Am 7. Oktober 2018 hatten die Starwings im ersten Meisterschaftsspiel gegen ein dezi­miertes Riviera Vevey (das mit fünf Akteuren durchspielen mussten) mit 59:67 verloren. Es war der erste Vorgeschmack auf weitere acht Partien, welche allesamt mit Niederlagen en­deten. Und teils wenig schmackhafte Basket-Kost brachten – um es milde auszudrücken. Dazu kamen Akteure, die krank/ver­letzt anreisten (Jamal Aytes) oder nicht in Form kom­men wollten (Auston Calhoun) und wieder in die USA zurückkehren mussten. Es gab ei­nen Trainerwechsel von Roland Pav­loski zu Pascal Donati, welcher der arg gebeutelten Equipe im Laufe des Dezember und Janu­ar immerhin einige Siege brachte. Es war ein kleines Zwischenhoch im sonst wolkenbehangenen Starwings-Himmel.

Es gab Zuzüge, die eine Zumutung waren (Ryan Smith), während der Grossteil der natio­nalen Akteure stets bemüht war. Aber mit der Konstanz Mühe bekundete. Diese Inkon­stanz war der ste­te Begleiter der «Sternenadler», bei denen vieles Stückwerk blieb. Und über das Defenseverhalten schweigen wir anstandshalber.

Niemand vermisste Smith

Bei der Dernière fehlte Smith, so dass die Rotation eingeschränkter war und die drei Be­rufsspieler (Justin Mitchell, Nemanja Calasan und Antonio Hester) sehr lange auf dem Spielfeld stehen mussten und zu wenig Atempausen kamen. Hester bewies, dass er ein Mann ist, der Basketball auf einem höheren Niveau als die Schweizer Nationalliga A spie­len kann… auch wenn seine Wurfquoten «durchzogen» sind. Aber er war der einzige Licht­blick. Immerhin.

Von Anfang an gerieten die Gastgeber ins Hintertreffen – drei starke US-Profis und Ro­bert Zinn (ein Deutscher mit Schweizer Lizenz), der nach seinem Wegzug von Tübingen lieber die Ajoie als die Universitätsstadt Basel bevorzugte, genügten, damit der BCB einen siche­ren Sieg einfahren konnte. Aber das Resultat war, rein sportlich, marginal und hatte maxi­mal statistischen Wert.

Alexis Herrmann (26) ist DAS Eigengewächs des BC Boncourt, spielte bereits mit 17 Jah­ren für die «Red Devils» in der Nationalliga A und war Integrations- und Symbolspieler der Jurassier. Vor drei Jahren suchte er die Herausforderung in der Nordwestschweiz – und fand diese, beruflich wie sportlich, bei den «Wings». Jetzt, am gestrigen Mittwochabend, kurz vor 21 Uhr, geht er den Weg zurück. Inzwischen verheiratet, wird er wieder in der Ajoie Wohnsitz nehmen. Und wohl für Boncourt spielen. Mit Herrmann verlieren die Star­wings zwar einen «kleinen» Spieler an Zentimetern (178cm), aber den Teamplayer schlechthin, der bärenstark in der Defense und stets loyal zu Verein und Mitspielern war und eine riesengrosse Lücke hinterlassen wird. Wer diese schliessen kann? Gute Frage.

Schaut man die Bankspieler und den «zweiten Anzug» an, muss man in aller Nüchtern­heit konstatieren, dass diese in der höchsten Liga nichts verloren haben. Dem Klubverantwortl­ichen stehen, so früh wie nie in den letzten 15 Jahren zuvor, einige Monate Zeit, um die Weichen neu zu stellen. Sofern dies überhaupt möglich ist…