbindlichkeiten auf null zu drücken.

Und in all diesen Jahren schafften die Starwings die Playoffs – beileibe keine Selbstverständlichkeit, denn Jahr für Jahr liess das Arlesheimer-Birsfelder Kombinat Teams wie zuletzt Boncourt und Massagno hinter sich, die mit dem doppelten Budget (700 000 und mehr Franken) operieren.

Neuer Spielmacher 

Die Ausgabe 2017/18 fährt eine «europäische Linie». Neuer Spielmacher ist Petar Babic (32), der einst in der EuroLeague gespielt hat. Allerdings plagen den Kroaten, der das Spiel lenken und seine Mitspieler mit Zuspielen für einfache Körbe versorgen soll, Fussprobleme. «Seltsam, dass es im reichsten Land der Welt keine Parkettböden hat», so Babic.

Mit Allyn Hess konnte ein Spieler verpflichtet werden, der im Sommer mit der armenischen Nationalmannschaft anlässlich von EM-Ausscheidungsspielen angedeutet hat, über welch Potenzial er verfügt. Der Amerikaner (dessen Vorfahren eher aus der Schweiz denn aus Armenien stammen dürften) ist ein wurfstarker Flügel, der aber über ein wesentlich breiteres Repertoire als sein Vorgänger Octavius Brown verfügt. Und mit Nemanja Calasan (34) wurde ein Center aus der Ajoie ins Unterbaselbiet gelockt, der in der Schweiz nach zwei Jahren bei Fribourg Olympic und einer Spielzeit beim BC Boncourt bestens bekannt ist. Seine Routine, Grösse, Muskelkraft und Spielintelligenz werden sehr geschätzt – und von den Rivalen gefürchtet.

Erstmals seit zehn Jahren fehlt Joël Fuchs (28) – er war Teamcaptain, Symbolfigur und Integrationsfigur in Personalunion. Sein Abgang hinterlässt eine grosse Lücke und ist zugleich die Chance für andere Spieler, in die grossen Fussstapfen des Zürchers zu treten. Rückkehrer Branislav Kostic und Ex-U20-Nationalspieler Alessandro Verga sowie die beiden Jurassier Alexis Herr-mann (in seiner 2. Saison) und Neuzuzug Guillaume Grédy (der in Boncourt keine Einsatzminuten erhielt) müssen zulegen, damit das Saisonziel (Platz 8 nach 22 Runden) möglich wird.

Last-Minute-Transfer Tutonda

Den Klubverantwortlichen ist es gelungen, mit Brunelle Tutonda (Bild rechts) einen Last-Minute-Zuzug zu tätigen. Sollten alle Formalitäten geklärt sein, so kann der Romand mit angolanischen Wurzeln im Startspiel gegen Lugano auflaufen. Tutonda spielte vor zwei Wochen am Novartis-Cup eine Partie mit dem Birstaler Kombinat – und wusste, trotz Niederlage gegen Villingen-Schwenningen (1. deutsche Regionalliga), zu gefallen.

Dass die Starwings sämtliche fünf Testpartien (zweimal Central Luzern dazu Winterthur und Neuchâtel sowie Villingen-Schwenningen) verloren haben, hat Cheftrainer Roland Pavloski zwar nicht amüsiert, aber auch nicht die Alarmglocken läuten lassen. «Wir haben sehr spät mit der Vorbereitung angefangen und mir steht ein neues Team zur Verfügung, das sich zuerst finden muss. Die Automatismen und Systeme können in diesem Zeitpunkt noch nicht greifen», sagt Pavlovski.

Vielleicht sind die resultatmässig missglückten Testpartien ja Stimulanz, um im ersten Ernstkampf gleich für einen Exploit zu sorgen. Im Wissen, dass Starwings gegen Lugano der Vergleich zwischen David und Goliath ist und die Favoritenrolle bei den Tessinern liegt. Aber wie war das letzten Mittwoch? War nicht Benfica Favorit?

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