Es war im Playoff-Viertelfinal, als seine Söhne, der eine sechs, der andere acht Jahre alt, die Topskorer des SC Langenthal und der Basel Sharks an der Hand in die Schorenhalle begleiten durften. Ein treffenderes Bild, um die Eishockeylaufbahn von Papa Martin Schaub abzubilden, kann man sich kaum vorstellen.

Zu Hause im Oberaargau und Basel

Die Karriere des 46-Jährigen hat sich fast ausschliesslich im Baselbiet, seiner Heimat, und im Raum Langenthal, seiner Wahlheimat, abgespielt. Begonnen hat Schaub bei Sissach. Es folgten sieben Erstliga-Saisons beim SC Langenthal, unterbrochen nur von einer NLB-Saison bei Sierre. Später coachte er die Erstligisten Zunzgen-Sissach und Burgdorf, ehe er zuletzt zehn Jahre vollamtlich bei den Sharks im Nachwuchsbereich tätig war.

Während der letzten Wochen freilich assistierte Schaub bei den Sharks Cheftrainer Martin Gélinas. Dies, nachdem er im Januar als Coach der Elite-B-Junioren von Regio Coach Reto Waldmeier abgelöst wurde. Erst im letzten Spiel konnten sich Elite-B-Sharks den Klassenerhalt sichern. «Das war extrem wichtig. Insofern war der Entscheid, der im Januar getroffen wurde, ja richtig», hält Schaub fest.

Selbst wenn es selbstverständlich kein Trainer supi findet, ausgewechselt zu werden. Basel wird vom Verband als Leistungszentrum anerkannt und kann so höhere J+S-Gebühren abrechnen. «Ohne Elite-B-Team wäre dieser Status kaum zu halten gewesen», sagt der Lotzwiler.

Ab Mai beim SCL

Basel-Oberaargau-Basel und nun bald wieder Oberaargau. Gleichsam einem Pendel schlägt es Martin Schaub eishockeymässig zwischen dem 1230 Kilometer langen Rhein und der 30 Kilometer langen Langete hin und her. Schaub übernimmt ab Mai die Elite-B-Junioren und Novizen des SC Langenthal. Zudem wird er in administrativen Belangen Nachwuchschef Oliver Horak und Geschäftsführer Alex Chatelain entlasten.

Aufgabe und Ziel sind klar: Der SC Langenthal ist ein Ausbildungsklub und darauf angewiesen, dass er seine NLB-Mannschaft immer wieder mit «Eigengewächsen» bestücken kann - und gelegentlich auch Leute für höhere Aufgaben rausbringt. So wie aktuell NHL-Shootingstar Sven Bärtschi. «Der Schritt vom Junioren- in den Aktivbereich ist gross», weiss Schaub. Mit ihm setzt der SCL auf noch mehr Professionalität im Nachwuchs.

Lieber selbst führen

Von langer Hand war der Wechsel von den Sharks zu Langenthal nicht geplant. «Nein», so Schaub, das habe sich kurzfristig ergeben. Als er in Basel als Elite-Coach abgelöst worden sei, habe er natürlich begonnen, Ohren und Augen offenzuhalten. «In Basel hätte ich Assistenztrainer bleiben und mich weiterhin um die Fördergruppe besonders talentierter Spieler kümmern können.» Die Fördergruppe, die er einst mit Kulttrainer Paul-André Cadieux ins Leben gerufen hatte. Er sei aber ein Typ, der gern führt und eigene Ideen umsetzt. «Nur Befehle ausführen liegt mir nicht», sagt Schaub.

Dass er in der Nationalliga die Chance erhalten hätte, ein Team zu führen, erachtete er als eher gering. Insofern sei es auch ein Entscheid, zwischen Nationalliga und Basel respektive Nachwuchs und Langenthal gewesen. «Und ich habe mich für den Nachwuchs entschieden.» Auch für seinen eigenen notabene, den er nun wieder öfters zu sehen bekommt. Die Schaub-Junioren stehen beide bei den SCL-Bambinis «unter Vertrag».