Zwölf Tage weilte Joel König im portugiesischen Städtchen Caldas da Rainha. Früher war der Ort wegen seiner Mineralwasserquellen und dem Kurbad ein beliebtes Ausflugsziel der Adeligen Portugals. In den letzten Tagen galt die Konzentration des Städtchens aber nicht den Blaublütern, sondern den Heissspornen auf dem Badminton-Parkett. Mitten unter ihnen der 16-jährige Joel König aus Titterten. Für den Schüler der Sportklasse am Gymnasium Liestal war es die erste Teilnahme an Europameisterschaften. Überhaupt war es erst die zweite U17-EM, die ausgetragen wurde.

König ist zufrieden mit der Entwicklung

König ging im Team-Wettbewerb, im Mixed und im Doppel an den Start. «Im Team-Wettbewerb machte ich die Spiele meines Lebens», blickt der Baselbieter, der seit Sonntag wieder in der Schweiz weilt, zurück. Die Schweizer erreichten den dritten Gruppenrang. Nach einer 2:3-Niederlage gegen Schweden und einem 4:1-Sieg gegen Estland durften sich die jungen Eidgenossen bis zuletzt Hoffnungen auf eine Viertelfinal-Qualifikation machen. Doch das 1:4 gegen die Türkei, die später Bronze holte, bedeute für die Schweizer Endstation. «Wir haben das erreicht, was realistischerweise zu erwarten war. Mit unserer Entwicklung können wir zufrieden sein», blickt König zurück.

Gegen schreiende Ukrainer

Im Einzel-Turnier konnte König nicht ganz an die tollen Leistungen des Team-Wettbewerbs anknüpfen. Im Mixed und im Doppel schied König jeweils in der ersten Runde aus. Beide Spiele gingen nach gewonnenem Startsatz mit 1:2 verloren. Über die Gründe des Ausscheidens kann König nur spekulieren. «Vielleicht lag es an der Turnierdauer.» Bisher war er maximal fünf Tage an internationalen Turnieren unterwegs. «Vielleicht war es aber auch eine mentale Frage.» Besonders die ukrainischen Mixed-Gegner waren gewöhnungsbedürftig. «Wir waren technisch überlegen. Aber die Ukrainer spielten unkonventionell, schrien herum und diskutierten ständig.»

Zum Ausspannen blieb auch noch Zeit

Auf jeden Fall konnte Joel König wertvolle Erfahrungen sammeln. Und es blieb auch Zeit, um die schönen Seiten des Lebens zu geniessen. Das Wetter liess gar einen Tag am Swimmingpool zu, und auch ein Städtebummel in Lissabon stand auf dem Programm. Beeindruckt zeigte sich König zudem von der modernen Badminton-Halle in Caldas da Rainha.

Für König, der im Doppel U15-Schweizer-Meister wurde und in der Meisterschaft für Team Baselland (NLB) spielt, beginnt nun der Lernprozess. Seine Spiele wird er sich auf Video anschauen und dann mit den Trainern analysieren. Ende Saison will er den Sprung vom U17- ins U19-Nationalkader schaffen. Die Teilnahme an der nächsten U19-EM ist denn auch sein nächstes grosses Ziel.