Fussball
Die US Olympia ist auf dem Höhepunkt ihrer Klubgeschichte angekommen

Nach Aesch und Oberwil hat auch die einst von italienischen Migranten gegründete US Olympia den Aufstieg in die 2. Liga geschafft. Dass der Aufstieg bereits diese Saison geklappt hat, ist für die Verantwortlichen eine spezielle Sache.

Nicolas Bieri
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Der frühere 1.-Liga-Spieler Dario Cosic jubelt im Team der US Olympia.

Der frühere 1.-Liga-Spieler Dario Cosic jubelt im Team der US Olympia.

Roman Aeschbach

51 Jahre lang kickten die Mannen der US Olympia 1963 im Dickicht des regionalen Fussballgeschehens, ehe sie nun zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den Aufstieg in die höchste regionale Liga realisieren konnten. Die Unione Sportiva Olympia Basel wurde einst von italienischen Migranten gegründet und zählt heute zu den grössten ausländischen Vereinen der Deutschschweiz.

Das Flaggschiff bildet die erste Mannschaft, die auf diese Saison hin mächtig verstärkt zum Angriff blies. Gleich mehrere Spieler mit 1.-Liga-Erfahrung wie Dario Cosic oder Almedin Ahmetovic stiessen zum Team, weitere Hochkaräter folgten.

Hoher Spassfaktor – aber kein Geld

An der Linie steht kein geringerer als der Ex-Super-League-Profi Oscar Tato. Wer als Drittligist solche Namen in seinen Reihen wissen möchte, braucht gute, meist finanzielle, Argumente. Doch Tato wiegelt ab: «Unsere Argumente waren eine gute Truppe mit hohem Spassfaktor, ein Masseur, der sich um die Spieler kümmert und ordentliches Trainingsmaterial – mehr nicht». Geld habe der Verein zu wenig, um damit Spieler bezahlen zu können.

Mit dieser neuen Qualität setzte man sich zum Ziel, so lange wie möglich vorne mitspielen zu können. Vom Aufstieg war vorerst noch keine Rede: «Wir wollten voll angreifen. Dass es aber bereits beim ersten Anlauf geklappt hat, ist schon speziell», sagt Tato. Lange sah es nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem SV Sissach aus, der nach der Rückrunde noch an der Tabellenspitze stand. «Während Sissach immer mehr Punkte verschenkte konnten wir unser Ding durchziehen», freut sich Tato und attestiert seiner Mannschaft «etwas bessere Nerven» als den Oberbaselbietern.

Klassenerhalt als Saisonziel

Was die kommende Saison betrifft, stapelt man erst einmal tief und gibt den Klassenerhalt als erklärtes Ziel an. «Zuerst müssen wir mal oben bleiben, dann schauen wir von Saison zu Saison, was die neuen Ziele sind», sagt Tato. Dass sein Team auch eine Liga höher bestehen kann, daran zweifelt er keine Sekunde: «Die Qualität haben wir ganz bestimmt. Die Frage ist nur, für wie lange», sagt Tato und spricht damit die Fitness seiner leicht überalterten Mannschaft an.

Entsprechend wolle er darauf in der Vorbereitung besonders Wert legen und vielleicht noch den einen oder anderen jungen Akteur verpflichten. Ob dafür Argumente wie ordentliches Trainingsmaterial oder ein Masseur immer noch ziehen, ist jedoch fraglich. Das weiss auch Tato: «Wenn uns ein ehemaliger Erstligaspieler sagt, er könne nur zweimal trainieren, dann ist das eben für uns eben auch in Ordnung.»

Erst wird bei der US Olympia aber kräftig gefeiert. Nach der Kür am kommenden Samstag gegen den FC Lausen hat der Vorstand zum Fest eingeladen. Was genau ansteht, das weiss auch Trainer Oscar Tato noch nicht: «Der Verein wird uns überraschen.»