Prognosen sind im Sport, zumindest im Fussball, eine heikle Sache. Doch in Sportarten wie Basketball sind Vorhersagungen einfacher, weil die zur Verfügung stehenden Mittel fast immer die Rangliste reflektieren. Und dass das Birstaler Kombinat Starwings, ein Konstrukt aus dem BC Arlesheim und CVJM Birsfelden, in allen medialen Vorschauen der Romandie und des Tessins auf den 8. (und letzten) Rang gesetzt wird, liegt daran, dass das Team – im Vergleich zur turbulenten letzten Saison – an Substanz verloren hat.

«Das mag sein. Aber ich hoffe, wir haben an Ruhe und Homogenität gewonnen», sagt Roland Pavloski, der nun zum dritten Male als hauptverantwortlicher Übungsleiter amtet. Die ersten Eindrücke der Testspiele haben gezeigt, dass die vier amerikanischen Berufsspieler Luettgerodt, Lutz, Pacher und Williams durchaus auf Augenhöhe mit der Konkurrenz sind.

Ein Spieler mit Charakter

Auch Joël Fuchs und Ex-Nationalspieler Stefan Petkovic wissen, was es für die Nationalliga A braucht. In der Regel ist die beste Spielklasse von der Nationalliga B nur durch eine Klasse getrennt – in Tat und Wahrheit sind es im Basketball jedoch Welten. Dies musste auch Ardefrim Lushaj (21) erfahren. Der Innerschweizer mit kosovarischen Wurzeln wagte für diese Saison den Sprung vom B-Ligisten Swiss Central Luzern zum Deutschschweizer Aushängeschild.

Lushaj wollte diese Herausforderung annehmen und fragte erst danach, was es zu holen gibt. Das zeugt von Charakter. Andere Spieler aus der NLB stellen teils unverschämte Forderungen, sodass sie lieber im Unterhaus triumphieren, als sich mit der Landeselite im Direktduell zu messen.

Viel Spielzeit für die Leistungsträger

Wollen die «Wings» nichts mit der Relegation zu tun haben, müssen sie nach der Qualifikationsphase Platz sechs belegen. «Diese Rangierungen, verbunden mit der Möglichkeit zu den Playoffs, muss keine Utopie sein. Mir ist aber auch bewusst, dass wir nicht im gleichen Ausmass rotieren respektive wechseln können wie die Liga-Grössen», sagt Trainer Roland Pavloski.

Er weiss, dass er über die dünnste Ersatzbank aller acht Vereine verfügt. Es fehlt ein Schweizer Zweimeter-Mann, sodass die Leistungsträger allesamt sehr viel Spielzeit erhalten werden. Verletzungsbedingte Ausfälle und Foulprobleme werden die «Wings» wohl vor unlösbare Probleme stellen.

Rekord für die Ewigkeit

Die Starwings gehen in ihre zehnte Nationalliga-A-Saison in Folge. Dies ist für einen Deutschschweizer Verein keine Selbstverständlichkeit – und dürfte in der nunmehr 85-jährigen Geschichte des nationalen Basketballs ein Rekord für die Ewigkeit sein. Insofern haben die Starwings, wie immer seit ihrem Aufstieg im Sommer 2005, wenig zu verlieren, aber viel zu gewinnen. Schon damals galten sie als Exoten – und daraus ist eine beständige Grösse in der Elite geworden.