Dwaine Wood ist bei den Gladiators beider Basel eine Institution. Noch bevor er in der Region Basel einen Job fand, wurde der ehemalige College-Footballer als Trainer verpflichtet. In den letzten Jahren trainierte Wood zugleich die Junioren- und auch die NLA-Männerequipe der Gladiators. In dieser Saison lässt er es etwas gemächlicher angehen und führt nur noch das Fanionteam. Dafür steht er neben seiner Tätigkeit als Controller aber noch immer drei bis fünf Mal pro Woche auf dem Footballfeld.

Dwaine Wood hat eine sehr genaue Vorstellung davon, was er seinen Spielern vermitteln will – auch wenn diese auf den ersten Blick vielleicht etwas unkonventionell wirkt. «Wir müssen hauen, drücken und rennen. Für Techniktraining haben wir keine Zeit. Wenn Wille und Einsatz stimmen, kommt auch der Erfolg», sagt Wood, der einst zwei Jahre bei den US-Marines gedient hat und sich selbst als harten Hund bezeichnet. Seine Trainings seien kein Zuckerschlecken, seine Spieler müssten dabei schon das eine oder andere Mal ziemlich leiden, meint er. Die Resultate der Gladiators geben Wood und seiner Strategie jedoch recht: Zuletzt wurde sein Team vier Mal in Folge Vizemeister.

Keine Abnutzungerscheinungen

Auch nach 24 Jahren im Amt zeigen sich bei Dwaine Wood keinerlei Abnutzungserscheinungen. Im Gegenteil – die Begeisterung ist nach wie vor gross. «Football ist der ultimative Sport. Nirgends sonst finden Kampf, Teamgeist, Athletik und Taktik auf diese Weise zusammen. Wenn du Footballspieler bist, bist du bereit, mehr zu geben als der Rest. Das hilft dir auch in allen anderen Lebensbereichen.»

Hart arbeiten für den Erfolg, mit dieser Lebenseinstellung passt der 49-Jährige perfekt in die Schweiz. Auch wenn Wood zugeben muss, dass er in den ersten Jahren Mühe hatte mit der reservierten und auf die berufliche Laufbahn ausgerichteten Denkweise der Schweizer. «Die Schweizer sind Arbeitstiere. Das ist eigentlich gut, aber es gibt für sie daher nur Karriere, Karriere und nochmals Karriere. Zum Glück habe ich als Footballcoach viel mit Jugendlichen zu tun. Die sind viel lockerer und haben einen guten Humor. Ich glaube, wenn ich anfangs nur mit über 25-Jährigen in Kontakt gekommen wäre, wäre ich nicht mehr hier», meint er lachend.

Die Schweiz ins Herz geschlossen

Inzwischen hat Wood, der mit seiner Ehefrau Bärbel und der gemeinsamen Tochter in Rheinfelden lebt, die Vorzüge der Schweiz schätzen gelernt. Er lobt seine zweite Heimat in den höchsten Tönen: «Ich hoffe sehr, dass sich der Rest der Welt nicht zu stark an Amerika und China anpasst, sondern an die Schweiz. Die direkte Demokratie ist eine gute Sache und wer hier gut arbeitet, wird dafür belohnt. Das gefällt mir sehr.» So sehr, dass der politikinteressierte Wood die Schweizer Staatsbürgerschaft beantragt hat und sich vorstellen kann, für immer hier zu bleiben.

Hoffen auf den ersten Meistertitel

Das sind gute Aussichten für die Gladiators, denn Dwaine Wood sieht seine Arbeit in Basel noch nicht als beendet an. Vor allem im taktischen Bereich sieht er noch Potenzial. «Am Ende gewinnt immer die intelligentere Mannschaft. Football ist wie Schach auf Rasen mit lebendigen Figuren.» Das klingt schon fast philosophisch, aber vielleicht bringt diese smarte Herangehensweise gepaart mit der nötigen Härte den Gladiators in dieser Saison endlich den lang ersehnten ersten Meistertitel.