«Mir fehlen jetzt etwas die Worte», sagte Franco Miele in seiner Spielbetrachtung nach der 2:3-Niederlage des FC Liestal beim SC Dornach. Man kann den Trainer der Liestaler gut verstehen. Nach einem von Antonio Brescia getretenen Freistoss kam der Ball in der 94. Minute zu Olivier Boumelaha, der mit der letzten Aktion für den SC Dornach den frenetisch bejubelten Siegestreffer erzielte.

Das interkantonale Derby in der 2. Liga interregional war neben der Spannung auch mit vielen Emotionen beladen. Bis in die letzte Sekunde sah alles danach aus, als könnte Liestal gegen Dornach wenigstens mit einem verdienten Unentschieden und einem Punktgewinn vom Platz gehen.

«Es wäre sogar mehr als ein Unentschieden möglich gewesen», kommentierte Miele den Spielverlauf, der für Liestal dramatisch und resultatmässig unglücklich endete. Die Baselbieter waren den Solothurnern über weite Strecken mehr als nur ein ebenbürtiger Gegner.

Liestal schlecht belohnt

«Es tut für die Moral und das Selbstvertrauen gut, solche Spiele noch zu gewinnen», teilte auf der Gegenseite Sehid Sinani mit. Mit seinem spektakulären Treffer zum 2:2 in der 72. Minute leitete der Co-Trainer der Dornacher den finalen Umschwung und somit eine hektische und spannende Endphase ein, die mit Dornach schliesslich einen glücklichen Sieger vom Platz schreiten liess.

Das Team des Trainerduos Roland Sorg und Sehid Sinani war munter in den Match gestartet und hatte den besseren Auftakt. Dass Dornach in der 17. Minute in Führung ging, war kein Zufall. Olivier Boumelaha, einer der auffälligsten Spieler auf dem Platz, erkämpfte sich nach einem aus Liestaler Sicht bereits abgewehrten Eckball den Ball. Seine Flanke köpfelte mit Joel Stampfli ein Spieler ein, der die Vorrunde noch mit dem FC Liestal begonnen hatte. Ein kapitaler Fehler im Dornacher Spielaufbau brachte die Gäste durch den Treffer von Jan Wuhrmann wieder ins Spiel. Die Gastgeber waren durch den Ausgleich verunsichert, im Spiel nach vorne lief nichts mehr zusammen, und Dornach kam nur noch selten in gute Abschlusspositionen.

Nach dem Seitenwechsel wirkten die Liestaler weiter dynamischer und torgefährlicher als das Heimteam. Mit einer bravourösen Abwehrparade verhinderte Nikola Veselinovic nach einem Kopfball von Wuhrmann den Führungstreffer für die Gäste, den auch Pierluigi Spallino, alleine vor dem stark spielenden Dornach-Goalie, verpasste. Das logische 2:1 für die Liestaler erzielte dann in der 70. Minute Dimitri Sidler mit einem platzierten Distanzschuss.

Dornachs heftiges Aufbäumen

«Unser Sieg kam dank einer starken Willensleistung zustande», analysierte Veselinovic nach dem Schlusspfiff. In der Tat rappelten sich die Dornacher nach dem Rückstand auf und wehrten sich vehement gegen die drohende Heimniederlage.

Das heftige Aufbäumen wurde vorerst mit dem Ausgleichstreffer durch Sinani belohnt. Dann folgte die Nachspielzeit, in der Dornach mit einem Freistoss zu seiner letzten Offensivaktion kam. Liestal wurde noch einmal in die Defensive gedrängt und musste am Ende erkennen, dass ein Spiel eben doch länger als die üblichen 90 Minuten dauert.