Schwimmen
Ein Baselbieter Spätzünder startet diese Saison richtig durch

Oliver Heinimann sichert sich am Basler Cup im Joggeli erstmals den Titel. Der 23-Jährige vom Schwimmclub Liestal gewann über 50 und 200 Meter Brust die Goldmedaille. Ausserdem holte er sich über 100 Meter Brust den zweiten Platz.

Patrick Pensa
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1,98 Meter in Bewegung: Der Zunzger Brustschwimmer Oliver Heinimann sichert sich den Sieg über 200 Meter Brust. Pensa

1,98 Meter in Bewegung: Der Zunzger Brustschwimmer Oliver Heinimann sichert sich den Sieg über 200 Meter Brust. Pensa

Patrick Pensa

Ein Frühstarter ist er nicht. Angefangen wettkampfmässig zu schwimmen hat Oliver Heinimann erst im Alter von 16 Jahren. Dies in einer Sportart, in der man möglichst früh die koordinativen Fähigkeiten erlernen muss und, in der zum Beispiel Michael Phelps im Alter von 15 Jahren bereits zum ersten Mal bei Olympischen Spielen in Erscheinung trat. Dies stört den heute 23-jährigen Heinimann aber nicht. Im Gegenteil: «Ich verbessere mich jedes Jahr, kämpfe mich näher an die nationale Spitze heran. Das hält die Motivation hoch», sagt der Physik-Student.

Tatsächlich, so nah wie in diesem Jahr war der Zunzger seinem Ziel, einer Medaille bei den Schweizer Meisterschaften, noch nie. Als Dritter zog er im März an den Titelkämpfen in den 50-Meter-Brust-Final ein. Aus dem Wasser stieg er mit einem enttäuschenden fünften Rang.

«Der Start war schlecht. Und wenn der Start schlecht ist, sind die Medaillen über 50 Meter schnell in weiter Ferne», sagt Heinimann zwei Monate danach. Längst hat er diese Enttäuschung verdaut, schielt bereits in Richtung Sommermeisterschaften. Dass die Sommer-SM nicht den gleichen Stellenwert wie das Pendant im Winter geniesst, weil sich die Cracks in der WM-Vorbereitung befinden, stört ihn nicht. «Das kann mir beim Erreichen meines Ziels nur helfen», sagt der 1,98-Meter-Mann.

Das Training sieht Heinimann als Ausgleich zum Physikstudium. Bei genauerem Hinsehen muss diese Aussage allerdings umgekehrt werden. Das Studium ist wahrscheinlich eher die Erholung von acht Wasser- und drei wöchentlichen Krafteinheiten.

Nachdem beim Schwimmclub Liestal nach dem Weggang von Cheftrainerin Ruth Scheidegger eine unruhige Zeit anbrach, scheint nun wieder alles im Lot zu sein. «Ich hatte in einem Jahr vier verschiedene Trainer», sagt Heinimann. Mit Grzegorz Szuba am Beckenrand gehe es aber aufwärts. «Er nimmt sich viel Zeit, wir arbeiten viel spezifischer. Dazu legt er grossen Wert auf die Athletik», sagt der Brustschwimmer.

Dass er gut unterwegs ist, zeigte der 23-jährige Spätzünder auch letzten Samstag am Basler Cup, der die Aussensaison eröffnete. Mit Siegen über 50 und 200 Meter Brust sowie einem zweiten Platz über 100 Meter konnte er die Wertung, für welche die Punkte über 50, 100 und 200 Meter addiert werden, für sich entscheiden. «Ich war völlig überrascht. Es ist selten, dass man im Schwimmen Geld gewinnen kann», sagte Heinimann.

Dass der Basler Cup die Aussensaison eröffnete, war einem Missgeschick geschuldet. Weil aus Versehen zwei Veranstaltungen im Sportbad parallel geplant wurden, musste der Wettkampf vorverschoben werden und fand erstmals an Pfingsten statt. Durch diese Verschiebung war das Starterfeld kleiner als im Vorjahr, welches allerdings wegen der wenig später im gleichen Bad stattfindenden Nachwuchs-Schweizer-Meisterschaften einen Teilnehmerrekord brachte. Erfolgreichster Verein war der gastgebende Schwimmverein beider Basel, der über alle Kategorien 53 Siege feiern konnte, darunter auch den Triumph in der abschliessenden Königsstaffel.