Da sass der damals 19-jährige Dominik Schmid also neben Captain Matías Delgado. Selbst eingefleischten FCB-Fans war Schmid höchstens vom Namen her ein Begriff. Zu diesem Zeitpunkt aber ist er das Gesicht des neuen FCB. Die Saison steht vor dem Auftakt, Schmid verkörpert die neue Philosophie, wird zum Aushängeschild des jugendlichen Umschwungs beim FCB Basel.

Basel verliert gegen YB und gleich danach seinen Captain. Völlig überraschend tritt Matías Delgado nach dem 0:2 gegen YB zurück. Wicky sagt darauf: «Die Hierarchie wird sich nicht gross verändern. Klar ist aber, dass es mehr Chancen für Schmid und Alexander Fransson geben wird.»

Acht Monate sind seither vergangen. Schmid und Fransson spielen beide in Lausanne, ausgeliehen vom Serienmeister, im Gegenzug zur Verpflichtung von Samuele Campo, der im Winter dem Lockruf aus der Heimat erlag.

«Ich spielte ein paar Mal in der U21, dann hab ich mir gesagt, dass ich mir Spielpraxis in der höchsten Liga holen will. Deshalb drängte ich auf eine Ausleihe, was der FCB eigentlich nicht wollte, aber man akzeptierte meinen Wunsch», sagt Schmid.

Denn der FCB rutschte im Spätsommer erstmals in die Krise. Schmid musste über die Klinge springen. «Der Trainer war in der Phase immer sehr transparent mit mir. Das war nicht immer einfach, aber ich bin dankbar dafür», sagt Schmid. Und während sich das Team festigte, wuchs in ihm die Überzeugung, dass er gehen muss, um weiterzukommen.

Erinnerungen an Campo

St. Gallen war an ihm interessiert, Thun ebenfalls. Schmid aber entscheidet sich für Lausanne. «Fabio Celestini hatte sich schon nach mir erkundet, bevor ich meinen Wunsch äusserte. Das Interesse des Trainers, sein Anruf, das war sehr zentral», erklärt der heute 20-jährige Mittelfeldspieler. Er wollte auch persönlich weiterkommen, sich entwickeln.

Jetzt lebt er eine Minute vom Stadion in einem 70er-Jahre-Wohnblock in einer Drei-Zimmer-Wohnung. Erstmals allein. Am Tag nach den Spielen kehrt er heim, besucht Familie, Freundin und Freunde in Kaiseraugst. Fabio Celestini sagt, Schmid erinnere ihn ein wenig an Samuele Campo, als er zu Lausanne gekommen sei.

Feingliedrig, aber mit dem Willen nach hinten zu arbeiten. Grosses technisches Talent, Auge für den Raum. Beide auf verschiedenen Positionen einsetzbar, wobei er Schmid eher ein bisschen weiter hinten sieht als Campo. «Aber er ist auch drei Jahre jünger, hat viel weniger Erfahrung», mahnt Celestini.

Darum hat er es beim Transfer von Campo zu Bedingung gemacht, dass man im Gegenzug Spieler vom FCB kriegt. Auf Leihbasis. Und er ist glücklich, Schmid überzeugt zu haben. Entsprechend oft kam das einstige Aushängeschild des Umbruchs schon zum Zug. Beim FCB machte Schmid in der Vorrunde drei Spiele, stand 110 Minuten auf dem Platz. Bei Lausanne hat er neun von neun Spielen gemacht, mehr als 600 Minuten auf dem Buckel.

Am Sonntag nun trifft Schmid auf seine alten Kameraden, kehrt er zurück ins Joggeli. Er ist nicht mehr FCB-Aushängeschild, dafür eine Lausanne-Teamstütze. «Basel ist klarer Favorit, aber ich denke, dass es ein spannendes Spiel wird», sagt Schmid.