Titelgewinn
Die Therwil Flyers sind Schweizer Softball-Meister

In der weiblichen Variante des Baseballs haben die Baselbieterinnen einen weiteren Titel geholt

Bojan Stula
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Mentale Stärke: Die Therwilerinnen feiern ausgiebig den entscheidenden 18:15-Sieg gegen die Eagles Luzern.

Mentale Stärke: Die Therwilerinnen feiern ausgiebig den entscheidenden 18:15-Sieg gegen die Eagles Luzern.

Sacha Grossenbacher

Zum elften Mal insgesamt und zum zweiten Mal innert vier Jahren haben die Softballerinnen der Therwil Flyers den Schweizer-Meister-Titel gewonnen. Zum Abschluss einer spannenden Playoff-Finalserie bezwang das Team von Melanie Wanner am Wochenende im entscheidenden fünften Spiel die Luzern Eagles mit 18:15. Die Spielertrainerin im Infield erklärt die Bedeutung dieses jüngsten sportlichen Erfolgs.

Melanie Wanner, herzlichen Glückwunsch zum elften Meistertitel. Wie wichtig ist dieser für Ihr erfolgsverwöhntes Team?

Melanie Wanner: Sehr wichtig. 2014 und 2015 haben wir den Final gegen Luzern verloren. Wenn uns die Eagles zum dritten Mal in Folge bezwungen hätten, hätte sich ein solcher Misserfolg wohl in den Köpfen meiner Spielerinnen festgesetzt. Für das Selbstvertrauen des Teams war der Erfolg darum wegweisend.

Es ist dies jetzt bereits der elfte Schweizer-Meister-Titel der Therwiler Softballerinnen. Was ist das Besondere daran?

Es macht mich unheimlich stolz, welche mentale Stärke meine Spielerinnen bewiesen haben. Wir sind mit einer Niederlage in die Playoff-Finalserie gestartet, danach wogte es hin und her. Auch das letzte Spiel stand auf Messers Schneide. Trotzdem haben die Spielerinnen diesem Druck standgehalten.

Zum sechsten Mal in Folge hiess die Finalpaarung Flyers gegen Eagles. Gibt es keine anderen starken Softballerinnen in der Schweiz?

Ich befürchte tatsächlich, dass die Konkurrenz weit abgeschlagen ist. Wir und die Luzernerinnen haben die Halbfinals in der Sechserliga haushoch dominiert. Mich persönlich freuen ja unsere Erfolge, aber für den Sport in der Schweiz ist diese Dauerdominanz bestimmt nicht gut.

Welchen Aufwand muss man betreiben, um Schweizer Meister im Softball zu werden?

Inzwischen einen sehr hohen. Bei uns im Team spielen zwei Amerikanerinnen mit, bei Luzern auch. Ohne ausländische Verstärkung hätten wir keine Chance auf den Titelgewinn. Auch individuell ist Softball eine technisch und mental sehr anspruchsvolle Sportart. Die Stammspielerinnen in Therwil trainieren regelmässig dreimal pro Woche, selbstverständlich ohne Entschädigung, und für den Europacup müssen wir eine Woche Ferien dran geben. 2017 können wir übrigens erstmals den Meistercup im A-Pool bestreiten. Vor drei Jahren sind wir zwar in die höchste Europacup-Liga aufgestiegen, durften aber daran nicht teilnehmen, weil die Luzernerinnen Meister wurden. Das wird bestimmt ein Höhepunkt der Vereinsgeschichte.

Wie lange werden sich die Flyers im Softball an der nationalen Spitze behaupten können?

Momentan sieht es sehr gut aus. Alle unsere Leistungsträgerinnen sind Mitte 20 und können noch problemlos zehn Jahre weiterspielen. Wir müssen bloss darauf achten, dass wir die Lücke zwischen 15 und 20 schliessen können. Wir haben zwar in Therwil sehr viele Junioren, doch für die Mädchen im Juniorenteam ist es manchmal schwierig, sich dort zu behaupten. Wir werden allerdings mit drei 15-jährigen Talenten in die kommende Wintermeisterschaft starten, was mich sehr zuversichtlich stimmt.

Wie schwierig ist es für die Softball-Abteilung, sich innerhalb des eigenen Vereins zu behaupten? Der Fokus liegt ja auf dem Baseball.

Inzwischen geniessen wir eine sehr gute Akzeptanz und werden gleich wie die Baseball-NLA-Mannschaft behandelt. Wir können die gleiche Anzahl ausländische Verstärkungen verpflichten und erhalten gleich viel Trainingszeit zugesprochen. Unterdessen sind die Flyers-Männer auch vermehrt an unseren Spielen als Zuschauer anzutreffen, was uns sehr freut.