Beim Stand von 64:46 nach 31 Minuten zugunsten der Heimmannschaft dachte niemand an einen knappen Ausgang der Partie zwischen den zwei punktgleichen Teams. Trotzdem verkam das Aufeinandertreffen in den Folgeminuten zu einem engen Duell, welches die Zuschauer in ihren Bann zog. Es war weniger die Qualität des Spieles als der schmelzende Vorsprung der Unterbaselbieter, der eine dramatische Endphase einläutete.

Belgier mit zwei Gesichtern

Hatte Julien Rahier zwischen der 27. und 30. Minute mit vier Dreipunktewürfen für einen Ausbau des Vorsprunges gesorgt, so war der Belgier mit zwei technischen Fouls dafür verantwortlich, dass die Luganesi beinahe wieder den Gleichstand erzielen konnten. Dreimal in den letzten 120 Sekunden lagen die Starwings nur noch mit drei Zählern in Führung; doch weil Justin Dobbins von der Freiwurflinie Nervenstärke bewies, endete das Spiel mit einem «Wings»-Erfolg, der sicherer aussieht, als er in Wirklichkeit war.

Steigerung in der Defensive

«Wir haben in der 1. Halbzeit sehr gut verteidigt. Wir hatten in den letzten drei Matches jeweils über 100 Gegenpunkte erhalten. Und man darf nicht vergessen, dass SAM mit viel Selbstvertrauen nach Birsfelden reiste. Vor einer Woche siegten die Tessiner überraschend, wenn auch verdient und auf eindrückliche Art und Weise, in Monthey. Im Wallis sind Auswärtssiege sehr selten», so Starwings-Trainer Roland Pavloski.

Schiedsrichter als bester Mann

Starwings gegen Massagno war kein Zauber-Basketball. 49 Fouls beweisen, dass sich die beiden Teams zeitweise ineinander «verkrallten» und Ballverluste, Fehlwürfe und wirre Angriffe eher die Regel denn die Ausnahme waren. Bester Mann auf dem Feld war Hauptschiedsrichter Adalsteinn Hjartarson. Der gebürtige Isländer, mit einer natürlichen Aura und viel Einfühlungsvermögen ausgestattet, musste viele Unzulänglichkeiten der beiden anderen Unparteiischen «korrigieren», wobei Sani und Stojcev es fertigbrachten, im letzten Viertel sieben Minuten lang den entnervten Starwings-Akteuren Jaraun Burrows und Rahier Foul um Foul anzuhängen. «Wir haben die Ruhe bewahrt, auch wenn es nicht einfach war», meinte Trainer Pavloski nach Abpfiff. Wer gewonnen hat, kritisiert in der Regel die Refs nie.

Gäste nicht in Bestformation

Der Sieg darf jedoch nicht überbewertet werden. Denn bei den Gästen fehlte mit Marko Mladjan einer der Leistungsträger. Und weil sich U20-Nationalspieler Daniel Andjelkovic im zweiten Viertel schwer verletzte, sah sich Massagno eines Spielers beraubt, der als hoffnungsvollstes Talent seines Jahrganges in der Schweiz gilt. Da nützte der grundsolide Auftritt des amerikanischen Profi-Quartettes nichts, auch wenn man das Gefühl nicht los wird, dass SAM viel mehr Luft nach oben als die Starwings hat.