Handball

Die Vorzeichen für den Klassenerhalt stehen schlecht

Basel Regio mit Sarah Baumgartner (Mitte) wollen sich gegen Stans behaupten.

Basel Regio mit Sarah Baumgartner (Mitte) wollen sich gegen Stans behaupten.

Nach einer bis hierhin verkorksten Saison beginnt für Basel Regio heute Abend auswärts gegen Stans die Auf-/Abstiegsrunde. Im letzten Herbst wurde noch ein Platz unter den ersten vier angestrebt, nun kämpfen die Baslerinnen um den Klassenerhalt.

Das Frauen-NLA-Team hatte letzten Herbst eine schwierige Phase durchzustehen. Es beendete die Hauptrunde mit nur gerade sechs Punkten aus 14 Spielen auf dem zweitletzten Platz. Damit ist der letztjährige Cupfinalist deutlich unter seinen Erwartungen geblieben. Denn ein vierter Platz hätte es werden sollen: «Es ist sehr viel passiert. Man hat Team-Manager Peter Sammarchi entlassen, da er Dinge getan hat, die für den Verein und mich nicht mehr tragbar waren», bilanziert Basel-Trainer Thomas Mathys. Diese Entlassung hatte drastische Auswirkungen auf die Mannschaft: «Viele Spielerinnen sind weggegangen, weil sie in Abhängigkeit zu ihm standen. Zwei weitere unzufriedene Spielerinnen haben über die Weihnachtstage den Verein verlassen. Daher ist der Kader nur noch halb so gross wie zu Beginn der Saison und fast alle Verstärkungen haben den Verein verlassen – die Qualität fehlt», so Mathys.

Lichtblick: Europacup

Diese Saison bekommt der Trainer die Schnelllebigkeit des Handballsports zu spüren: «Als wir im letzten Jahr mit praktisch den gleichen Spielerinnen wie heute in den Cupfinal vorgestossen sind, jubelten uns alle zu. Zwei, drei Monate später wird plötzlich alles schlechtgeredet. Es ist schade, dass man im Hobbysport auf der persönlichen Schiene gemobbt wird.» Trotz der misslichen Situation gab es einen Lichtblick. Das Team ist immer noch im Europacup vertreten und spielt Anfang Februar gegen Union Mios Biganos-Begles aus Frankreich. Da dürften die Baslerinnen aber ohne Chance sein, denn die Französinnen verfügen über einige französische und brasilianische Nationalspielerinnen in ihren Reihen

Angeschlagene Spielerinnen

Die Dreifachbelastung zu Beginn der Saison soll allerdings nicht als Entschuldigung gelten: «Im Cup war im Sechzehntelfinal gegen das Unterklassige Malters Schluss und im Europacup haben wir nur zwei Spiele bestritten», bekräftigt der Coach. Mit den beiden Siegen gegen Prishtina konnte das junge Team Erfahrungen sammeln und sich für das frühe Ausscheiden im Cup rehabilitieren. Obwohl die hohe Belastung nicht als Ausrede gelten soll, hat Mathys viele angeschlagene und verletzte Spielerinnen zu beklagen: «Wir haben mit Stephanie Mathys und Dervisaj Flaka zwei Langzeitverletzte und andere, die sich mit kleineren Blessuren herumschlagen, diese aber mangels Kaderbreite nicht auskurieren können. Damit laufen sie Gefahr, die Verletzung zu verschleppen oder zu verschlimmern.» Deshalb kann Mathys nicht aus dem Vollen schöpfen.

Das Beste herausholen

Auch die Vorbereitung auf die beginnende Abstiegsrunde verlief alles andere als optimal. Nur drei Wochen blieben Mathys, um seine Mannschaft auf die kommenden Spiele gegen GC, Uster und Stans vorzubereiten. Hinzu kommt, dass die Juniorinnen-Nationalmannschaften einige Spielerinnen aufgeboten haben. Somit ist klar: «Der Klassenerhalt ist nur über eine gute und geschlossene Teamleistung möglich. Die Chancen stehen bei 50 Prozent. Wir müssen mit einem beherzten Auftritt, einem schnellen Spiel und einer kompakten Abwehr überzeugen. Wir sind auf den Hexenkessel in der Innerschweiz vorbereitet und wollen über den Kampf ins Spiel finden.»

Nun gilt es, das Beste aus der Situation zu machen und gegen Stans selbstbewusst zu starten. Ein Abstieg wäre gemäss Mathys aber auch kein Beinbruch. Die Frage stelle sich, ob es überhaupt Sinn mache, mit dem jetzigen Kader in der obersten Liga zu spielen. Doch wer weiss, vielleicht straft das Team den Trainer Lügen?

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