Bekanntlich ist im nationalen Eishockey der Tabellenachte nach dem Qualifikationsprogramm in den Playoffs „durchgestartet“ und wurde zuletzt Schweizer Meister. Im beschaulichen Schweizer Basketball wird dies nicht geschehen, denn die Starwings – bei allem Einsatz und Kampfwillen – können den frischgebackenen Cupsieger Fribourg Olympic nur minutenlang ärgern, in einem Match über 40 Minuten maximal als angenehmer Sparringpartner dienen – und sind in einer best-of-five-Serie absolut chancenlos. Etwelche Gedanken, es dem SC Bern gleich zu tun, sind also utopisch.

Spiel 1 dürfte zu einem Spiegelbild von Match 2, welcher am Mittwochabend erneut in der Saanestadt ausgetragen wird, werden. Und auch der dritte Vergleich, am kommenden Sonntag in der Sporthalle Birsfelden, wird mit einem Erfolg des Schweizer Rekordmeisters und Renommierklubs enden. Und ab dem 23. April wird die Saison 2015/16 für das Birstaler Kombinat der Vergangenheit angehören.

Und Cheftrainer Roland Pavloski, der Technikerstab um Pascal Donati und die Vereinsleitung um Präsidentin Gaby Weis dürfen, ja müssen sich einer Aufgabe widmen: Wo gibt es Schweizer Spieler, die sowohl fähig wie auch willens sind, sich der Herausforderung Nationalliga A zu stellen. Denn auf der Ersatzbank der Unterbaselbieter sassen Leute, die (noch?) nicht diesen Anforderungen genügen.

Philippe Sager, letztes Jahr in Aarau in der Nationalliga B spielend, ist von der Intensität und dem Tempo der höchsten Spielklasse überfordert, jedoch willens, stets an sich zu arbeiten. Damit hat es sich, denn der nächstfolgende Akteur (ex-U20-Nationalspieler Alessandro Verga) ist für Trainer Pavloski derzeit kein Thema mehr… weder die allgemeine Einstellung noch die Trainingsleistungen und schon gar nicht der Einsatzwillen sind vorhanden.

So verbleibt das seit Dezember 2015 agierende Quintett mit Spielmacher Lorenza Ross (kein Ballverlust und acht Assists), dem Eigengewächs Branislav Kostic (einem der grossen Entdeckungen der diesjährigen Nationalliga-A-Spielzeit), Teamcaptain Joël Fuchs, Topskorer Murphy Burnatowski und Center Devonte Upson.

Der verletzte Matchblatt-Füller

Diese „Starting Five“ hielt lange Zeit gut mit – nach 30 Minuten stand es erst 68:60, wobei „Sir Murphy“ bis zur Halbzeit mehr Punkte (19) als die restlichen Teamkollegen (18) erzielt hatte. Auch dies ist nur in der Schweiz möglich.

Der erwartete und logische Einbruch kam zu Beginn des vierten Viertels. Innert Minuten zog der Gastgeber auf 77:60 davon. Trainer Petar Aleksic, der zugleich auch als Schweizer Nationalcoach fungiert, hatte stets rotiert und so den Rhythmus hochgehalten.

Nach acht Minuten waren bereits neun Freiburger zum Einsatz gelangt – und Mann Nummer 10 ist der 204 Zentimeter grosse Innerschweizer Stan Leemans, welcher in der Regel mit der  Olympic-„Académie“ in der Nationalliga B spielt. Und im Abstiegs-Entscheidungsspiel gegen den ST Bern gleich 23 Punkte geworfen hatte.

Der 10. Mann bei den „Wings“ ist übrigens Niels Matter – er ist seit Dezember 2015 mit einem Kreuzbandriss ausser Gefecht, figuriert aber symbolisch auf dem Matchblatt, damit der sportlich beste Deutschschweizer Basketball-Klub keine Busse zahlen muss… auch das ist Schweizer Basketball.

Zustände, die alles über diesen ungleichen Vergleich sagen und aufzeigen, dass es für die Starwings ohne (auswärtige) Verstärkungen keine vernünftige Saison 2016/17 geben kann.    

Fribourg Olympic – Starwings 94:69 (50:37)

Saint-Léonard. – 1200 Zuschauer. – SR: Hjartason/Pillet/Balletta.

Fribourg: Wright (14), Kazadi (22), Miljanic (18), Cotture (7), Williamson (17); Molteni (2), Kovac, Fongué (8), Jurkowitz (4), Leemans (2); Damjanovic, Monteiro.

Starwings: Ross (6), Kostic (7), Fuchs (13), Burnatowski (30), Upson (13); Sager; Lutz, Malisanovic, Verga.

Bemerkungen: Fribourg ohne Mbala (verletzt). – Starwings ohne Duspara, Matter (beide verletzt), Wachsmuth (Auslandsaufenthalt) und Pavlovic (Schonung für U19-Match). – Viertelsresultate: 25:19, 25:18 (50:37); 18:23 (68:60) und 26:9 (94:69). – Fouls: Fribourg 15, Starwings 7.