FC Basel

Dieses Unentschieden schmerzt doppelt

Champions League-Stimmung im St. Jakobpark beim ersten Gruppenspiel gegen Ludogorets.

Champions League-Stimmung im St. Jakobpark beim ersten Gruppenspiel gegen Ludogorets.

Schweizer Fussball quo vadis? Sebastian Wendel kommentiert, weshalb der Fussball-Dienstag aus Schweizer Sicht in doppelter Hinsicht unglücklich verlief und was die Folgen dessen sein könnten.

Heimspiel gegen Ludogorets Rasgrad: Die auf dem Papier einfachste Aufgabe in der Gruppenphase stellte sich dem FCB gleich zu Beginn. Nach dem unnötigen Unentschieden lässt sich festhalten: Es wäre wohl besser gewesen, gegen Arsenal oder Paris St. Germain zu starten. Gegen eine Mannschaft also, gegen die Basel nichts zu verlieren hat. So aber musste die Umstellung von Super League auf Champions League auf Anhieb klappen. Von der Liga, in der Rot-Blau in den ersten sieben Spielen teilweise unterfordert war. Auf die Königsklasse, in der Basel an die Grenzen gehen muss, um Punkte zu gewinnen – auch gegen den bulgarischen Meister.

Das Spiel gegen Ludogorets hatte nämlich bereits vorentscheidenden Charakter: In einer logischen Welt holt der FCB in der Gruppe A nur gegen die Bulgaren Punkte. Punkte, um das Minimalziel Rang 3 zu erreichen. Geht man davon aus, dass sowohl Basel als auch Ludogorets gegen Arsenal und Paris keine Punkte holen, hat es der FCB gestern verpasst, sich einen Vorteil gegenüber den Bulgaren zu verschaffen. Im Auswärtsspiel braucht es wohl einen Sieg, um gute Chancen auf Rang 3 zu haben.

Die gestrige Partie hatte auch auf langfristige Sicht grosse Bedeutung: Auf die Saison 2018/19 hin hat die Uefa die Champions League reformiert. Mit bitteren Folgen für kleine Ligen wie die Super League: Künftig haben nur noch die Top 10 des Länderrankings einen Platz in der Königsklasse auf sicher. Die Schweiz liegt aktuell auf Rang 12 und muss in dieser und in der kommenden Saison mächtig Punkte scheffeln, um bis 2018 noch in die Top 10 zu rutschen.

Dass die Chancen auf einen Fixplatz in der neuen Champions League überhaupt noch intakt sind, ist vor allem der Verdienst des FCB. Seit Jahren füttert er zuverlässig den Uefa-Koeffizienten der Schweiz, rund 50 Prozent der Punkte resultieren aus den rot-blauen Europacup-Erfolgen. In Zukunft wird der FCB noch stärker auf sich allein gestellt sein: Denn YB, der auf dem Papier einzige ernsthafte nationale Konkurrent des FCB, hat gestern quasi die Kapitulation vor Basel verkündet.

Weil die Berner künftig mehr auf den Nachwuchs bauen statt in teure Spieler investieren wollen, sinken auch ihre Chancen auf die Teilnahme an einer Europacup-Gruppenphase, in der sie Ranking-Punkte für die Schweiz sammeln könnten. So gesehen schmerzt dieses unnötige Unentschieden gegen Ludogorets den FCB doppelt.

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