Wiler-Ersigen hat sich am Wochenende den neunten NLA-Meistertitel in elf Jahren geholt. Zum siebten Mal mit dabei war Patrick Mendelin, der als zweitbester Torschütze in den Playoffs erheblichen Anteil am Erfolg von Wiler hatte. Im letzten Finalspiel gegen die Tigers Langnau erzielte der Stürmer das wegweisende 2:1. «Klar habe ich mich über dieses Tor gefreut. Es ist toll, wenn man in einem entscheidenden Moment trifft. Am Ende war es aber ein Sieg des Teams, denn allein kann man nicht gewinnen», so Mendelin.

Erfolgreicher Führungsspieler

Die Rolle des Leaders, der in den wichtigen Situationen auf dem Feld steht und die Entscheidung herbeiführen kann. Dies ist die Rolle, in der sich Mendelin sieht und für die er hart arbeitet. Es ist aber auch die Rolle, die der Basler letzte Saison unter Trainer Heikki Luukkonnen nicht mehr inne hatte. Beim Finnen war der Stürmer in Ungnade gefallen, durfte nur noch in der defensiv ausgerichteten dritten Linie auflaufen. Zu wenig für den ehrgeizigen Mendelin. Also zog er die Reissleine und verliess den Verein. Doch als Serienmeister Wiler-Ersigen bereits im Playoff-Viertelfinal scheiterte, wurde der Mann an der Bande ausgewechselt.

Johan Schönbeck übernahm und der holte Patrick Mendelin zurück. Der Basler erhielt das nötige Vertrauen und bedankte sich mit starken Auftritten. «Es war schön, dass ich die ganze Saison über zeigen konnte, dass ich auch in den letzten beiden Jahren eine andere Rolle hätte übernehmen können. Es war die Bestätigung, dass meine Entscheidung, zurückzukehren, richtig war», so Mendelin.

WM-Teilnahme ist das Ziel

Mit seinen guten Leistungen hat sich der Basler auch wieder in den Kreis der Nationalmannschaft gespielt, mit der er 2008 WM-Bronze gewann. Nach zwei verpassten Titelkämpfen (2010 war er verletzt, 2012 wurde er nicht selektioniert) will Patrick Mendelin im Herbst wieder an die WM. «Ich werde im Sommer so hart wie möglich trainieren und hoffe, dass es reicht. Wo ich im Moment stehe, kann ich nur schwer abschätzen, da der Trainer nicht allzu viel mit den Spielern kommuniziert. Fürs nächste Turnier wurde ich aber aufgeboten, was sicher kein schlechtes Zeichen ist.»

Obwohl Patrick Mendelin mit dem Meistertitel, 37 erzielten Toren und der Rückkehr ins Nationalteam eine starke Saison gezeigt hat, sieht er noch Verbesserungspotenzial. Vor allem was die Planung betrifft. «Ich habe gemerkt, dass ich mit meiner 100-Prozent-Stelle und dem Unihockey ziemlich am Anschlag gelaufen bin.» Kein Wunder, denn Unihockey besteht für Mendelin nicht nur aus seinem Engagement für Wiler-Ersigen, das vier bis fünf Trainings pro Woche und die Meisterschaftsspiele umfasst, sondern auch noch aus dem Amt des Sportchef des Dachvereins Basel Regio. «In der letzten Saison war ich zudem fast noch Trainer der U21 und der ersten Männermannschaft von Basel Regio. Das muss ich ändern. Ich möchte primär als Sportchef arbeiten, damit ich mehr Zeit habe, um selber zu trainieren.» Man darf also gespannt sein, wie stark Patrick Mendelin aufspielen wird, wenn er noch mehr Zeit zum Trainieren findet.