Die Szenen nach dem Schlusspfiff sprachen für sich. Auf der einen Seite die Spieler des SC Dornach inklusive des gesamten Staffs, die nach ihrem ersten Saisonsieg auf dem Muttenzer Margelacker einen veritablen Freudentanz hinlegten, und auf der anderen Seite masslos enttäuschte Muttenzer, die geknickt und schweigend in der Kabine verschwanden.

Doch schuld an dieser bitteren Niederlage im Derby hatten ganz allein die Spieler selber: «Wir waren ganz einfach nicht bereit. Warum kann ich auch nicht sagen, aber eine solch schlechte erste Halbzeit habe ich von unserem Team noch nie erlebt», sagte nach dem Spiel ein kopfschüttelnder Muttenzer Sportchef Peter Schüpbach. Und er hatte mit seiner Meinung mehr als Recht. Denn der Auftritt der Heimmannschaft war schlicht unwürdig. Keine Organisation, katastrophales Zweikampfverhalten, kein Einsatz, kein Siegeswille, rein gar nichts. Der SV Muttenz absolvierte diese Partie in den ersten 45 Minuten wie in einem Freundschaftsspiel, in dem man sich ja nicht überanstrengen sollte.

Effizientes Schlusslicht

Die Dornacher ihrerseits nutzten diese fussballerische und kämpferische Abstinenz ihres Gegners rigoros aus. Schon nach vier Minuten lag der Ball hinter SVM-Torhüter Steven Oberle im Netz. Eine weite Flanke wurde von den nicht präsenten Muttenzern inklusive Keeper unterschätzt, sodass Valentino Fazio allein vor dem leeren Tor keine Mühe hatte, seine Farben in Front zu schiessen.

Spätestens jetzt hätte die Mannschaft von Trainer Atilla Sahin merken müssen, dass dieses Spiel begonnen hatte. Doch weit gefehlt. Ballverluste und andere Fehler der Gastgeber brachten den Solothurnern weitere Torchancen ein. Eine davon nutzte nur sechs Minuten nach dem Führungstreffer Drazen Cosic, als er einen Freistoss von Reto Friedli ungehindert mit dem Kopf im Tor unterbringen konnte.

Nach diesem Gegentreffer erfolgte eine Reaktion der Baselbieter. Aber nur auf der Spielerbank. Dort mussten sich nämlich nach einer guten Viertelstunde gleich vier Ersatzspieler warmlaufen. Auf dem Spielfeld hingegen änderte sich nicht viel und die Elf von Mario Cantaluppi war einem dritten und damit wohl entscheidenden Treffer näher als Muttenz seiner ersten Torchance in dieser Partie. Diese hatte Daniele Zanfrini nämlich erst kurz nach dem Seitenwechsel, als er am gut reagierenden Dornach-Goalie Ibrahima Coulibaly scheiterte.

Die wahrscheinlich laute Kabinenpredigt hatte die Heimelf endlich geweckt und das Spiel wurde jetzt ausgeglichener. Mit der Führung im Rücken brachten die Gäste aber ihren Vorsprung relativ locker über die Zeit und hatten nur noch eine heikle Situation zu überstehen, als Torschütze Cosic einen Schuss von Cüneyt Eksi noch vor der Torlinie wegschlagen konnte (82.).