Schlafen, Schule, Training- und das ganze jeden Tag aufs Neue. Der Tagesablauf der Trampolinspringerin Lucia Hakkaart ist klar strukturiert. Zeit, um sich mit Freunden nach der Schule zu treffen oder anderen Hobbies nachzugehen, bleibt der 13-Jährigen nicht. Sie trainiert bis zu 13 Stunden wöchentlich und besucht abseits der Turnhalle die International School in Reinach– und dies keinesfalls in einer Sportklasse.

«Wir mussten das Trainingspensum reduzieren, da der Aufwand mit der Schule nicht mehr vereinbar war. Doch die fehlenden Trainingsstunden kompensiert Lucia mit ihrem Willen», fügt Lucias Mutter, Paula Hakkaart, an. Nach dem Abschluss möchte die für ihr Alter reife Sportlerin Psychologie in den USA studieren und für eine Universität Trampolin springen.

Psychologie in den USA studieren

Auch sportlich hat die Schülerin ehrgeizige Ziele: «In der nahen Zukunft steht die Qualifikation für die Europameisterschaften in Portugal an. Aber ich setze mich nicht unter Druck. Ich gebe immer mein Bestes und letztdlich ist es wichtig, dass ich die Ziele, die mir meine Trainerin vorgibt, erreiche.» Die Olympischen Spiele seien allerdings noch kein Thema, erklärt Hakkaart. Dabei hat sie in ihrer jungen Karriere bereits einiges erreicht.

Zu ihrem Palmares zählen unter anderem die beiden Siege beim Damen Swiss Cup. Damit ist sie die amtierende Schweizer Meisterin. In dieser Saison springt die ambitionierte Sportlerin bei den Junior Girls (bis 17 Jahre). Eigentlich könnte sie noch in der U16 starten, aber da springen auch die Knaben mit. «Das wäre unfair, da die Jungs um einiges kräftiger sind als ich», fügt die zierliche Hakkaart an.

So viel Spass ihr der Trampolinsport auch macht, so hat sie sich zuerst für eine andere Disziplin interessiert: «Mit sieben und acht Jahren habe ich Kunstturnen gemacht. Wir trainierten aber in derselben Halle wie die Trampolinspringerinnen. Eines Tages hiess es, ich soll bei deren Trainerin Svetlana Ihnatovich trainieren. Da verliebte ich mich in die Sportart», erzählt die Turnerin des TV Liestal. In der Trainingsgruppe fühlt sich das Küken wohl: «Wir sind wie eine Familie, wie Schwestern. Der Spass kommt nicht zu kurz und es ist immer eine fröhliche Atmosphäre.»

Der Mutter etwas voraus

Um Ausbildung und Spitzensport unter einen Hut zu bringen ist eine gute Organisation nötig. Vieles erledigt die Ramlinsburgerin alleine. «Das Rezept für ihren Erfolg ist die Selbstständigkeit. Lucia ist besser organisiert als ich», gesteht ihre Mutter. Diese Reife gepaart mit ihrem Talent verspricht eine rosige Zukunft. Wie das Multitalent aber erkannt hat, sind es die kleinen Schritte, auf welche es sich zunächst zu konzentrieren gilt.