Rad
Die Weltmeisterin ist eine Klasse für sich

Emma Pooley aus England wird ihrer Reputation gerecht und gewinnt den GP Oberbaselbiet in Zunzgen. Die zweite des Giro d'Italia ist auf dem besten Weg, sich für die WM in Höchstform zu bringen.

ULRICH FLURI
Merken
Drucken
Teilen
Emma Pooley gewinnt GP Oberbaselbiet
4 Bilder
Pascale Schnider (links) und Daniela Gass
Siegerin Emma Pooley
Das Podest mit Pooley (m), Gass (l) und Schnider

Emma Pooley gewinnt GP Oberbaselbiet

Die internationale Elite der Frauen sorgte in Zunzgen ein weiteres Mal für Nervenkitzel und Spektakel. Zwei Weltmeisterinnen, vier Schweizermeisterinnen und einige Topfahrerinnen aus dem Ausland prägten bei schwülwarmem Wetter auf dem achtmal zu befahrenden, 7,9Kilometer langen Parcours rund um den Sissacher Ebenrain das Renngeschehen an der Spitze. Unangefochtene Protagonistin war indes die Engländerin Emma Pooley. Die Zweite des diesjährigen Giro d’Italia hat sich nach einem Schlüsselbeinbruch rasch erholt und ist auf dem besten Weg, sich für die WM vom September in Kopenhagen in Höchstform zu bringen. «Ich will mir beweisen, dass ich auf einer anspruchsvollen Strecke gegen starke Konkurrenz bestehen kann», so die Zielsetzung der zierlichen Fahrerin aus dem Team Garmin-Cérvelo.

Das ist der an der ETH Zürich studierenden Doktorandin eindrücklich gelungen. Pooley fackelte nicht lange und sprengte bereits eingangs der dritten Runde in einer der vielen Steigungen die hochkarätige Spitzengruppe. In der Folge neutralisierten sich die Verfolgerinnen als Mannschaften gegenseitig, sodass Pooley bis ins Ziel einen Vorsprung von 4:06 Minuten herausfahren konnte. «Ich habe mich in diesem toll organisierten Rennen super gefühlt, wollte es aber niemals auf einen Endspurt ankommen lassen», gab die Siegerin zu Protokoll. Derweil haderte die zurzeit stärkste Schweizer Strassenfahrerin Pascale Schnider als Zweitplatzierte etwas mit der schwachen Unterstützung ihrer Teamkollegin Daniela Gass, die aber als Dritte immerhin die höher kotierte Nicole Cooke noch im Spurt schlagen konnte.

Das Juniorenrennen war von der Dramaturgie her das Spannendste des Tages. Lukas Gerber aus Böckten, ein Talent aus dem RRZ goldwurst.ch Nordwest liess seine stärksten Widersacher an der Spitze des grossen Feldes sich gegenseitig aufreiben. Derweil fuhr der 18-jährige KV-Lehrling bis in die zehnte und letzte Runde immer in sicherer Distanz auf Abwarten, um dann mit einem fulminanten Antritt seine Stärke am Berg unwiderstehlich auszuspielen. Sein Vorsprung im Ziel: 4 Sekunden – eine taktisch reife Leistung des einheimischen Siegers.