Die zwei Schwestern haben in den bisherigen elf Spielen der Auf-/Abstiegsrunde SPL/SPL2 zusammen 125 Tore erzielt – über die Hälfte der gesamten Torausbeute der Baslerinnen. «Wir haben nie Angst gehabt, dass es mit dem Aufstieg nicht klappen könnte», sagen die beiden unisono. «Nach unserem Sieg gegen Uster habe ich aber erst sicher daran geglaubt», gesteht Stephanie. Ihr Vater und Trainer Thomas meint hingegen: «Für mich war es schon vor der Aufstiegsrunde klar, dass es reichen kann.» Seit dem letzten Samstag und dem Sieg gegen Wohlen ist es auch rechnerisch sicher. Das heutige Spiel gegen den künftigen SPL-Ligakonkurrenten TV Uster (20.30 Uhr, Rankhof) verkommt somit zum Schaulaufen.

Wer sich an den Anfang der Saison zurückerinnert, dem kommt die Rückkehr der Baslerinnen in die höchste Schweizer Spielklasse wie ein Märchen vor. Nach der verkorksten letzten Saison war bei Basel Regio kein Stein auf dem anderen geblieben. Eine völlig umgekrempelte Mannschaft sollte den Neuanfang machen. Doch schon in der Vorbereitung mussten einige der designierten Leistungsträgerinnen aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten. Schliesslich stieg der neue Trainer Thomas Mathys mit einem zwar hoch talentierten, aber auch blutjungen Team in die Meisterschaft.

Guter Teamgeist als Basis

In der SPL2 wurde bald einmal klar, dass Basel Regio nichts mit den hinteren Plätzen zu tun haben würde. «Wir haben uns alle schon aus der Regionalauswahl gekannt, deshalb herrschte von Anfang an ein guter Teamgeist», sagt Stephanie. Dennoch war nicht alles eitel Sonnenschein im Unternehmen Aufstieg, erinnert sich Vater Thomas: «Wir hatten einige harte Gespräche. Aber die waren das Salz in der Suppe.» Neben diesen wohltuenden Misstönen zeichnete laut Aline der grosse Wille die Mannschaft aus. Die gerade erst 16 Jahre alt gewordene Regisseurin, die in der Auf/Abstiegsrunde am zweitmeisten Tore aller Spielerinnen geschossen hat, ist dafür ein Paradebeispiel. «Sie lässt sich durch nichts einschüchtern, geht immer wieder dahin, wo es wehtut», lobt Thomas, der seine Jüngste für eine der schnellsten Spielerinnen in der Schweiz hält. Stephanie sagt über ihre Schwester: «Aline ist ehrgeizig und hat eine tragende Rolle im Team.»

So ähnlich sich die Schwestern in ihrer Torquote sind, so unterschiedlich sind sie von der Statur und vom Spielstil. Während Aline als kleiner Wirbelwind die gegnerischen Abwehrreihen zur Verzweiflung bringt, überzeugt die gross gewachsene Stephanie mit ihrer physischen Präsenz und ihren kraftvollen Würfen aus dem rechten Rückraum. «Stephie ist auf dem Platz zielstrebig und in unserem Team oft das Mami», beschreibt Aline ihre zwei Jahre ältere Schwester.

Heute die Heimgala zum Abschluss

Setzen die beiden ihre rasante Entwicklung fort, dann werden sie in nicht allzu ferner Zukunft wohl auch in der Nationalmannschaft gemeinsam auflaufen. Momentan sind Stephanie (U20) und Aline (U18) altersmässig noch getrennt. Auch wegen ihrer internationalen Ambitionen sind die talentierten Liestalerinnen froh über den unerwartet frühen Aufstieg. Stephanie hätte ansonsten wegen des Nationalteams in ein SPL-Team wechseln müssen. «Das habe ich als Auflage», erklärt die Linkshänderin, während Aline erstaunt sagt: «Darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht.» Nun können die beiden in Basel in der höchsten Liga spielen. Heute Abend geht es darum, den Aufstieg im letzten Heimspiel zu geniessen und zu bestätigen: «Wir wollen zeigen, dass wir zu Recht aufgestiegen sind», sagt Stephanie entschlossen.