Auch wenn die Baselbieter mathematisch noch immer Playoff-Chancen haben, so werden die vier Grössen Genf, Lugano, Neuchâtel und Fribourg die Playoffs bestreiten und den Meister ausmachen. Und das ist auch gut so – zumindest im Sinne des Basketballes, wenn man diesen Sport als Kollektivspiel betrachtet.

Die Starwings müssen sich nichts vorwerfen. Das Birstaler Kombinat war und ist eine Equipe von vier ausländischen Profispielern und Teamcaptain Joël Fuchs, die gutes, teilweise sogar vorzügliches Nationalliga-A-Niveau haben. Die anderen Spieler, welche das Matchblatt komplettieren, wären auch für die Nationalliga B keine Bereicherung.

Und weil Fribourg auch über vier ordentliche Profispieler verfügt, daneben aber drei Schweizer Nationalspieler, welche jederzeit Matches entscheiden können, muss man sich ob des Ausganges nicht wundern. Fribourg-Trainer Petar Aleksic, zugleich auch Nationalcoach, konnte munter mit sieben Spielern rotieren, ohne an Substanz zu verlieren.

Und weil dem «Wings»-Quintett mit jeder Minute der Sprit ausging, war es für die Gäste ab der 23. Minute ein «angenehmes Spiel, das wir stets unter Kontrolle hatten», wie Roberto Kovac dem Freiburger Radio nach Abpfiff erklärte. Einzig über die Höhe der Niederlage kann man staunen, wobei die Starwings zumindest während 23 Minuten dem Gast ein ebenbürtiger Widersacher waren.

Fatale sieben Minuten

Nach 23 Minuten stand es 41:43; doch dann kam der «Hammermann». Bis zum Drittelsende erzielten die Romands 17 Zähler, die Unterbaselbieter waren bemüht, konnten aber nicht einen einzigen Punkt erzielen. Es herrschte Anarchie pur auf dem Spiel – oder salopp gesagt: Es wurde in einem Ausmass «gheuet und gehühnert», dass das Zuschauen ein Graus war.

Natürlich hätte in dieser Phase Starwings-Trainer Roland Pavloski seinem übermüdeten Personal eine Auszeit gönnen müssen. Nur – auf der Bank sind Akteure, die keine, aber absolut keine Optionen ermöglichen.

So wird eine Spielzeit zu Ende gehen, die – trotz der Abfuhr gegen Fribourg – als grandios bezeichnet werden muss. Nicht die (noch?) einzige Deutschschweizer Mannschaft der Eliteklasse muss sich hinterfragen, sondern die restlichen Teams des Oberhauses müssen sich ernste Gedanken machen, warum die Starwings so lange, bis zur 28. Runde, mit der Landeselite auf Augenhöhe mitspielen konnte.

Das Problem der Gastgeber ist nicht das Heute, sondern das Morgen. Lassen sich nicht Schweizer Spieler finden, die minimalsten Ansprüchen für die höchste Liga genügen, wird die nächste Saison 2015/16 wahrscheinlich konträr zu diesjährigen Spielzeit verlaufen.

Wobei in diesem Vergleich mit Olympic auch die Limiten der vier Amerikaner klar zum Vorschein kamen. So viele andere Optionen werden Kaylon Williams (zu viele Ballverluste und Fehlwürfe), Riley Luettgerodt (zog generell einen rabenschwarzen Tag ein), Darell Vinson (blieb punktelos!) und A.J. Pacher (begann gut, baute aber massiv ab) auch nicht haben.



Starwings – Fribourg Olympic 57:85 (29:31)

Sporthalle Birsfelden. – 745 Zuschauer. – SR: Novakovic/Marmy/Mazzoni.

Starwings: Williams (17), Fuchs (9), Luettgerodt (12), Vinson, Pacher (15); Beltinger (1); Verga (3), Lutz; Malisanovic, Wachsmuth.

Fribourg: Smith (12), Kovac (25), Miljanic (7), Sihota (18), Calasan (8); Mladjan (10), Cotture (5), Mbala; Kraljevic, Moke, Jurkovitz.

Bemerkungen: Starwings komplett. – Fribourg ohne Nationalspieler Kazadi (rekonvaleszent). – Viertelsresultate: 14:17, 15:14 (29:31); 12:29 (41:60) und 16:25 (57:85). – Zu den besten Spielern wurden Fuchs und Nationalspieler Roberto Kovac gewählt.