Fussball
Die zweite Garde macht Werbung in eigener Sache

Der FCB gewinnt im Schweizer Cup beim FC Chiasso mit einer auf fast allen Positionen veränderten Mannschaft 4:1. Für Trainer Murat Yakin ist es der vierte Sieg in Folge. Der souveräne Auftritt hat gezeigt: Der zweite Anzug der Mannschaft sitzt.

Sebastian Wendel, Chiasso
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Spielte von Beginn weg: Jacques Zoua (rechts) dankte es mit zwei Treffern.KARL MATHIS/Keystone

Spielte von Beginn weg: Jacques Zoua (rechts) dankte es mit zwei Treffern.KARL MATHIS/Keystone

Es war keine dieser Partien, an die man sich im FC Basel am Saisonende besonders erinnern wird. Es gab keine Überraschung, keine Aufregung, es wurde nie eng: Souverän hat man Chiasso, den Drittletzten der Challenge League, mit 4:1 besiegt und steht im Achtelfinal des Schweizer Cups. Am 9. Dezember reist das Team von Murat Yakin erneut ins Tessin, diesmal zum Challenge-League-Letzten Locarno.

Zoua mit zwei Toren

Er wird sich in einigen Monaten wahrscheinlich nicht mehr an jedes Detail erinnern, dennoch brachte der gestrige Auftritt dem Trainer eine wichtige Erkenntnis für die Zukunft: Der zweite Anzug sitzt. Yakin hat drei Tage nach dem 1:0 in der Europa League gegen Videoton nur gerade drei Spieler in der Anfangsformation belassen, acht neue durften sich beweisen. Vailati im Tor, Sauro, Ajeti und Park in der Abwehr, eine Reihe weiter vorne Salah, Fabian Frei und Yapi, im Sturm ersetzte Jacques Zoua Streller. Der Captain blieb genauso in Basel wie Stammgoalie Sommer, Verteidiger Dragovic und die angeschlagenen Stocker und Alex Frei. Die Neuen machten ihren Job so, wie es ihr Chef verlangt hatte. «Auch mit den sogenannten Ersatzspielern nimmt das neue System langsam Formen an», sagte Yakin.

Unter der Woche hatte der Coach den Kameruner Zoua für seinen Trainingsfleiss gelobt und dessen Einsatz im Tessin angekündigt. Der 21-Jährige, der im Sommer 2009 als hochgepriesenes Talent in die Schweiz gekommen war, in den letzten Monaten jedoch stagnierte, nutzte die Chance und traf doppelt. In der 19. Minute hielt er sich bei einem Eckball einen Chiassese vom Leib und nickte zum 2:0 ein, in der 65. Minute sorgte er nach einem Abpraller für das 3:1 und die Siegsicherung. «Ich gebe immer alles, um zu spielen», sagte er nach dem Schlusspfiff, «die letzten Wochen waren schwierig, weil ich kaum zum Einsatz kam. Darum freuen mich die zwei Tore besonders.»

Auch der Ägypter Mohamed Salah betrieb mächtig Eigenwerbung. Es lief noch die erste Spielminute, als er dank seiner beeindruckenden Schnelligkeit entwischte und punktgenau auf Fabian Frei flankte. Der krönte den Traumstart mit einem herrlichen Volleyschuss ins Netz. Salah war auch Vorbereiter des 4:1, als er seinen Schuss von Chiasso-Goalie Capelletti abgewehrt sah, Diaz dann aber zum Schlussresultat erben konnte.

Ein Acker im Comunale

Die frühe Führung passte perfekt in den Plan des Cup-Titelverteidigers. Auf dem tiefen und nassen Rasen hätte eine lange Pattsituation einen noch grösseren Kräfteverschleiss und, wie es auch Fabian Frei sagt, womöglich eine Sensation zur Folge gehabt. «Ab der zweiten Halbzeit bestimmte nur noch der Zufall. Spielerisch ging gar nichts mehr.» Gut für den FCB, dass er da seine einzige Schwächephase bereits hatte. Kurz vor der Pause traf Chiassos Pimenta im Anschluss an einen Basler Eckball zum 1:2 – schmuck, wie der Portugiese den Ball über Vailati ins Tor lupfte.

Bereits am Tag zuvor war der FCB angereist und simulierte auf einem ähnlichen Platz wie im Comunale die Abläufe, wie sie auf einem Acker gefragt sind. «Die Spieler sind Profis und müssen damit umgehen können», sagte Yakin. Das taten sie und sorgten für den vierten Basler Sieg in Folge.