Rudern

Egal ob olympisch oder nicht, die Freude über den WM-Titel ist riesig

Die Weltmeister Simon Niepmann (links) und Lucas Tramèr schreien bei der Siegerehrung im südkoreanischen Chungju ihre Freude heraus.Keystone

Die Weltmeister Simon Niepmann (links) und Lucas Tramèr schreien bei der Siegerehrung im südkoreanischen Chungju ihre Freude heraus.Keystone

Der Grenzacher Simon Niepmann gewinnt in Südkoreazusammen mit dem Romand Lucas Tamèr im nichtolympischen Riemenzweier Gold. Nachdem die zwei Athleten bereits an der Europameisterschaften triumphierten, schliessen sie damit die Saison bestmöglich ab.

Freitag, 8.33 Uhr europäische Zeit. Der Schweizer Zweier ohne Steuermann startet im südkoreanischen Chungju zum WM-Final. Der Grenzacher Simon Niepmann und der Romand Lucas Tramèr starten verhalten. Taktik? «Ja, unsere Konkurrenten erwarteten einen Blitzstart von uns. Da Italien und Grossbritannien als sprintstark gelten, haben wir uns aber entschieden, zu Beginn Energie zu sparen und dann ab Rennhälfte anzugreifen. Die Taktik ging perfekt auf», gibt der 28-jährige Niepmann zwei Stunden nach dem Triumph zu Protokoll. In Südkorea ist halb sechs Uhr abends, er ist am Essen. «Bei uns Leichtgewicht-Ruderern kommt das Essen vor dem Wettkampf immer zu kurz», sagt der ehemalige Athlet des Basler Ruderclubs lachend.

Trennung, um Fortschritte zu machen

Anfang Jahr wurde der Leichtgewicht-Vierer, der an den Olympischen Spielen in London den fünften Platz erreichte, aufgeteilt. Neue Reize setzen, war das Ziel im Jahr nach Olympia. Die zwei stärkeren Athleten, Mario Gyr und Simon Schürch, starteten von da an im olympischen Doppelzweier, die schwächeren Tramèr und Niepmann im wenig prestigeträchtigen, nicht-olympischen Riemenzweier.

Das Double als starke Antwort

Ein klares Zeichen von Nationaltrainer Simon Cox. Ebenso klar aber die Antwort der zwei «Verbannten»: An der EM in Sevilla gewannen sie Gold, und mit dem WM-Titel in Südkorea schafften sie das Double. Mehr geht nicht, auch wenn die Konkurrenz in den nichtolympischen Kategorien weniger stark ist. «WM-Titel ist WM-Titel. Wenn nicht gerade ein olympisches Jahr ist, dann spielt die Kategorie keine Rolle», sagt Niepmann deutlich.

Klare Steigerung im Zweier

Anfang Jahr hätte der Sohn einer Schweizerin und eines Deutschen nie mit diesen Erfolgen gerechnet. «Wir haben grosse Fortschritte gemacht. Die vielen Trainingsstunden haben sich gelohnt», sagt er. Der «schwache» vierte Platz beim Heim-Weltcup auf dem Rotsee Mitte Juli sorgte für die nötige Extramotivation.

Unischerheit vor der WM

Weil Tramèr wegen einer Verletzung aber zuletzt nicht richtig trainieren konnte, wussten die Europameister vor der WM nicht, wo sie stehen. Auch konnten sie die Stärke der nichteuropäischen Boote nicht einschätzen. Spätestens nach dem Vorlaufsieg war aber klar, dass sie zum engen Favoritenkreis gehören.

Zukunft völlig offen

Wie die Schweizer Boote in der nächsten Saison zusammengestellt werden, ist noch völlig offen. Nach dem WM-Sieg mit perfektem Rennverlauf strotzt Niepmann aber nur so vor Selbstvertrauen. «Ich stelle mich jeder Herausforderung», sagt der Student. Aber: «Gewissheit werden wir wohl erst im Frühling haben.» Nach dem nichtolympischen Zweier-Zwischenjahr ist der Fokus wieder voll auf den Vierer und Olympia gerichtet.

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