Fussball
Dominik Ritters lange Reise von Newcastle nach Basel

Am Samstag startet Old Boys in die 1. Liga Promotion-Meisterschaft. Der langjährige FCB-Junior und Neuzuzug Dominik Ritter gilt als Schlüsseltransfer bei den Baslern.

Jonas Burch
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2009: Dominik Ritter (l.) spielte bereits unter Thorsten Fink in der 1. Mannschaft des FC Basel. Keystone

2009: Dominik Ritter (l.) spielte bereits unter Thorsten Fink in der 1. Mannschaft des FC Basel. Keystone

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Die Überraschung war gross. Die Umstellung nach so vielen Profi-Jahren wird wohl noch grösser. Vor gut vier Monaten streifte sich Dominik Ritter noch das Dress der Newcastle United Jets über – einem australischen A-League Verein, bei welchem auch der ehemalige England-Knipser Emile Heskey unter Vertrag steht.

16 633 Kilometer und 120 Tage später läuft Ritter in der 1. Liga Promotion auf. «Hier muss er wieder selber dafür verantwortlich, wie seine Kickschuhe sauber werden», sagt OB-Sportchef Rafet Öztürk schmunzelnd.

Für den 24-Jährigen ist der Wechsel zu den Old Boys eine Herzensangelegenheit. Seit zwei Jahren stand er regelmässig mit Öztürks Vorgänger Christian Schmid in Kontakt, tauschte sich über den Basler Traditionsverein aus.

«Jetzt bin ich stolz, ein Teil dieser Mannschaft zu sein», sagt Ritter. Für den Aussenverteidiger aus Biel-Benken, der ab September in Basel Sport und Wirtschaft studieren wird, ist der ambitionierte 1.-Ligist die optimale (Zwischen-)Lösung.

Dass der Wechsel des langjährigen FCB-Juniors überhaupt zustande kam, entschied sich erst in den letzten Wochen. «Wir haben Dominik nie unter Druck gesetzt, sondern ihm bis zuletzt OB als Option offen gehalten», sagt Öztürk.

Denn lange war unklar: Bleibt Ritter in Australien? Unterschreibt er in Europa einen Profi-Vertrag? «Ich wäre gerne noch länger bei den Newcastle Jets geblieben, die Gespräche waren weit fortgeschritten.

Am Ende konnte ich mich mit der Klubleitung jedoch nicht einigen», sagt Ritter, der beim letztjährigen Tabellenachten unumstrittener Stammspieler war. Auch in Europa gab es für Ritter diverse Interessenten, «aber irgendwie war ich von keinem Verein so wirklich überzeugt.»

Der Baselbieter setzt Vernunft vor Geld. «Klar hätte ich irgendwo noch gut verdienen können, aber was ist, wenn die Fussball-Karriere endet?», fragt sich der Matura-Absolvent.

Ein Team im Umbruch

Die Old Boys nehmen Dominik Ritter natürlich mit Handkuss. Denn die Mannschaft durchlebte vor dem morgigen Heimspiel gegen Breitenrain einen massiven Umbruch. 10 Abgängen, stehen 10 Neuzugänge gegenüber.

Ritter hat die OB-Entwicklung auch aus Down Under intensiv beobachtet. Die starke Vorrunde, die mässige Rückrunde reichten letztlich zum 9. Platz. «Ich weiss, dass viel von mir erwartet wird», weiss der ehemalige FC Winterthur-Profi.