FC Basel
Die vielen Fragezeichen beim FC Basel vor dem Spiel gegen den FC Lugano

Der FC Basel empfängt am Sonntag um 16 Uhr den FC Lugano. Im Hinspiel Ende September offenbarte der FCB fundamentale Probleme. Daraus, glaubt Marcel Koller, hat seine Mannschaft gelernt.

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Vor dem Spiel gegen den FC Lugano stellen sich Marcel Koller nicht nur personelle Fragen.

Vor dem Spiel gegen den FC Lugano stellen sich Marcel Koller nicht nur personelle Fragen.

Keystone

Schön? Nein, das sind die Erinnerungen beim FC Basel an das letzte Aufeinandertreffen mit dem FC Lugano definitiv nicht. Als man Ende September ins Tessin gefahren war, lief anfangs alles nach Plan. Bereits nach 9 Minuten schoss Luca Zuffi den FCB in Führung. Kurz nach der Pause erhöhte Albian Ajeti auf 2:0. Eine Führung, die ein FCB in Bestform nie mehr aus der Hand geben würde.

Aber der FCB präsentierte sich damals und auch heute noch nicht in Bestform. Statt den Vorsprung über die Zeit zu bringen, kassierte der FCB kurz nach Ajetis Tor den Anschluss und in der 82. Minute das 2:2. Statt drei Punkte zu gewinnen, verlor der FCB im Tessin zwei, und Marcel Koller auch die Lust, irgendetwas schön zu reden.

Auch Kuzmanovic verletzt, Hansen wieder im Training

«Alles klar?», fragt Zdravko Kuzmanovic, als er das Kilometerwäägli gemeinsam mit Samuele Campo hinunter joggt und sich die Wege kreuzen. Die Gegenfrage muss nicht gestellt werden. Denn wer mit dem langzeitverletzten Campo joggt, während die Mannschaft ihr Training auf dem Platz absolviert, bei dem kann nicht alles klar sein. Sein Trainer Marcel Koller klärt später auf: «Er hat im Training seine Wade gespürt und wie sich herausgestellt hat, hat er eine kleine Verletzung. Er befindet sich im Moment im Aufbau.» Gleiches gilt für Campo, für den die Hinrunde gelaufen ist. Wann Carlos Zambrano wieder fit sein wird, zeichnet sich noch nicht ab. Er absolviert zwar Läufe, «wir müssen aber abklären, wann er den nächsten Schritt machen kann.» Diese Abklärung sollte in den nächsten Tagen getroffen werden. Auf dem Weg der Besserung befindet sich auch Marek Suchy, die Hinrunde ist aber auch für den Captain gelaufen. Wieder im Mannschaftstraining ist dafür Martin Hansen. Er hatte zuletzt muskuläre Probleme.

Der FCB-Trainer übte nach dem Spiel fundamentale Kritik. Von fehlender Klasse über eine ungenügende Physis bis hin zu mangelnder Leadership zählte er seine Mannschaft auf allen Ebenen an. «Wir haben spielerische Qualitäten, aber wir können es nicht über 90 Minuten spielen», so einer seiner Sätze nach dem 2:2.

Am Sonntag, fünf Wochen nach diesem ernüchternden und die Kern-Probleme dieser Mannschaft offenbarenden Unentschieden im Tessin, kommt es nun zum Rückspiel. Der FC Lugano gastiert im Joggeli. Am Freitagmittag erinnert sich Marcel Koller an sein erstes Aufeinandertreffen mit den Ticinesi und sagt: «Wir haben dort schöne Tore geschossen, haben die Führung schön heraus gespielt. Dann haben wir nachgegeben und Lugano hat durch das Anschlusstor Auftrieb bekommen. Das war für uns eine gute Erfahrung, die wir dort machen mussten oder durften. Entsprechend können wir es am Sonntag jetzt besser umsetzen.»

Ohne drei Fix-Starter im Freitagstraining

Welche Mannschaft beweisen soll, dass die Lehren aus dem ersten Duell mit Lugano gezogen worden sind, wollte Koller nicht verraten. Es sei «noch offen», ob und wie viele Wechsel es im Vergleich mit den letzten beiden Spielen geben wird. Gegen GC und Winterthur hatte Koller der exakt gleichen Elf vertraut. Am Freitag trainierten davon drei Spieler - Kevin Bua, Eray Cömert und Eder Balanta - separat. Ihr Einsatz am Wochenende ist noch nicht gesichert. «Wir warten das Abschlusstraining ab und entscheiden dann am Sonntagmorgen. Aber schon am Samstag werden wir mehr Rückschlüsse haben, wer allenfalls vom Spiel am Mittwoch noch müde ist und wo wir an eine Veränderung denken müssen», so Koller.

Sicher wieder fit genug ist Valentin Stocker. In Winterthur konnte er nach über zwei Monaten sein Comeback feiern. «Er könnte von Anfang an spielen, ja. Ob es dann aber für 90 Minuten reicht, müssen wir schauen.»

Nicht nur an der Personal-Front präsentieren sich viele Fragezeichen. Das Spiel gegen Lugano ist ein Spiel voller offener Fragen. Was hat der FCB aus dem Hinspiel wirklich gelernt? Hat er einen Reife-Prozess durchlaufen? War das 3:1 gegen GC der Anfang eines Aufwärtstrends in der Liga? Und können die Basler nach dem 1:0 gegen Winterthur endlich wieder öfters zu Null spielen? Oder ist der uninspirierte, fade Auftritt im Cup-Achtelfinal vom Mittwoch das wahre Gesicht des FCB Ausgabe 2018/2019? Ist ein 2:2 gegen Lugano die neue Realität? Ebenso wie das 1:1 im letzten Heimspiel gegen Aufsteiger Xamax?

Das Duell am Sonntag wird Antworten liefern. Und wenn nicht solche zu den Grundsatzfragen rund um den Klub, dann zumindest zur personellen Situation.