Fussball
Ein Afrikaner aus Zypern und ein rotblauer Portugiese

Trotz einer starken Hinrunde und Tabellenführung in der 2.Liga interregional rüsten die Black Stars weiter auf. So haben sie neue Fussballer verpflichtet, unter denen auch einige Hochkaräter sind.

Nicolas Lurati und Jeremy Weill
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Prominentester Black-Zuzug ist Luis Calapes, der früher bei Basel und später bei Luzern (Bild gegen Mile Sterjovski, unten) sowie zuletzt beim FC Thun 2008 in der Super League gespielt hat. Keystone/Kefalas

Prominentester Black-Zuzug ist Luis Calapes, der früher bei Basel und später bei Luzern (Bild gegen Mile Sterjovski, unten) sowie zuletzt beim FC Thun 2008 in der Super League gespielt hat. Keystone/Kefalas

Mit nur einer Niederlage aus 13 Spielen hat der FC Black Stars, dessen Ziel es seit Jahren ist, auf höchstem regionalen Niveau zu spielen, gute Chancen auf die Promotion in die 1.Liga. Doch statt auf die bewährten Kräfte der Hinrunde zu setzen, wird das Kader gehörig durchgewirbelt.

Ein Spieler verliess den Verein komplett, fünf weitere Akteure vom «Eins» gehen ins Farmteam der Basler. Demgegenüber stehen acht Akteure, die zum Fanionteam der Schwarzsterne hinzustiessen. Von diesen acht verliessen jedoch, bevor die Meisterschaft den Betrieb wieder aufgenommen hat, bereits deren zwei wieder das Team. Wieso kommt es beim 2.-Liga-Inter-Spitzenreiter zu diesen Mutationen?

Die Transfers haben ihren guten Grund. Der engagierte Black-Sportchef Peter Faé erklärt und relativiert: «Einige arrivierte Kräfte wie Ex-Captain Carol Baltermia oder Jean Basse müssen aus persönlichen oder beruflichen Gründen kürzertreten, während andere ihre Chance im Eins schlichtweg nicht nutzen konnten.

Diese Verluste muss man natürlich kompensieren.» Zudem beginnt mit der Rückrunde bereits die Vorbereitung auf die neue Saison, in der man – so Faé – unbedingt in der 1.Liga Classic spielen will. Aufgrund der kurzen Sommerpause müsse man in der Winterpause, in der man deutlich mehr Zeit für die Kaderplanung hat, agieren. «Der Grundstein für eine gute Saison in der 1. Liga, mit Akteuren, die der Spielklasse gerecht werden, konnte jetzt gelegt werden.»

Einige Hochkaräter im neuen Kader

Tatsächlich sind unter den Neuen einige Hochkaräter dabei. Unter anderem John Glele, zweimaliger Nationalspieler von Benin, der zuletzt in Zypern aktiv war. «Der ist dem FC Basel durch die Lappen gegangen», so Faé. Oder aber Branko Bakovic, der die Offensive verstärken soll. Der Serbe war zuletzt in seiner Heimat Profi in der zweithöchsten Spielklasse und ist laut Faé «ein absoluter Vorzeigefussballer, an dem die Liga noch Freude haben wird.»

Der grösste Name unter den Akquisitionen ist Luis Calapes. Der Portugiese war zwischen 1997 und 2000 bei der ersten Mannschaft des FC Basel unter Vertrag, kann jedoch aufgrund seines Fitnesszustands noch nicht als Verstärkung betrachtet werden. Von Laufen stösst zudem Arben Gashi, ein Defensivallrounder mit FCZ-Vergangenheit, zur Truppe von Trainer Samir Tabakovic und von Ligakonkurrent FC Alle Verteidiger Karim Byouline.

Regionaler Markt ausgetrocknet

Doch wie kommt Black auf solche speziellen Spieler? «Es werden uns viele Akteure angeboten, beispielsweise Bakovic hat sich sogar selbst ins Gespräch gebracht.» Oft ist es hilfreich, wenn bereits Kicker aus einem ähnlichen Kulturkreis im Kader stehen. Ebenso wichtig ist eine gute Vernetzung. «Bei John Glele war die gute Beziehung zum ehemaligen Alle-Sportchef David Raccondin sicherlich nützlich.»

Zudem sei in der Nordwestschweiz nicht mehr viel brauchbares Spielermaterial verfügbar: «Durch den ausgetrockneten Transfermarkt müssen wir auch über die regionalen Grenzen hinausschauen.» Über die guten Connections erfährt man auch, welche Fussballer man lieber nicht holen sollte. Es gibt Spieler, die von einem zahlungskräftigen Klub zum nächsten pilgern. «Dennoch versuchen es die meisten Vereine immer und immer wieder, solchen Fussballern eine Chance zu geben.»

Nun hofft Faé, dass die Neuzugänge nicht aus diesem Holz geschnitzt sind und dazu beitragen, dass nächste Saison auf dem Buschweilerhof 1.-Liga-Fussball gespielt wird. Für die Spielklasse wäre eine derart ambitionierte Equipe eine grosse Bereicherung.