Super Legaue

Dreifach ärgerlich: Der FC Basel verliert in Genf das Spiel, die Nerven und den Anschluss

Der unrühmliche Schluss eines enttäuschenden Abends: Valentin Stocker sieht die rote Karte.

Der unrühmliche Schluss eines enttäuschenden Abends: Valentin Stocker sieht die rote Karte.

Ein enttäuschender FC Basel verliert durch ein verdientes 0:2 in Genf gegen Servette die Nerven, zwei Spieler und den Anschluss an YB. Der Spitzenkampf gegen Bern hat am kommenden Sonntag deshalb wegweisenden Charakter.

Am Ende ist es diese eine Szene, die das Fass zum Überlaufen bringt. In der 79. Minute wird Valentin Stocker von Michael Goncalves an der Strafraumgrenze zu Fall gebracht. Zwar ist der Fuss des Servette-Verteidigers etwas am Ball, doch Goncalves' Stollen hinterlassen an Stockers Wade mehrere blutige Striemen. Doch der französische Austauschschiedsrichter Karim Abed entscheidet zum Ärger der Basler nicht auf Foul. Während der Servette-Konter läuft, windet sich Stocker am Boden. Es dauert nur zehn Sekunden, ehe Silvan Widmer zu einer Revanche-Grätsche ausholt. Auch hier trifft der Verteidiger zuerst den Ball und dann erst viel Gegner. Doch jetzt pfeift Abed Freistoss für Genf und zückt Gelb. 

13 Minuten später pfeift der Schiedsrichter ein letztes Mal. Die 0:2-Niederlage des FC Basel gegen Aufsteiger Servette ist Tatsache. Die Wut über die schlechte Leistung der Basler trifft zunächst den Schiedsrichter. Weil Stocker diesen an der Schulter berührt, ihn leicht in seine Richtung schubst und ihm dann sarkastisch den Daumen nach oben zeigt, wird der FCB-Captain nach Abpfiff mit Rot vom Platz gestellt.  

Abkommen mit Frankreich, Polen und Griechenland

Stocker stapft daraufhin wütend in die Katakomben. Er weiss, dass er dem Team durch diese unnötige Aktion in den nächsten Spielen fehlen wird. Gleichzeitig ist die Wut auf den Schiedsrichter grösser denn je. Als er sich kurz darauf frisch geduscht erklärt, kritisiert Stocker den Schweizer Fussballverband für sein Schiedsrichter-Austauschprogramm. 

Seit 2018 pfeifen gelegentlich ausländische Schiedsrichter in der Super League und Schweizer im Ausland. Mit Frankreich, Griechenland und auch Polen hat der SFV dementsprechende Abkommen geschlossen. Cyril Zimmermann, der Manager der Spitzenschiedsrichter, lässt sich auf der SFL-Webseite wie folgt zitieren: "Mit diesen Projekten können unsere Schiedsrichter ihren Erfahrungsrucksack füllen. Die Austausch-Projekte ermöglichen es, neue Länder und Kulturen kennenzulernen und den Umgang mit Spielern aus diesen unterschiedlichen Kulturkreisen zu üben." 

Durch diese Erfahrung erhofft sich der Verband, die Schweizer Schiedsrichter für das internationale Parkett fit zu machen. Bisher waren die Rückmeldungen weitestgehend positiv. Doch in Genf kritisiert nicht nur Stocker die "unterschiedliche Handhabung und Professionalität" des Schiedsrichters. 

Auch FCB-Trainer Marcel Koller versteht nicht, warum international aktive Schiedsrichter wie Abed zusätzlich noch an Austauschprogrammen in der Schweizer Liga teilnehmen. "Wenn ich Valentin Stockers Wade und die saubere Grätsche von Silvan Widmer anschaue, teile ich seine Meinung. Bei einem anderen Schiri gibt es da vielleicht nicht Rot. Aber wir müssen uns besser unter Kontrolle haben", sagt Koller. 

Gegen YB fehlt nicht nur Stocker gesperrt

Doch der Trainer weiss auch, wie jeder der das Spiel gesehen hat, dass der Schiedsrichter zwar nach dem Abpfiff etwas pikiert reagierte, aber vorher nicht der Schuldige für die verdiente FCB-Niederlage war. 

Servette schnürte Basel von Anfang an hinten ein und ging durch Stefanovic nach acht Minuten in Führung. Erst nach der Pause zeigte sich Basel verbessert. Zweimal rettete ein Genfer auf der Linie. So blieb der FCB zum zweiten Mal in dieser Saison in der Liga ohne eigenen Treffer. Für die Entscheidung sorgte Kone, der in der 90. Minute nach einem Konter zum 2:0 abstaubte. 

Durch das 4:3 von YB gegen Sion hat der FCB vor dem Spitzenkampf am kommenden Sonntag jetzt vier Punkte Rückstand auf die Berner. Neben Stocker wird dann auch Kemal Ademi gesperrt fehlen. Denn der beste Basler Torschütze sah gegen Genf die vierte gelbe Karte der Saison.

Die Noten zum Spiel: 

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