Alles zielte darauf hin: auf die grosse Genugtuung nach einer tollen Partie. Die RTV-Handballer hatten sich für die zweitletzte Partie der laufenden Meisterschaft gegen Leader Endingen viel vorgenommen. Für die Niederlage im vergangenen Dezember revanchieren wollten sie sich. Und das Vorhaben setzten sie um. Die Equipe zeigte in der Tägerhard-Halle von Wettingen die beste Partie der Saison. Stilsicher wirkte sie, inspiriert, konstant und kompakt, und in der zweiten Hälfte setzte sie sich kontinuierlich vom Widersacher ab.

Und dann kam die 58. Spielminute. Jener Augenblick, der alles änderte, relativierte. Endingens Trainer Zoltan Cordas brach an der Seitenlinie zusammen. Die Partie wurde vorerst unter- dann abgebrochen, sprich: Nach Absprache mit der Spielleitung und den beiden Teams liefen die verbleibenden Sekunden ab – ohne Spiel. Der Zwischenstand von 27:35 wurde so zum Endergebnis.

Kontrahenten wurden geeint

Statt weiter auf Torejagd zu gehen, bildeten Rot und Schwarz, Endinger und Basler, Arm in Arm einen Kreis um den Kollabierten und die medizinischen Fachkräfte, die sich um Cordas kümmerten.

Sprachlos, mit Tränen in den Augen. Der Sieg und das gelungene Spiel sorgten für keine Freude. Oder höchstens für eine gedämpfte Freude, stille Freude. Die Sorge um die Gesundheit von Cordas stand im Vordergrund. «Unsere Gedanken sind bei Zoltan und dessen engsten Familienangehörigen», kommunizierten die Basler das Geschehen auf ihrer Homepage umgehend.

Nach Angaben des Vereins am Montag wurde der Trainer nach Baden ins Kantonsspital gebracht. Es ginge ihm «wieder etwas besser», berichtete der Aargauer Sender Radio Argovia. Vermutlich werde Cordas aber bis zum Saisonende ausfallen und damit auch im Spiel Endingens um den Aufstieg am Mittwoch fehlen.

RTV richtet den Blick nach vorne

Mittlerweile sind die Gedanken wieder in Richtung Zukunft gerichtet. Im letzten Meisterschaftsdurchgang empfangen die Basler morgen Mittwoch Suhr Aarau – jene Mannschaft also, die dank dem RTV-Erfolg gegen Endingen die Tabellenspitze übernommen hat. Die Vorgabe ist delikat. Gewinnt Suhr Aarau, steigt es direkt in die Nationalliga A auf.

Setzt sich der RTV durch und sichert sich Endingen gegen den STV Baden zumindest einen Punkt, kommt dieses Privileg den Surbtalern zugute. «Diese Ausgangslage verpflichtet», sagt deshalb RTV-Trainer Silvio Wernle. Alles daran setzen werde die Basler Equipe, um auch die zweite vor ihr klassierte Mannschaft zu besiegen.

In der kommenden Saison angreifen

Und natürlich wollen die Basler die nunmehr zehn Partien umfassende Siegesserie fortsetzen. Eine Serie, die zeigt, was in der Mannschaft steckt. «Wir freuen uns darüber, wie es uns derzeit läuft», sagt Wernle. Als Einstimmung und Vorbereitung auf die nächste Saison nehmen Spieler und Betreuer diese erfreuliche Gegenwart.

Und die Absicht besteht, die Dynamik in die kommende Saison hinüberzunehmen. «Dann wollen wir von Beginn an vorne mitmischen», sagt Wernle. Der Aufstieg soll dann auch für die Basler ein Thema werden. Das derzeit homogene Mannschaftsgefüge dürfte die Basis bilden, bleibt doch das Kader grosso modo zusammen.