Schweizer Cup
Ein Achtelfinal mit finalem Charakter: Der FC Basel vor dem Gastspiel in Winterthur

Am Mittwochabend um 20 Uhr gastiert der FC Basel auf der Schützenwiese beim FC Winterthur. Es ist das bereits vierte Treffen der beiden Klubs seit dem Frühjahr 2012. Nicht nur deshalb steht das Spiel unter dem Zeichen des Wiedersehens.

Céline Feller
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Beim letzten Aufeinandertreffen des FC Basel und des FC Winterthurs noch in Diensten der Basler, morgen Captain des FCW: Davide Callà (links).

Beim letzten Aufeinandertreffen des FC Basel und des FC Winterthurs noch in Diensten der Basler, morgen Captain des FCW: Davide Callà (links).

Keystone

Ob das Spiel gegen Winterthur für den FC Basel finalen Charakter habe, wurde Marcel Koller am Sonntag nach dem 3:1-Sieg über GC gefragt. «Nein, achtelfinalen Charakter», sagte der Trainer des FC Basel im Scherz und mit Verweis darauf, dass es schliesslich nicht das Endspiel dieses Wettbewerbs sei.

Am Dienstag, einen Tag vor dem Gastspiel auf der Schützenwiese, schlägt Koller dann schon etwas andere Töne an. «Im Cup kann man nichts mehr korrigieren, wenn man verliert. Wenn man ausscheidet, ist immer eine Enttäuschung da. Und es ist immer unschön. Vor allem, weil man aufs nächste Jahr warten muss, bis man wieder einsteigen kann.» Deshalb, so Koller, sei dieses Achtelfinal-Spiel eben doch «wie ein Finalspiel».

Nachdem der FCB europäisch in dieser Saison nicht vertreten ist und in der Meisterschaft angesichts der elf Punkte Rückstand auf YB die Aussichten auf einen Titel eher gering sind, ist der Cup die grosse Hoffnung. Wer diesen gewinnt, spielt automatisch Europa League.

Den gegen GC eingeschlagenen Weg weiter gehen

Dieser grossen Chance sei man sich bewusst, eine spezielle Vorbereitung habe man dennoch nicht geplant, «weil wir in jedes Spiel gehen, um es zu gewinnen.» Koller und sein Team haben aber dennoch klar gemacht, dass in diesem Spiel von Beginn an alles funktionieren muss. «Wenn es nach 90 Minuten unentschieden ist, dann gehst du noch nicht duschen. Dann kommt eine Verlängerung und allenfalls ein Penaltyschiessen. Deshalb muss jeder wissen, dass er nicht locker ins Spiel gehen kann. Wir müssen von Anfang an präsent sein.» Genau so, wie man das am Sonntag gegen GC war. Dort legte der FCB in den ersten dreissig Minuten eine Leistung auf den Platz, wie sie lange nicht mehr gesehen wurde von den Baslern. Drei Tore innerhalb von 11 Minuten und ein entsprechend nach zwanzig Minuten bereits entschiedenes Spiel waren die Konsequenz.

Auch deshalb will Koller genau dort anknüpfen, will er «das, was wir gegen GC gezeigt haben», weiter verfolgen. «Wir müssen uns weiter steigern. Dann spielt es auch keine Rolle, welcher Gegner auf dem Platz steht, solange wir unsere Spielidee auf den Platz bringen.»

Dass es gegen Winterthur aber alles andere als ein Selbstläufer werden wird, auch wenn die Zürcher eine Liga tiefer zu Hause sind, davon ist man gewarnt. Winterthur hat einen Lauf, rangiert auf Platz drei in der Challenge League, ist punktgleich mit Tabellenführer Servette. «Sie haben vor allem in der Offensive gute, schnelle, quirlige Spieler, die uns wehtun können.» Und einen alten Bekannten, der erst im Sommer den FCB verlassen hat: Winti-Captain Davide Callà.

Die Verletztenliste wird kürzer

Beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Teams im Cup spielte Callà noch für den FCB. Vor eineinhalb Jahren war dies, in einem Spiel, das zwar mit 3:1 für den FCB endete, aber doch eng war und erst durch einen strittigen Penalty-Entscheid seinen Lauf für den FCB zu nehmen begann. «Es gab schon das eine oder andere Duell zwischen Winti und Basel im Cup. Daran werden sie sich erinnern und deshalb bin ich auch sicher, dass uns auf der Schützenwiese ein harter Kampf bevorsteht», sagt Koller.

Grund, von seiner Stammelf abzuweichen, sieht er auch deshalb keinen. Schonen muss er ohnehin niemanden, englische Wochen wie die jetzige sind rar geworden, die Belastung hat entsprechend abgenommen. So darf man erwarten, dass Koller die bestmögliche Elf aufstellen wird. Mit Noah Okafor hat er im Vergleich zum Sonntag eine weitere Option auf dem Flügel, ansonsten präsentiert sich die Verletztenliste unverändert (Marek Suchy, Samuele Campo, Carlos Zambrano, Martin Hansen).