Bei Patrick Mendelin jagt ein Highlight das nächste. Am vergangenen Wochenende war er noch in Schweden mit der Schweizer Unihockey-Nationalmannschaft im Einsatz, nun bereitet er sich mit Unihockey Basel Regio auf das Cupspiel am Sonntag gegen den SV Wiler-Ersigen vor. Die NLB-Mannschaft aus Basel gegen den Unihockey-Krösus und Rekordmeister aus der NLA – ein absolutes Highlight für die Basler. Und vor allem für Mendelin persönlich – so könnte man meinen. Denn der 31-Jährige stürmte während elf Jahren für Wiler-Ersigen, feierte etliche Meister- und Cuptitel und wurde in dieser Zeit zum unverzichtbaren Wert in der Schweizer Nationalmannschaft.

Die Einschätzung, dass ihm am Sonntag ein gefühlsmässig besonderes Spiel bevorsteht, stellt sich als falsch heraus. Denn angesprochen auf den Cup-Achtelfinal gegen seine ehemaligen Teamkollegen spricht Mendelin von der «grösstmöglichen Herausforderung» und einem «absoluten Highlight» für seine Basler Teamkollegen. Dass das Cupspiel für ihn persönlich speziell wird, kann er zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht bestätigen: «Zum einen habe ich mir diese Gedanken noch nicht gemacht, zum anderen ist es einfach reizvoll, sich mit dem in den vergangenen Jahren stärksten Schweizer Unihockeyteam messen zu können.» Er betont aber im weiteren Verlauf des Gesprächs doch noch: «Vielleicht wird es sich ändern, wenn ich am Sonntag sehe, wer alles bei Wiler in die Halle läuft.»

Der Cup – kein Selbstläufer

Wenn es sich Mendelin hätte aussuchen dürfen, dann wäre er in diesem Cup-Achtelfinal am liebsten auf ein NLA-Team getroffen, welches in den vergangenen Jahren jeweils um den Klassenerhalt kämpfen musste. «Es wäre sportlich interessant gewesen zu sehen, wo unser junges Team ein Monat nach Meisterschaftsstart in der NLB im Vergleich mit einem schwächeren NLA-Team steht», sagt Mendelin. Denn im vergangenen Jahr war Basel Regio bereits nahe am Aufstieg und scheiterte erst in den Aufstiegsspielen zur NLA. Auf diesen, im besten Fall ausgeglichenen Härtetest müssen die Basler nun verzichten. Dafür wartet am Sonntag die schwierigste, wenn auch reizvollste aller Aufgaben auf Schweizer Unihockeyfeldern.

Dem ist sich Mendelin bewusst. Er ist aber auch gespannt darauf, wie sein ehemaliger Verein die Aufgabe lösen und die dafür nötige Spannung und Motivation aufbringen wird. «Ich kenne diese Situationen aus meiner Zeit bei Wiler-Ersigen sehr gut. Wenn du haushoher Favorit bist und gegen einen über seinen Möglichkeiten spielenden Aussenseiter nicht in die Gänge kommst. Dann sind solche Cupspiele nie ein Selbstläufer», sagt Mendelin. Trotzdem weiss auch er, dass alles für seine Basler laufen müsste und Wiler-Ersigen nicht den besten Tag haben dürfte, dass es am Sonntag zur Überraschung reichen könnte.

Und dies würde laut Mendelin dann folgendermassen aussehen: «Wir müssen so gut defensiv spielen, wie wir noch selten gespielt haben. Und in der Offensive effizient sein. Denn viele Chancen werden wir gegen Wiler nicht erhalten.» Und wenn das NLA-Team dann noch lange kein Tor schiessen würde, dann sei vieles möglich, ist Mendelin sicher. Von sich selber erwartet er, dass er mit gutem Beispiel vorangehe. «Ich will ein Leader sein, Ruhe ausstrahlen und effizient im Abschluss sein. Natürlich wird von mir auch erwartet, dass ich mit Toren und Assists überzeuge.» Vor allem wird das Cupspiel abgesehen vom Schlussresultat aber auch viele Fragen klären, die für den 31-Jährigen wichtig sind. «Ich bin gespannt, wie lange wir brauchen werden, um uns an das höhere Tempo zu gewöhnen. Wie gut wir mit dem Ball sein werden und auch wie viel wir in der Offensive kreieren können», erklärt Mendelin. Dies würde auch im Hinblick auf den weiteren Saisonverlauf in der NLB helfen.

Jugend statt Einzelkönner

Auf diese Spielzeit hin hat die 1. Mannschaft von Unihockey Basel Regio das Spielerkader deutlich verjüngt. Spieler wie Markus Sutter und Tanel Kasenurm, welche aus dem nichts Tore erzielen konnten, haben den Verein verlassen. Die konsequente Förderung von jungen Spielern wurde vorangetrieben. Und auch wenn die Konstanz noch fehlt und das junge Team mit zwei Niederlagen nach sechs Spielen schon gleich viele Spiele verloren hat wie in der ganzen Qualifikation (22 Spiele) im vergangenen Jahr, schaut Mendelin positiv in die Zukunft. «Es ist für unsere mittel- bis langfristigen Ziele der richtige Weg. Und ich habe nicht das Gefühl, dass wir qualitativ schlechter sind als im vergangenen Jahr. Es braucht einfach noch etwas Geduld.»

Um schliesslich einen Schritt nach dem anderen zu gehen – Spiel für Spiel. Womit Mendelin darauf hinweist, dass am Tag vor dem Cup-Highlight Fribourg zu Gast ist und die Basler den Fokus voll und ganz auf diese Meisterschaftspartie legen wollen, um im siebten Saisonspiel den fünften Sieg erringen zu können. Ob es ihnen gelingt, wird sich zeigen. Ein Sieg am Samstag wäre aber bestimmt ein gutes Omen für das Cup-Highlight vom Sonntag.

Cup-Achtelfinal: Unihockey Basel Regio (NLB) – SV Wiler-Ersigen (NLA), Sonntag, 28. Oktober, 17 Uhr, Turnhalle Sandgruben, Basel.