Obwohl die letzte Saison für die Starwings bereits am 19. April, mit der Partie beim späteren Meister aus Genf zu Ende gegangen ist und die kommende Spielzeit erst im Oktober beginnen wird, sind die Unterbaselbieter nicht untätig geblieben und planen die Saison 2015/16.

Vor allem Cheftrainer Roland Pavloski (42) befasst sich täglich mit Basketball. Primär checkt er Tausende von ausländischen Profispielern ab, die ihm täglich Agenten aus der ganzen Welt anbieten. Selbst im bescheidenen Gehaltssegment der «Wings» ist das Angebot weit grösser als die Nachfrage. «Die Kunst wird sein, jenes Trio zu finden, das nebst den basketballerischen Qualitäten auch integer ist. So wie in der letzten Saison».

In der Tat sorgten im 2014/15 die vier Amerikaner Kaylon Williams, Riley Luettgerodt, Darell Vinson und A.J. Pacher für Furore. Die günstigsten Profis der Liga wiesen die besten Statistiken auf und wurden Ende Saison allesamt mit «Awards» ausgezeichnet. Die Quintessenz davon ist, dass Vinson vor wenigen Tagen beim FC Mulhouse (Frankreich) in der dritthöchsten Division unterschrieben hat – «und dabei sein Gehalt verdoppeln kann», so Pavloski trocken.

«Rookie» Pacher wird in Belgien hoch gehandelt – 6000 Euros im Monat sind dort als Lohn realistisch. Die Hoffnung der Anhänger, dass zumindest einer oder zwei des beliebten US-Quartetts wieder in Birsfelden spielen würden, «ist nicht realistisch. Wir werden, solange wir nicht mehr Mittel generieren können, stets ein Sprungbrett für Profis bleiben, die sich für eine stärkere, lukrativere Liga empfehlen möchten», so Pavloski.

Obwohl die Suche noch dauert, scheint Pavloski bezüglich der Position des Spielmachers und Centers fündig geworden zu sein. «Zwei junge Amerikaner, die direkt aus dem College kommen. Es ist immer ein Risiko, unerfahrene Akteure, die erstmals in Europa spielen, zu verpflichten. Andererseits sind es ehrgeizige, hungrige Akteure, die weiterkommen wollen», so der Birsfelder.

In der neuen Saison werden nur noch drei ausländische Profispieler, statt vier wie in der letzten Spielzeit, erlaubt sein. Damit gewinnen die Schweizer Akteure an Bedeutung. Und hier beginnen für das Arlesheimer-Birsfelder Kombinat die Probleme. Nach dem Rückzug des BC Alte Kanti Aarau (die Aargauer hätten in die Nationalliga A aufsteigen können) wären einige Kanti-Spieler durchaus interessant für die Starwings. Doch ihre finanziellen Vorstellungen sind surreal. Und weil mit Luzern und Winterthur neu zwei weitere Deutschschweizer Klubs in der NLA spielen werden (ein Novum in der 80-jährigen Geschichte des Schweizer Basketballes), loten Spieler, aus, wo es am meisten abzuholen gibt…

«Wir können uns keine Schweizer Profispieler leisten. Wer zu uns kommt, muss Aus- respektive Weiterbildung, Studium oder Arbeitstelle mit dem Sport vereinbaren. Wir zahlen Spesen, aber kein Gehalt», so Pavloski und Vize-Präsident Pascal Donati, der seit 40 Jahren im Basketball aktiv ist, unisono. Mit Philippe Sager (21, 197cm), ex-Aarau, konnten die Starwings einen jungen Schweizer überzeugen, die Herausforderung anzunehmen. Sager wohnt in Muhen bei Aarau, studiert in Zürich – und wird in Birsfelden spielen. «Genau solche Typen brauchen wir», so Pavloski.

Und weil es heuer keinen Absteiger geben wird, «werden wir weder bei den Profispielern noch bei den Schweizern finanzielle Dummheiten machen. Die Kontinuität und Gesundung des Vereines haben weiterhin Priorität», so die Klubleitung um Präsidentin Gaby Weis.