Im Willkommens-Video wird der Schwede Emil Bergström vom FC Basel als Gladiator inszeniert. Er läuft unter dramatischer Musik durch den Spielertunnel ins Joggeli. Auf dem Rasen angekommen sagt der Defensivallrounder dann: «Ich bin ein Leader. Das werde ich jedes Spiel und in jedem Training zeigen. Der FCB hat eine grandiose Geschichte. Ich will den Klub dahin zurückführen, wo er hingehört.»

Mit der Verpflichtung des 26-jährigen Bergström, der eingefleischten Super-League-Fans aus seiner 18-monatigen Zeit bei GC bekannt sein dürfte, reagiert der FCB auf den Abgang von Eder Balanta. Der Kolumbianer wurde für kolportierte 2,6 Millionen Franken nach Brügge verkauft und spielt in Zukunft Champions- statt Europa League. «Seine Kraft und seine Power werden uns Fehlen», sagt FCB-Trainer Marcel Koller.

Weil Balanta so wichtig war und weil der FCB auch in der Innenverteidigung dünn besetzt ist, wird er gleich doppelt ersetzt. Denn auch der 19-jährige zentrale Mittelfeldspieler Ramires kommt nach Basel. Der brasilianische U20-Nationalspieler wechselt vom EC Bahia in die Schweiz. Wie bei Bergström und Stürmer Arthur Cabral beinhaltet auch der Ramires-Deal ein einjähriges Leihgeschäft mit Kaufoption.

Ramires und Sportchef Ruedi Zbinden präsentieren das Trikot mit der Nummer 17.

Ramires und Sportchef Ruedi Zbinden präsentieren das Trikot mit der Nummer 17.

Mit dem ablösefreien Wechsel von Kemal Ademi und den drei Leihspielern Cabral, Bergström und Ramires hat der FCB in diesem Transfersommer keinen Rappen an Ablöse gezahlt. Höchstens für eine allfällige Leihgebühr, Handgelder und für die Gehälter muss der FCB aufkommen. Dagegen stehen durch den Verkauf Albian Ajetis und Eder Balantas Einnahmen von knapp 15 Millionen Franken zu Buche.

Das knappe Budget erschwert die Arbeit des FCB-Sportdirektors

Diese neue Form der FCB-Transferpolitik zeigt, wie Rotblau in Zeiten des Sparens wettbewerbsfähig bleiben soll. Gute Spieler möglichst teuer verkaufen, neue Spieler möglichst preiswert ausleihen. Diese Politik hat mit dem Wechsel auf der Sportchefposition von Marco Streller zu Ruedi Zbinden wenig zu tun. Vielmehr bleibt dem FCB ohne die garantierten Einnahmen aus der Champions League gar nichts anderes übrig, als dem Sparkurs von Präsident Bernhard Burgener zu folgen. Die Arbeit des jeweiligen Sportchefs wird durch das knappe Budget erschwert. Leihtransfers scheinen die unausweichliche Konsequenz. Das Risiko wird so geschickt minimiert. Der FCB kann Ramires, Bergström und Cabral eine Saison lang unter Wettkampfbedingungen testen und dann entscheiden, ob für den Spieler die ausgehandelte Kaufoption gezogen werden soll oder nicht.

Durch die neue internationalen Partnerschaft mit dem argentinischen Klub San Lorenzo hofft der FCB, in Zukunft einen besseren Zugang zum südamerikanischen Markt zu haben. Nach dem in diesem Sommer die Brasilianer hoch im Kurs standen, dürfte bald auch wieder der ein oder andere Argentinier nach Basel wechseln. Vermutlich als Leihspieler mit Kaufoption und mit dramatischer Musik als Gladiator inszeniert.