Tennis
Die unkomplizierteste Spielerin? Klar Belinda Bencic!

Belinda Bencic nahm überraschend an einem Tennisturnier in Allschwil teil. Dabei brauchte sie nur 54 Minuten, um sich im Finale gegen Alyona Sotnikova durchzusetzen und die erste Ausgabe des CorpoSana Indoors Basel zu gewinnen.

Alan Heckel
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Siegerin Belinda Bencic (l.) und Alyona Sotnikova
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Turnierorganisator und Gewinnerin; Dennis Dambach und Belinda Bencic.
Gut besuchte Tennishalle Sportcenter Paradies in Allschwil.
Tennisturnier Allschwil mit Belinda Bencic, CorpoSana Indoors Basel
Siegerin Belinda Bencic.
Hatte im Final keine Chance: Alyona Sotnikova.

Siegerin Belinda Bencic (l.) und Alyona Sotnikova

Uwe Zinke

Dass die 17-Jährige im Allschwiler Tenniscenter „Paradies“ triumphierte, überrascht nicht, war sie doch die haushohe Favoritin. In der aktuellen WTA-Rangliste ist die Flawilerin über 300 Ränge vor ihrer Endspielgegnerin klassiert. Die eigentliche Überraschung, ja kleine Sensation, war die Teilnahme Bencics am Turnier, das die Maturarbeit von Dennis Dambach ist.

Warum nicht einfach Belinda Bencic einladen?

Als die Nummer 34 der Weltrangliste Anfang vorletzer Woche am Australian Open überraschend in der ersten Runde ausschied, „dachte ich eher scherzhaft, dass es toll wäre, wenn sie an meinem Turnier spielen würde“, erinnert sich der Münchensteiner. Weil Bencics Sparringpartner Janosch Kränzle ein guter Kollege des Gymnasiasten ist, liess er über seinen Kumpel eine lose Anfrage platzieren. „Als ich plötzlich eine Zusage erhielt, konnte ich es gar nicht glauben!“

Dambach, der in Liestal das Sportgymnasium besucht, gesteht, dass ihn vor dem Besuch der momentan besten Schweizer Tennisspielerin leichte Zweifel überkamen: „Ich fragte mich, ob ich mit ihr zurechtkommen würde.“ Umso glücklicher war der Organisator, als er Belinda Bencic als Allüren-freie Person kennenlernte. „Sie war total normal, die unkomplizierteste Spielerin des ganzen Turniers!“

Dass der Gymnasiast die Organisation eines Tennisturniers letzten Frühling als Thema seiner Maturarbeit gewählt hat, erklärt er damit, dass er "nichts Theoretisches machen", sondern selber kreativ sein wollte. Dambach, der an der Swiss Tennis Academy in Biel trainiert, musste nicht lange überlegen: „Es war schon immer ein Traum von mir, ein Turnier auf die Beine zu stellen.“

Schritt für Schritt zum Turnierdirektor

Als Austragungsort wählte er das „Paradies“ in Allschwil, „weil es das schönste Zentrum mit der besten Infrastruktur ist“. Er fand eine Lücke im Turnierkalender und bekam im Oktober das Okay für die Halle. Was danach folgte, beschreibt der 19-Jährige als „sehr intensive Zeit. Ich habe mich Tag und Nacht ins Zeug gelegt.“ Er sprach mit Sponsoren, stand mit dem Verband in Kontakt, organisierte das Preisgeld und bewarb den Anlass. Das Teilnehmerfeld wuchs und wuchs und der Teenager sah sich mit immer neuen Herausforderungen konfrontiert. „Plötzlich wollten sogar die Medien etwas von mir“, staunt er.

Nach dem Ende des CorpoSana Indoors ist Dennis Dambach froh, dass alles gut über die Bühne gegangen ist. Ob es im nächsten Jahr eine zweite Ausgabe geben wird, kann er noch nicht beantworten. „Ich werde mir aber in nächster Zeit Gedanken darüber machen.“ Eines ist aber sicher, auf ein frühes Out Bencics am Australian Open 2016 wird er nicht hoffen. Im Gegenteil: „Ich hoffe, Belinda gewinnt bald ein Grand-Slam-Turnier. Dann ich sagen: Das ist die Siegerin meines ersten Turniers!"