Basketball
Ein Aufsteiger mit (Titel-)Ambitionen

Erstmals seit 13 Jahren verfügt die Regio Basiliensis, einst eine Hochburg im Frauen-Basketball, wieder über einen Klub in der höchsten Spielklasse. Und das «amerikanisierte» Uni will dabei eine Hauptrolle spielen.

Georges Küng
Merken
Drucken
Teilen
Basels Szandra McCrory (rechts) wird durch Megan Skouby ersetzt.

Basels Szandra McCrory (rechts) wird durch Megan Skouby ersetzt.

Juri Junkov

Gesprochen wird primär englisch. Und die Philosophie entspricht jener amerikanischen Denkweise, die man salopp als «yes, we can» bezeichnen kann. Dass Uni überhaupt die Promotion wahrgenommen hat, hängt mit einer Modusänderung zusammen.

In der Nationalliga A der Frauen sind nur noch zwei ausländische (Profi-)Spielerinnen erlaubt, was den Baslerinnen entgegenkam. Vereinspräsident Emanuel Kuhn sagt klipp und klar: «Die ruinöse Praxis mit einem halben Dutzend Söldnerinnen hätten wir auf keinen Fall mitgemacht. Ohne diesen Entscheid der Liga hätten wir den Aufstieg gar nicht annehmen können», so der Ökonom.

Mit Aminata Yanni-Imgrüth, der Ehegattin von ex-Nationalspieler Roman Imgrüth bleibt die Punktegarantie beim Neuling. Für die zurückgetretene Szandra McCrory, der Gemahlin von Starwings-Akteur Tony McCrory, konnte vom A-Ligisten Riva die 196 Zentimeter grosse Megan Skouby ans Rheinknie gelockt werden.

Die Amerikanerin war in der letzten Saison die stärkste Centerin der Nationalliga A (20 Punkte, acht Rebounds und zwei Blocks) und sagte an der Teamvorstellung: «Mit dieser Mannschaft muss sich Uni Basel vor niemanden verstecken. Wir haben viel Potenzial und Substanz, wir können jedes Team schlagen.»

Trainerinnen üben sich in Diplomatie

Diese direkte Art mochte Trainerin Ina Nicosia-Schelker (38) und Assistentin sowie Teammanagerin Monica Pileggi ein wenig erstaunen, denn beide übten sich in Diplomatie. Und sprachen von einer schweren Herausforderung in der Elite des Schweizer Basketballs.

Mit Jessica Campo Gonzalez (25), einer Genferin, welche die letzten vier Jahre mit Erfolg an der renommierten University of Toledo in den USA gespielt hat, konnte eine weitere Akteurin verpflichtet werden, die zu den besten Schweizer Spielerinnen gehört. Das Gleiche gilt für Tatjana Pavlovic (20), die Mitaufsteiger LU Town Highflyers verliess, um sich beim ambitionierten Uni Basel weiter zu entwickeln.
Die anderen Teams sind schwer einzuschätzen. Es ist zu befürchten, dass die Achterliga sehr heterogen ist (einige Vereine sollen ohne Profis spielen).

Immerhin sollte es nicht mehr wie im letzten Jahr passieren, dass eine Zehnerliga geplant war, mit sieben Teams die Spielzeit begonnen wurde, an Weihnachten es nur noch sechs Klubs waren, damit zuletzt noch zwei Vereine (Nyon, Sierre) halbwegs seriös um den Titel spielten. Dass die Walliserinnen nach dem Titelgewinn (und Double) den Konkurs anmeldeten, passt ins Bild des Frauen-Basketballes der letzten Jahre.