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EHC-Basel-Präsident Schnellmann: mit positiver erster Bilanz auf ins grosse neue Ziel

Können die Basler nächste Saison jubeln?

Können die Basler nächste Saison jubeln?

Seit einem Jahr ist Daniel Schnellmann Präsident des EHC Basel. Eine erste Bilanz fällt positiv aus – Potenzial ist aber noch vieles vorhanden.

Wenn Daniel Schnellmann am Dienstag, 27. Juni durch die Generalversammlung des EHC Basel führt, wird er bereits 17 ereignisreiche Monate hinter sich haben. Genau ein Jahr ist es her, als Schnellmann von den Vereinsmitgliedern als Nachfolger von Hanspeter Gerber zum Präsidenten des Basler Eishockey-Vereins gewählt wurde. Zuvor amtete er bereits für fünf Monate als Geschäftsführer des Klubs.

Schnellmann erkannte durch seine wirtschaftliche und unternehmerische Erfahrung sehr schnell, dass er vor grossen Herausforderungen stand. Neben dem Ziel, ein ausgeglichenes Budget präsentieren zu können, versuchte er Strukturen zu legen, Prozesse effizienter zu gestalten sowie die Verantwortlichkeiten und Ressourcen zu definieren. Ausserdem war er bemüht Vertrauen zu schaffen, das nach dem Konkurs der EHC Basel AG bei Fans und Sponsoren verloren gegangen ist.

Rekordmann als Sportchef

Die Massnahme, Basels Rekordspieler Olivier Schäublin (427 Spiele) vom Spieler zum Sportchef zu befördern, erwies sich als richtiger Entscheid. Schnellmann schätzt seine sehr hohe Fachkompetenz und Identifikation mit dem Verein. «Er ist meine rechte und linke Hand.» Schnellmann selber sieht sein Engagement als eine Herzensangelegenheit für das Eishockey. «Dementsprechend unterstützt mich auch meine Familie vollumfänglich.» Aufgrund der knappen Ressourcen in der Geschäftsstelle sei die Kombination Geschäftsführung/Präsident neben seiner eigentlichen Arbeit praktisch ein Vollzeitpensum, da auch viel Tagesgeschäft zu erledigen sei.

Olivier Schäublin (links) ist Sportchef der Basler.

Olivier Schäublin (links) ist Sportchef der Basler.

Mindestens einen unangenehmen Entscheid musste der Präsident in seiner ersten ganzen Saison aber bereits treffen. Weil er die Saisonziele gefährdet sah, wurde das Trainergespann Reto Waldmeier und Roger Gerber im vergangenen Dezember durch Reto Gertschen abgelöst. «Die gesetzten Ziele konnten dann trotz grossem Druck vollumfänglich erreicht werden, was dem Staff und der Mannschaft hoch anzurechnen ist.»

Diejenigen, welche mit Schnellmann zu tun haben, schätzen die Offenheit, Bescheidenheit und Zielstrebigkeit des Präsidenten. Er selber erwartet Fairness, Identifikation, Einsatzbereitschaft, Loyalität und ist auch bereit, dies selber einzugeben. Im Falle von Reto Waldmeier führte dies dazu, dass dieser seiner Stärken folgend weiterhin vollamtlich im Verein tätig ist und die Verantwortung der Nachwuchs Leistungsstufe übernahm.

Investitionen in den Nachwuchs

Das Thema Nachwuchs liegt dem Präsidenten besonders am Herzen, hat der Club doch das Ziel, jährlich eigene Talente in die 1. Mannschaft einzubauen. Es wird permanent in die Trainerqualitäten und Rahmenbedingungen investiert. «Mit der Zusammenarbeit mit dem Vitaliscenter kann nun den Leistungsstufen optimale prophylaktische Betreuung und gratis ‹Bobo-Stunden› angeboten werden. Zudem steht ab dieser Saison allen Nachwuchsspielern ein neutraler Sparringspartner bei Problemen (Schule, Beruf, Privates) zur Verfügung und die Trainer erfahren so die nötige Entlastung», so Schnellmann.

Er ist überzeugt vom Potenzial des Basler Eishockeys, da viele Voraussetzungen dafür vorhanden sind. Mit dem Sportamt pflegt man eine konstruktive Zusammenarbeit und tauscht sich permanent aus, um weitere Optimierungen anzustreben. Zudem verfügt man über eine gute Infrastruktur, tolle Fans sowie über Gönner und Sponsoren. Besonders gefreut habe ihn vergangene Saison, wie viele treue Fans den EHC Basel bei allen Spielen lautstark unterstützt haben.

Sponsoren gesucht

Eine grosse Herausforderung bleibt für Schnellmann jedoch weiterhin das Akquirieren von neuen Sponsoren und Donatoren sowie die sich stetig entwickelnden Gönnervereinigungen (Donatorenclub, Club 1932, 100er Club, Visionäre), um den Verein breiter abzustützen und um das mittelfristige Ziel – den Aufstieg in die NLB – zu erreichen. «Zum Wohle des Vereins wollen wir uns aber nicht auf Experimente einlassen und geben daher nicht mehr aus, wie eingenommen wird», mahnt Schnellmann. Nach den Erfahrungen in der Vergangenheit sicher die richtige Strategie.

An der Generalversammlung vom 27. Juni wird er den Mitgliedern eine «schwarze Null» präsentieren können. Das Budget für die kommende Saison wird sich in etwa auf dem gleichen Niveau wie vergangenes Jahr bewegen. «Die Herausforderung ist, mit gleichen finanziellen Mitteln ein für die 1. Mannschaft breiteres Kader und mehr Qualität auf das Eis zu bringen.»

Junges Team als Hoffnung

Der EHC Basel hat seine Mannschaft für nächste Saison stark verjüngt. Das war durchaus so gewollt, da man Spieler suchte, welche ehrgeizig sind, sich weiter entwickeln möchten und charakterlich ins Team passen. Mit den Verpflichtungen von Mathias Hagen (Arosa) Alexander Tkaschenko (Wil), Marco Vogt (Zuchwil), Nando Jeyabalan (Arosa), Jonathan Ast (Olten), Fabian Lehner (Langnau U20), Elia Giacinti (Bern U20), Noah Isler (Wil), Ryhor Ustsimenka (Rapperswil U20) und neu Damon Puntus (GCK/Lions) ist man überzeugt, solche Spieler gefunden zu haben.

Für Daniel Schnellmann sind die Ziele für die kommende Saison gesetzt. Sportlich will man sich in der neuen Liga gegen starke und attraktive Gegner etablieren und sich wirtschaftlich mit einer breiteren Abstützung weiter stabilisieren. Intern möchte man die Identifikation mit dem Verein weiter steigern, generell offen und transparent kommunizieren und vermehrt Fans in die schöne St. Jakob-Arena bringen.

Die Bilanz der bisher geleisteten Arbeit von Daniel Schnellmann kann sich somit durchaus sehen lassen. Die Weichen wurden gestellt und das Vertrauen wieder hergestellt. Damit sieht der Ausblick in die Zukunft für den EHC Basel besser aus als auch schon.

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