Unter «besten Bedingungen» hat Wicky seine erste Wintervorbereitung mit dem FC Basel absolvieren können. Es waren turbulente Tage, in denen viel geschehen ist. Vor allem auf dem Transfermarkt.

Bereits der Auftakt zum Camp in Marbella war vielversprechend und ein Indikator dafür, was noch kommen würde: Renato Steffen reiste gar nicht erst mit, dafür konnte die Rückkehr Valentin Stockers verkündet werden. Mit Samuele Campo und Fabian Frei hatte Wicky zwei weitere Neue im Gepäck.

Nur ein Sieg fehlt noch

Nur ein Sieg fehlt noch

Um ihren Einfluss auf das Team auszumachen, sei es aber noch zu früh. «Sie benötigen von der Sprache her keine lange Integrationszeit. Sie kennen alles hier, aber trotzdem ist es ein neuer Trainer für sie, eine neue Art, Fussball zu spielen.» Ungeachtet dieser Einfindungszeit sei die Qualität der Spieler aber von der ersten Sekunde an ersichtlich gewesen. «Ich bin überzeugt, dass diese drei uns noch viel Freude bereiten werden.»

Baustelle Innenverteidigung

Weniger Freude hatte Wicky, als Manuel Akanji den FCB nach nur vier Tagen in Spanien verlassen und zu Borussia Dortmund gewechselt hat. Vor allem auch, weil sich durch seinen Abgang eine Lücke aufgetan hat, die es noch immer zu schliessen gibt. Denn auch wenn der später angereiste Kaderplaner Remo Gaugler mit Nachwuchsspieler Yiber Lokaj einen zwischenzeitlichen Ersatz für Akanji mitgebracht hatte, ist dies nicht die langfristige Lösung.

«Wir brauchen noch einen Innenverteidiger. Um unseren Ansprüchen zu genügen, können wir nicht einfach einen Jungen einbauen, der keine Erfahrung hat. Das will ich nicht und das will auch Marco Streller nicht. Das wäre fahrlässig», so der Chefcoach.

Wicky wäre natürlich froh, würde sich diese Baustelle so bald als möglich schliessen. Auf Schnellschüsse aber will man verzichten. Schliesslich will man auch etwas Ruhe einbringen nach einer Phase, in der beim FC Basel ein grosses Kommen und Gehen war. Kaum ein Tag verging, ohne dass jemand an- oder abgereist war.

Mit Dominik Schmid und Cedric Itten verliessen neben Akanji zwei weitere Spieler das Basler Camp frühzeitig, wenn in ihren Fällen auch nur leihweise. Neftali Manzambi hingegen reiste später an, nachdem er nach absolvierten Probetrainings bei GC vorerst doch beim FCB bleiben wird. Der FCB nutzte die Zeit in Südspanien also, um das Kader zu korrigieren. Ist diese Prozedur endgültig abgeschlossen, dann soll auch auf dem Platz noch der Feinschliff geholt werden.

«Die Art und Weise, wie in diesen Tagen hier gearbeitet wurde, war sehr gut.» Raphael Wicky

«Die Art und Weise, wie in diesen Tagen hier gearbeitet wurde, war sehr gut.» Raphael Wicky

Vor allem das Defensivverhalten, welches gerade im letzten Testspiel teils haarsträubend war (siehe Text unten), soll in den kommenden beiden Wochen noch verbessert werden. Ebenso steht die Optimierung des Pressings auf dem Plan von Wicky und seinem Staff. Man sei auf einem gutem Weg, aber noch nicht da, wo man hin wolle. Dass der FCB noch zwei Wochen Zeit hat, und diese auch braucht, machten die zwölf Tage in der Sonne ebenso deutlich wie dass sich in dieser Zeit ein harmonisches Teamgefüge herausgebildet hat.

Fast verletzungsfrei

Nachdem die Mannschaft am gestrigen Nachmittag in Zürich gelandet ist, geniesst sie heute einen freien Tag, das nächste Training findet erst morgen nach dem Mittag statt. Wicky wird dort auf alle Spieler ausser dem noch immer rekonvaleszenten Luca Zuffi zählen können. Eine nicht selbstverständliche Situation, dass die Mannschaft abgesehen vom Fussbruch von Nachwuchsspieler Mattia Celant verletzungsfrei durch diese anstrengende Zeit gekommen ist.

Bis am 4. Februar die Rückrunde losgeht, stehen für den FCB noch zwei Testspiele an. Zuerst am Mittwoch (11 Uhr) gegen Winterthur, dann am Samstag gegen Luzern (13.30 Uhr). Und auch wenn Wicky nicht zu viel in Testspiel-Resultate hineininterpretieren will, weiss auch er, dass wenigstens ein Sieg dem Selbstvertrauen guttun würde.