Nach 30 Minuten schien die Partie entschieden, denn Fribourg hatte das dritte Viertel eklatant dominiert. Überhaupt glichen sich die drei Partien sehr. Bis zur Pause boten die Starwings dem Rekordmeister Paroli, doch die erste Schwächephase nutzten die Romands aus, um entscheidend vorlegen.

Doch diesmal hatte Olympic nicht mit dem Kampfgeist der Starwings und dem Support der Birsfelder Zuschauer gerechnet. In den letzten vier Minuten holten die Gastgeber Punkt um Punkt auf.

Und was niemand für möglich gehalten hatte, traf ein Es war Routinier Anthony McCrory (35), der mit Distanzwürfen die Baselbieter wieder an Fribourg heranbrachte. Und die letzten 60 Sekunden spielten sich vor einer Tollhaus-Atmospähre ab. Das Publikum, das längst stand, witterte die Sensation, die dann doch nicht eintraf, weil Edwin Draughan mit dem letzten Angriff beim Stand von 77:78 mit einem Dreipunktewurf dem Favoriten den dritten Sieg und somit dem Einzug ins Playoff-Halbfinale sicherte.

Die Starwings durften erhobenen Hauptes und unter dem tosenden Applaus der Zuschauer vom Platz gehen. Sie, die niemals die Mittel und Möglichkeiten des Renommierklubs von der Saanestadt haben, zwangen den Gast, in der Endphase mit ihrem hochkarätigen Auslands-Quintett und Nationalspieler Jonathan Kazadi zu spielen. Bei den «Wings» spielte der 18-jährige Branislav Kostic über 20 Minuten – und machte seine Sache gegen vor allem physisch überlegene Widersacher gut. Schade, dass weder ein Joël Fuchs (sein Repertoire beschränkt sich auf Distanzwürfe), Ralph Güttinger noch Niels Matter, die namentlich in der Offensive keine Akzente zu setzen vermögen, Faktoren waren.

Und weil das Profi-Trio Brandon Jenkins, Jaraun Burrows und Justin Dobbins keine Wurftalente sind, konnte sich Fribourg darauf beschränken, die Zone «eng» zu machen. Andererseits «wütete» namentlich Dobbins unter den beiden Körben und war im 1:1-Duell weder von Ronald Yates, Darrius Garrett noch Matt Shaw zu stoppen.

Die Starwings werden im Oktober 2013 ihre 9. Saison in Folge in der Nationalliga A in Angriff nehmen. Ein Fakt, den es im Schweizer Basketball noch nie gegeben hat. Dass sich der «Exote» seit einem Jahrzehnt im Konzert der Romands und Tessiner zu halten vermag, ist keine Selbstverständlichkeit. Allerdings sind Eigengewächse, die Nationalliga-A-Niveau haben, in der Nordwestschweiz dünn gesät. Dies trifft allerdings auch auf die Landesgrössen aus Fribourg, Genf und Lugano zu. Es muss das Ziel des Vereines sein, die besten Deutschschweizer Basketballer in die einzige Hafenstadt der Schweiz zu holen. Denn mit einem fünften Ausländer oder einem Schweizer Spieler, der punkten kann, wäre nicht das grosse Fribourg, sondern die «kleinen», aber heroisch spielenden Starwings ins Halbfinale eingezogen.