Ein 6:1 im Fussball lässt keinen Interpretationsspielraum zu, ob die richtige Mannschaft gewonnen hat. Entsprechend deutlich war Alain Burger bei seiner Analyse: «Gratulation an den FC Allschwil. Sie waren sofort im Spiel, während wir die Zweikämpfe nicht angenommen haben. Zudem war unsere Passqualität mangelhaft – wir konnten die Bälle nicht halten.» Dennoch merkte der Teamchef des SC Binningen zu Recht an, dass es eine Phase gab, «in der wir wieder drin waren».

Burger meinte die Ereignisse nach der 51. Minute. Zuerst wehrte Binningens Goalie Armend Jusufi einen Foulpenalty Nico Lommas ab und im Gegenzug schenkte Allschwils Keeper Fabio Scheibler Francesco Biafora einen Treffer, weil er an einer Cornerflanke vorbeigriff. Statt 3:0 hiess es nur noch 2:1. Die Zuschauer fühlten sich an das letzte Aufeinandertreffen der beiden Teams erinnert. Im März waren die Allschwiler nach dem Anschluss der Binninger auseinandergefallen und hatten die Partie noch 2:3 verloren. «Fussball ist Kopfsache. Wir sind mittlerweile mental viel weiter und haben diesmal unser Spiel ruhig weiter gespielt», konstatierte Sohail Bamassy.

Power bis zur letzten Minute

Der FCA-Trainer sah im Anschluss, wie Jonas Käser mit seinem neunten Tor in den letzten drei Partien den Match per Penalty entschied (58.). Gegen zehn Gäste – Oumar Kondé musste wegen seines Fouls an Käser mit Gelb-Rot vom Platz – legten die Allschwiler weiterhin den Vorwärtsgang ein und unterhielten ihr Publikum. «Ich will nicht, dass wir aufhören Fussball zu spielen. Egal wie das Spiel steht: Jede gute Aktion und jedes Tor stärken unser Selbstvertrauen für kommende Aufgaben», erklärte Bamassy seine Philosophie.

Stärkste Offensive der Liga

Die Tormaschinerie produzierte noch drei weitere Stück, die Blauroten sind nun mit 31 Treffern das offensivstärkste Team aller sechs interregionalen 2.-Liga-Gruppen. Mit entsprechend viel Selbstvertrauen können die Allschwiler am nächsten Samstag versuchen, in Dornach die beste Abwehr zu knacken. «Ein Spitzenspiel mit zwei Mannschaften aus der Region gab es auf diesem Niveau schon lange nicht mehr», sagt Sohail Bamassy voller Vorfreude und wagt eine Prognose: «Mit der besten Offensive gewinnt man Spiele, mit der besten Defensive steht man am Ende einer Saison ganz oben. Wenn es so kommen sollte, könnten sicher auch die Dornacher damit gut leben.»

Beim SC Binningen hingegen gilt es, den Abstand zur Abstiegszone zu vergrössern. «Wir müssen die Dinge, die in Allschwil schiefgelaufen sind, ansprechen und dann die Partie abhaken», fordert Alain Burger. Denn mit Beringen und Dardania trifft man nun auf zwei Teams, die hinter den Binningern klassiert sind. Der SCB-Teamchef spricht entsprechend von «Sechs-Punkte-Spielen» und misst ihnen grösste Bedeutung für den restlichen Saisonverlauf zu: «Wenn wir zweimal gewinnen, können wir uns wieder
in Richtung Tabellenmittelfeld orientieren.»