Jeffrey, besser hätte das Saisonfinale für dich kaum laufen können. Wie fällt dein Fazit nach der Glanzleistung aus?

Das war ein super Wochenende zum Abschluss der Porsche Carrera Cup-Saison! Ich bin zum ersten Mal auf die Pole Position gefahren - und das gleich doppelt. Dazu der Sieg im ersten Rennen sowie Platz zwei am Sonntag. Das war ganz knapp dran am perfekten Wochenende. Vor allem freue ich mich, dass mir dieser Erfolg bei meinem kleinen Heimrennen gelungen ist. Der Hockenheimring ist die am nächsten gelegene Rennstrecke zu meiner Heimat in der Schweiz. Viele meiner Freunde, Fans und Partner waren vor Ort. Ich hoffe, dass ich ihnen ein schönes Wochenende bereitet habe.

Dabei fing das Wochenende gar nicht so positiv an...

Richtig. Im Training lief es überhaupt nicht rund und ich landete ziemlich weit hinten. Es war aber klar, dass es nicht an meiner Leistung gelegen hat. Wir hatten ein Problem am Auto, das mich stark einschränkte. An dieser Stelle einen riesengroßen Dank an meine Jungs von Lechner Racing. Sie haben eine Nachtschicht eingelegt und viel am Auto umgebaut. Danach war mein Porsche pfeilschnell und im Qualifying habe ich mir beide Poles geschnappt.

Deine starke Pace konntest du auf die Rennen übertragen. War der Weg zum Sieg im ersten Rennen schwierig?

Das war ein Hammer-Rennen, das werde ich so schnell nicht vergessen! Mir gelang ein Traumstart und ich konnte mich sofort absetzen. Mit meinem Lechner Porsche bin ich fast geflogen: Nach der ersten Runde hatte ich schon mehr als vier Sekunden Vorsprung auf den Rest des Feldes. In den letzten Runden wurde es noch einmal spannend. Christopher Zöchling holte immer weiter auf, da musste ich richtig kämpfen. Beim Zieleinlauf trennten uns nur 0,1 Sekunden. Ein tolles Rennen, bei dem die Fans sicherlich voll auf ihre Kosten gekommen sind.

Am Sonntag bist du erneut auf das Podium gefahren - dein viertes in dieser Saison. Wie lief das Rennen am Sonntag?

Ich startete wieder von Startplatz 1 und hatte gute Hoffnungen auf den nächsten Sieg in Hockenheim. Ich konnte die Führung zunächst behaupten, bis eine frühe Safety-Car-Phase das Rennen neutralisierte. Beim Re-Start konnte ich mich leider nicht schnell genug absetzen und verlor den ersten Platz. In der Folge war es sehr schwierig, die Position zurückzuerobern. Am Ende fehlten mir nur sieben Zehntelsekunden auf den Sieger. Platz zwei war trotzdem ein gutes Ergebnis, damit war ich der erfolgreichste Fahrer des gesamten Wochenendes.

In der Gesamtwertung hast du den Gewinn der Vize-Meisterschaft denkbar knapp verpasst. Der dritte Platz bei 27 Fahrern ist ein großer Erfolg - aber trauerst du dem zweiten Rang etwas hinterher?

Der Gewinn der Vize-Meisterschaft wäre der krönende Abschluss gewesen. Es war unglaublich knapp, am Ende fehlten mir ja nur zwei Punkte. Am Sonntag sah es lange Zeit super aus. Ich stand im permanenten Funkkontakt mit dem Team und wusste, dass meinem Meisterschaftsrivalen der sechste Platz nicht gereicht hätte. Leider drehte sich kurz vor Schluss ein anderes Auto hinter mir von der Strecke, wodurch alle anderen Autos einen Platz aufrückten. Viel wichtiger ist, dass wir nächstes Jahr am Ende noch zwei Plätze weiter oben stehen.

Für dich ist die Saison noch nicht beendet. Schon am kommenden Wochenende gastierst du mit dem Porsche Mobil 1 Supercup in den USA. Freust du dich auf die Rennen in Austin, Texas?

Auf das Saisonfinale in Texas bin ich sehr gespannt. Ich fahre dort meine ersten Rennen und kenne die Strecke noch nicht. Von Fahrerkollegen habe ich gehört, dass das Rennfahren dort wirklich Spaß machen soll und auch die Fans mit großer Leidenschaft dabei sind. Ich reise von Hockenheim kurz nach Hause, packe meine Sachen und fliege noch am Montag in die USA. Ich bin Gesamtdritter in der Rookie-Wertung und möchte in den letzten beiden Rennen noch mal richtig Vollgas geben.