Volleyball
Drei Baselbieter Volleyball-Teams und die Suche nach dem «Wir-Gefühl»

Die 1. Liga der Männer nimmt am Wochenende ihren Betrieb auf. Mit Laufen, Gelterkinden und Therwil sind drei regionale Teams dabei. Die Ambitionen und Hintergründe der regionalen Volley-Teams könnten unterschiedlicher kaum sein.

Jonas Burch
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Laufens Pierre Brem (l.) gegen Gelterkindens Michael Murri.ARCHIV

Laufens Pierre Brem (l.) gegen Gelterkindens Michael Murri.ARCHIV

Da wäre zum einen Aufsteiger Therwil, die mit dem klassischen Ziel «Ligaerhalt» in das Abenteuer 1. Liga gehen – oder Laufen, das seit drei Jahren den Aufstieg in die NLB anstrebt.

Deswegen werden die Laufner auch in diesem Jahr als personell stärkstes regionales Team in die Saison starten. Nach dem unglücklichen 3. Platz im Vorjahr, mit welchem die angestrebte Finalrunde knapp verpasst wurde, nimmt man diesmal einen neuen Anlauf – mit neuem Trainer.

«Wir haben einige Spieler verloren, ein Platz unter den besten Vier muss dennoch das Ziel sein», zeigt sich Neu-Trainer Marc-Antoine Boccali selbstbewusst. Aufgrund von Verletzungen und Abgängen stellt der Aufstiegsaspirant zu Saisonbeginn nur ein 9-Mann-Kader. «Deshalb gibts auch nicht wirklich einen Konkurrenzkampf innerhalb der Mannschaft», sagt Angelica Dietler, Sportliche Leiterin des VBCL, skeptisch. «Jetzt heisst es abwarten, wie sich die Sache entwickeln wird. Die Zuversicht bleibt trotz Personalengpass gross», fügt Dietler an.

Der Kampf um den Ligaerhalt

Deutliche tiefer stapeln Gelterkinden und Therwil. Für Gelterkinden geht es fast schon traditionell um den Klassenerhalt, der in den Vorjahren erst auf den letzten Drücker geschafft wurde. «Primär steht bei uns die Förderung der eigenen Junioren im Vordergrund», stellt Vereins-Präsident Rolf Wirz klar und lässt auf Worte gleich Fakten sprechen: «Das Kader hat einen Altersdurchschnitt von nicht einmal 20 Jahren.»

Als Neuling steigt Therwil in die Saison. Entsprechend locker geht man das neue Abenteuer an: «Wir werden sehen, wie die Saison verlaufen wird. Die Qualität zum Vorjahr hat zugenommen, deswegen ist der Ligaerhalt ein realistisches Ziel», sagt Vereinspräsident und Spieler Michael Bossart von Therwil.

Gemeinsam stark?

Nimmt man die regionale Volleyszene der Männer aber genauer unter die Lupe, fallen zwei Dinge auf: Weder in der NLA noch in der NLB spielt ein Klub aus der Region, dafür deren drei in der 1. Liga. Ein Überangebot. Das ist man sich auch auf Klubebene bewusst. Gespräche über eine mögliche Fusion oder einen gemeinsamen Trainingsstandort hat es unter den Mannschaften bereits gegeben.

«Leider fehlt ein konkretes Konzept, um der Idee auch Taten folgen zu lassen», sagt Angelica Dietler enttäuscht. Auch in Therwil wäre man einer engeren regionalen Zusammenarbeit nicht abgeneigt: «Es gibt noch zu viele offene Fragen. Aber ein gemeinsamer Weg würde sicher ein Fortschritt für das hiesige Männer-Volley bedeuten», sagt Bossart.

Derzeit sind keine weiteren Gespräche geplant. Fakt ist, dass jemand fehlt, der in dieser Sache die Zügel in die Hand nehmen will. Jemand, der zentrale Fragen klärt: Wo soll der Stützpunkt aufgebaut werden? Wer soll einen solchen Zusammenschluss finanzieren? Und so weiter. «Aus diesem Grunde wird es wohl noch Jahre dauern, bis etwas Konkretes entsteht», prognostiziert Bossart. Vor allem vom regionalen Verband erwarten die Vereine mehr Unterstützung und Lösungsansätze.

So nimmt jedes Team die Saison alleine in Angriff. Mit gegenseitiger Wertschätzung. Mehr nicht.