Auch im Basketball sind Siege im Wallis nicht unmöglich. Aber es müsste alles passen, damit die „Wings“ bei einer Equipe, die heuer in den Vorsaison-Prognosen der Romandie – zusammen mit Genf – zum heissesten Titelkandidaten gekürt wurde, gewinnen könnten. Und das war am Samstagabend in einer lauten Halle, wo die einst so heissblütigen (teils nicht sehr fairen) Anhänger wieder „reaktiviert“ worden sind, nicht der Fall.

Sicher, die Mannschaft von Gasttrainer Roland Pavloski „war oft dran“. Nach drei Vierteln stand es 48:44 – und so mussten die letzten zehn Minuten die Entscheidung bringen. Aber es war zu spüren, dass der Sieger nur Monthey heissen konnte. Sie hatten überall ent­scheidende Vorteile. Das Profi-Quartett der Walliser ist substanziell besser, vor allem aus­geglichener und kompakter. Und wenn Monthey-Trainer Niksa Bavcevic, der Vater von Spielmacher Marin, als siebten Mann den Nationalspieler Jonathan Dubas bringen kann, so ist dies – im Vergleich zum Rivalen aus Birsfelden – ein absoluter Luxus.

Den Playmaker ausgeschaltet

Die Starwings lebten, leben und werden wohl sehr von Spielmacher Chris Jones abhängig sein. Das wissen die Rivalen. Und Monthey gelang es, dem so starken Aufbauer, Spielver­teiler und Skorer entscheidend zu reduzieren. Die Walliser nahmen Jones den Weg zum Korb ab, liessen ihn keinen Dreier werden – und dennoch wies der Mann, der letzte Sai­son in der Mongolei so ziemlich alle Rekorde pulverisiert hatte, die beste Evaluation der Birstaler auf.

Bester Skorer war, sehr erfreulich, Octavius Brown. Doch wenn ein 206 Zen­timeter grosser Mann in 31 Minuten nur einen (Offense-)Rebound ergattert und nur zwei von acht Dreiern sowie drei von acht Zweipunktewürfen in den Korb bringt, so ist dies eine absolut ungenügende Performance. Wenn aber Alternativen fehlen… Ein weiteres Pro­blem, das sich schon gegen Union Neuchâtel (58:78) abgezeichnet hat, ist die (Skorer-)Schwäche der Center Darell Vinson (kein Vergleich zu seiner Saison 2014/15 im Starwings-Dress) und Björn Schoo, wobei der Deutsche wegen seiner Verletzung noch einen Fitness-Rückstand aufweist.

Die Bank ist nicht gut genug

Hatte man zu Beginn der Saison 2016/17 das Gefühl, dass das Kader breiter und die Punkteverteilung auf mehr Leute als das Stammquintett verteilt würde, so war dies ein Trugschluss. Schon das stete Stammquintett hat Mühe, eine Partie auf Augenhöhe zu hal­ten. Und weil im heutigen Basketball Einsatzzeiten von 30 und mehr Minuten eigentlich ein Anachronismus sind, folgt mit den ersten Wechsel ein Abfall, der nicht mehr zu korrigieren ist.

Die Starwings müssen nicht in Monthey siegen. Der nächste Rivale heisst Boncourt und war eigentlich als gleichwertiger Widersacher im Kampf um Rang 8 ausgedacht. Nur gewannen die Jurassier am Samstag beim Vize-Meister Union Neuchâtel souverän mit 78:66. Beim gleichen Gegner, der vor einer Woche in Birsfelden souverän aufgetrumpft und mit 78:58 gewonnen hatte… Dies sind keine guten Vorzeichen: umso mehr, als bei Boncourt auch der 6. und 7. Mann Akzente setzt. Und munter skort. Davon sind die Star­wings leider weit entfernt.