FC Basel

Drei Mal die Führung verspielt - FCB Frauen verlieren Spitzenspiel

Stark bei Eckbällen, anfällig bei Freistössen. Die Frauen des FC Basel unterliegen im Spitzenspiel der Women's Super League den YB Frauen mit 3:4 (3:3).

Als sich Kristina Sundov in der 28. Minute den Ball an der Cornerfahne zurechtlegte, gab ein Teil der fünf Dutzend FCB-Fans, die den Match im Leichtathletikstadion St. Jakob auf dem Dach des gegenüberliegenden Parkhauses verfolgten, ein umgetextetes Lied zum Besten: «Eckball, Goal!» Den Grund dafür musste man nicht lange suchen, denn zu diesem Zeitpunkt hatten die Baslerinnen bereits drei Treffer erzielt, allesamt nach Ecken. Zunächst stieg Riola Xhemaili am höchsten (7.), dann war Melanie Huber den entscheidenden Schritt schneller als ihre Bewacherin (9.) und schliesslich war auch noch Eszter Csigi erfolgreich, nachdem die Bernerinnen den Ball in mehreren Versuchen nicht aus der Gefahrenzone gebracht hatten (26.).

Drei so frühe Tore hätten in manch anderem Match vorentscheidenden Charakter gehabt, doch in diesem attraktiven, intensiven Spitzenspiel der Women’s Super League zwischen dem Tabellenzweiten und -dritten war dies nicht der Fall. Denn die YB Frauen hatten relativ schnell die richtige Antwort parat: Nadine Riesen wurde bei ihrem Energieanfall auf der linken Seite nur ungenügend gestört (8.) und glich ebenso aus wie Leana Zaugg, die nach einem Freistoss aus dem Halbfeld als einzige zum Kopfball stieg (24.).

Die FCB Frauen können die Überlegenheit nicht nutzen

Dennoch war das Heimteam vor dem Seitenwechsel die bessere Equipe, Xhemaili und Vanessa Hoti wussten im Zentrum zu gefallen und verteilten die Bälle immer wieder geschickt. Neben der optischen Überlegenheit sprach auch die Anzahl der Chancen für Rotblau, doch Xhemaili (28., 39.) und Csigi (41.), verpassten es, das Skore auszubauen. Anstatt 4:2 oder 5:2 stand es zur Pause 3:3, was Sébastien Bader als möglichen Wendepunkt ortete. «Wir dürfen mit der letzten Aktion nicht den Ausgleich kassieren», ärgerte sich der Basler Trainer, dem auch die Art und Weise nicht gefallen haben dürfte. Denn am Ursprung des Treffers war Marion Rey gestanden, die einen YB-Corner verhindern wollte und den Gästen diese Möglichkeit ermöglicht hatte.

«Auch ein Eckball kann gefährlich werden», machte Bader seiner Spielerin aber keinen Vorwurf. Im zweiten Umgang standen die Bernerinnen deutlich besser und minimierten dadurch die Basler Aktionen in Tornähe. Mit der neuen Stabilität stieg offenbar auch der Mut bei den Gästen, deren Trainer Charles Grütter mit Courtney Stroude eine zweite Sturmspitze einwechselte. Die US-Amerikanerin provozierte mit ihren Tiefenläufen immer wieder gefährliche Situationen.

Eine vergeben Chance besiegelt die Niederlage

Der Siegtreffer fiel aber nach einem stehenden Ball: Stefanie De Alem da Eira, die bereits das 3:3 erzielt hatte, war nach einem weiteren Freistoss aus dem Halbfeld per Kopf erfolgreich (74.). Der FCB stemmte sich gegen die zweite Saisonniederlage und hatte die beste Ausgleichschance – natürlich – nach einem Corner, doch Xhemaili konnte ihren Kopfball nicht gut genug platzieren, nachdem YB-Goalie Leana Claude am Ball vorbei gegriffen hatte (85.). «Ein Kompliment an meine Spielerinnen für ein gutes Spiel und für ihre tolle Mentalität. Schade, dass es nicht gereicht hat», so Sébastien Baders Schlusswort. Als nächstes geht es für die FCB-Frauen nach Zürich ins Letzigrund.

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